12. Mai 2017

Mutter sein – Frau bleiben

Mutter sein – Frau bleiben - meinefamilie.at

Es ist ein Privileg, Mutter sein zu dürfen! Gleichzeitig ist es wichtig, sich nach der Schwangerschaft und Stillzeit wieder zu bewegen, schick zu machen – und die Paarbeziehung zu pflegen.

Mutter zu werden und Mutter zu sein ist eine sehr aufregende und wunderbare Seite das Frauseins. Ich kann mich noch gut erinnern, wie besonders ich mich fühlte, als ich das erste Mal Umstandskleidung trug. Schwanger zu sein hat etwas Geheimnisvolles, etwas Mystisches. Wir Eltern dürfen teilhaben am Schöpfungsprozess eines neuen Menschen, der in uns Frauen auf geheimnisvolle Weise heranwächst. Mein Mann hat mir einmal gestanden, dass er deswegen ein wenig neidisch ist. Er war als Papa zwar intensiv mit dabei, durfte unsere Kinder aber trotzdem nur „von außen“ spüren. Ein Baby im Inneren zu tragen, ist wirklich etwas sehr Spezielles. Es ist ein Privileg, den eigenen Körper mit einem zweiten (oder auch dritten, vierten,…) kleinen Menschen zu teilen, um ihm das Leben zu ermöglichen!

Ich möchte mich wieder als Frau fühlen

Andererseits gibt es dann auch Phasen am Muttersein, in denen diese spezielle körperliche Bindung zum Teil anstrengend ist, wie z. B. in der Stillzeit. Ich habe alle unsere vier Kinder gerne und auch ziemlich lang gestillt. Doch irgendwann kam dann der Punkt, wo ich wusste: Jetzt will ich nicht mehr. Jetzt möchte ich meinen Körper wieder zurück. Zwischen unseren ersten beiden Kindern war diese Phase nicht sehr lang, gerade mal zwei Monate, dann war ich schon wieder schwanger. Nach unserem zweiten Sohn merkte ich dann: Ich brauch eine längere Pause. Ich möchte mich in meinem Körper wieder mal „normal“ fühlen. Mal keine Still-BH’s tragen. Mal nicht ständig nach Baby-Sabber riechen. Mal keine bequemen flachen Schuhe tragen. Mich mal wieder schick machen, als Frau fühlen!

Umstellung zur Vollzeit-Berufstätigkeit

Ich ging diesem Bedürfnis damals nach, indem ich wieder arbeiten und mein Mann in Karenz ging. So durfte er mal die „andere“ Seite kennenlernen und ich wieder alle Vor- und Nachteile eines ganz normalen Arbeitsalltags erleben. In gewisser Weise habe ich es genossen, wenn auch dieser Umstieg von Vollzeit-Mama zu Vollzeit-Berufstätigkeit nicht ganz einfach war.

Nach den ersten beiden Schwangerschaften genoss ich es ganz besonders, wieder „normal“ Sport zu betreiben. Ich wollte dies nicht so sehr, um die überflüssigen Schwangerschaftskilos loszuwerden, denn die schmolzen mit dem Stillen fast von selbst dahin.

Was ich brauchte, war Entspannung durch Bewegung, die ich wollte und deren Geschwindigkeit ich bestimmen durfte.

Ich liebte es zwar, mit unseren beiden kleinen Jungs im Wald herumzustrolchen, doch ein flotter Spaziergang allein oder sogar eine Laufrunde hat nochmal einen ganz anderen wohltuenden Effekt. Joggen ist für manche vielleicht keine besonders „weibliche“ Sache, aber ich fühlte mich dabei einfach wieder mehr als „ich“ selbst.

Die Schwangerschaft genießen und ganz Frau sein

Nach fast vierjähriger Pause genoss ich dann die dritte Schwangerschaft besonders. Ich wusste nicht, dass wir diesmal ein Mädchen bekommen würden, aber irgendwie ahnte ich es. Noch nie habe ich so viel rosa getragen und mich so weiblich gefühlt wie während dieser neun Monate! Sogar die Fußnägel ließ ich mir kurz vor der Geburt pink lackieren. Die Rosaphase setzte sich dann beim Baby fort… ich liebte es, unsere kleine Tochter, die ohnehin süß aussah, noch süßer anzuziehen… Heute muss ich manchmal schmunzeln über den sehr eigenwilligen Kleidungsstil unserer Siebenjährigen. Vielleicht habe ich damals ein wenig übertrieben…

Die Paarbeziehung pflegen

Soviel zu den Äußerlichkeiten. Was mir noch besonders wichtig wurde in unseren ersten Elternjahren, war die Pflege unserer Paarbeziehung. Man gerät als Jungeltern so schnell in einen Trott, wo man nur noch als „Mama“ und „Papa“ funktioniert. Ich wollte, dass unsere Ehe trotz kleiner Kinder für uns als Paar prickelnd blieb. Das klappte mal mehr, mal weniger. Immer mal wieder organisierte ich Abende für uns, an denen wir ausgingen. Später wurden es dann sogar ganze Tage oder ein Wochenende zu zweit. In diesen Zeiten genoss ich es besonders, mal nicht als Mama gefragt zu sein, sondern einfach als Frau. Meinen Mann als Mann wahrzunehmen und nicht nur als Papa unserer Kinder. Obwohl – das muss ich zugeben – mein Mann, seit er Papa wurde, sehr an Sexyness gewonnen hat. Einfach dadurch, dass mich seine Liebe, die er unseren Kindern zeigt, nochmal verliebter in ihn macht. Es ist unglaublich schön, zu spüren, dass man mit dem Papa seiner Kinder den richtigen Partner gewählt hat – und immer noch die wichtigste Frau für ihn ist!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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