2. Januar 2017

Neue Gewohnheiten statt guter Vorsätze


Für das neue Jahr nehme ich mir keine guten Vorsätze vor, sondern möchte mir ein bis zwei neue Gewohnheiten angewöhnen.

Das neue Jahr gibt uns immer wieder Anlass, Veränderungen in unserem Leben herbeizuführen. Wir wissen meist sehr genau, was wir verändern wollen. Viele, viele gute Vorsätze werden gemacht. Doch so sehr wir uns auch vornehmen, dies und das im kommenden Jahr anders zu machen, bleibt doch vieles beim Alten. Warum? Ist es der innere Schweinehund, der sich einfach nicht bezwingen lässt? Ich denke, dass der Mensch, so wie viele andere Lebewesen auch, einfach den Weg des geringeren Widerstandes geht. Wir kämpfen nur, wenn wir müssen und wir verändern Dinge oder uns selbst erst, wenn der Leidensdruck dementsprechend groß ist.

Anstoß zur Veränderung

Folgender Spruch aus dem Talmud hat mir den Anstoß gegeben, heuer etwas anders zu machen:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. 
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. 
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. 
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. 
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Ich möchte keine guten Vorsätze machen, sondern Gewohnheiten ändern!

Im Alltag mit den Kindern fällt mir immer wieder auf, wie groß die Macht der Gewohnheit ist. Dinge, die zu einer guten Gewohnheit geworden sind, brauchen meist keine extra Anstrengung. Sie werden einfach getan. Das Frühstücksgeschirr wird zum Beispiel (meist) von den Kindern selbständig weggeräumt, ohne dass ich sie jedes Mal daran erinnern muss. Andererseits können schlechte Gewohnheiten so richtig nerven, besonders wenn mehrere Leute in der Familie darunter leiden. Wie oft habe ich schon geschimpft, wenn ich wieder mal gebrauchte Kleidung am Boden gefunden habe? Der Weg ins Badezimmer, wo wir die Schmutzwäsche sammeln, wäre gar nicht so weit, aber dieser ist anscheinend noch nicht zur Gewohnheit geworden.

Einige Wochen durchhalten

Gewohnheiten brauchen mehrere Wochen, bis sie gefestigt sind, positive wie negative. Während dieser Zeit muss man sehr konsequent sein. Genauso lange braucht man auch zum Verlernen einer alten Gewohnheit.

Möchte man sich also statt einer schlechten eine gute Gewohnheit zu eigen machen, müssen diese beiden Prozesse parallel laufen: das Schlechte verlernen und das Gute lernen.

Gute Gewohnheiten statt neuer Vorsätze - meinefamilie.atDas kann schon mal schwierig und anstrengend werden. Doch wenn wir durchhalten, werden wir mit einer neuen guten Gewohnheit belohnt, die sich “automatisiert”. Die Kleidungsstücke denken dann nicht mal daran, am Boden liegenzubleiben, sondern springen von selbst in die Wäschekommode… 🙂

Ein bis zwei neue Gewohnheiten aneignen

Ich für mich habe jedenfalls beschlossen, heuer nicht viele, viele gute Vorsätze zu fassen, sondern mir eine oder zwei gute Gewohnheiten anzueignen. Was genau, muss ich mir noch überlegen. Statt meinem ewigen Vorsatz, endlich mein Büro aufzuräumen, könnte ich es mir z.B. zur Gewohnheit machen, jeden Tag ein Fach oder eine Lade auszumisten. Oder in stressigen Zeiten einmal die Woche. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Irgendwann ist dann das gesamte Büro aufgeräumt!

Was die Kinder betrifft, möchte ich ihnen verschiedene Vorschläge unterbreiten. Die Gewohnheit, nach Benützung des Waschbeckens kurz nachzuspülen; die Zeitschriften am WC geordnet zu hinterlassen; sich im Bad auszuziehen etc. Wenn nur eines dieser Dinge zu einer festen Gewohnheit wird, versüßt es mir das Leben. Ich schone meine Stimmbänder und Stirnfalten und werde selbst positiv motiviert, weitere gute Gewohnheiten zu erlernen!

Na dann, gutes Gelingen!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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