17. Mai 2017

Muss ich? Will ich? Oder darf ich sogar?

Muss ich oder will ich - meinefamilie.at

Wie oft denken oder sagen wir: „Ich muss“? Wie oft „ich will“? Und wie oft „ich darf“? Und was hat das mit Verantwortung zu tun?

Wenn wir denken etwas zu müssen, ohne zu hinterfragen, ob wir das auch wollen oder ob wir uns anders entscheiden können, geben wir unsere Verantwortung, unsere Eigenständigkeit und unsere Selbstbestimmung ab. Wir machen uns zum „Opfer“ anderer Menschen, von Umständen oder auch von unseren eigenen Bedürfnissen und Werten. Der Gedanke und das Empfinden, etwas tun zu müssen ist hart, weil er alternativlos, ohne Wahlmöglichkeit, ohne Ausweg ist. So ein „es ist so“ ohne Wenn und Aber. Als ob das Leben eine Einbahnstraße wäre und nur diese eine Richtung vorgegeben ist.

Ein Beispiel: „Ich muss arbeiten“, ist ein weit verbreiteter Satz – aber stimmt er wirklich? Wollen wir nicht arbeiten, weil wir uns dann mehr leisten können? Weil wir uns Wünsche erfüllen können? Oder weil es uns Freude macht? Weil wir nützlich sein wollen? Weil wir unsere Familie gut versorgen wollen? Es gibt dutzende Gründe, warum wir arbeiten wollen.

In vielen Fällen wollen wir, wir müssen nicht

Ebenso verhält es sich bei vielen anderen Tätigkeiten. Sie müssen nicht kochen, putzen, mit den Kindern zum Arzt gehen, Termine einhalten, etc. Sie wollen etwas Gutes essen und ihre Familie versorgen, ein schönes sauberes Zuhause, gesunde Kinder, verlässlich sein, etc. – oder?

Hinter sehr vielem, von dem wir denken, wir müssen es tun, steht ein Bedürfnis, ein Wunsch, aus dem heraus wir dies oder jenes tun wollen. Wenn wir herausfinden, aus welchem guten Grund wir etwas tun, wird das Müssen schön langsam weniger und wird immer mehr zum Wollen. Vor allem aber übernehmen wir dadurch die Verantwortung für unser Tun.

Es liegt in unserer Macht zu entscheiden, was wir wollen und das dann auch zu tun.

Es nimmt uns sowieso keiner diese Verantwortung ab, auch wenn wir noch so oft glauben, etwas zu müssen ;-). Also geht’s viel leichter – und fühlt sich nebenbei auch noch viel freier an -, wenn wir dazu stehen, dass wir etwas wollen und es deswegen tun.

Etwas tun, weil es meinem Wert entspricht

Natürlich gibt es auch gesellschaftliche, soziale und moralische „Richt-Linien“ aufgrund derer wir meinen, etwas zu müssen. Haben wir ja so gelernt und noch nie hinterfragt. Oft ist aber so, dass dieses Tun unseren eigenen Werten entspringt – und wenn es ein Wert von mir ist, den ich leben will, dann ist es ja auch wieder kein Muss.

Achten Sie mal drauf, wie oft Sie im Alltag glauben, etwas zu müssen und beginnen Sie, dieses Müssen in Frage zu stellen. Fragen Sie sich, wie Sie darauf kommen, dies oder jenes zu müssen anstatt es zu wollen – und vielleicht kommen Sie sogar auf die Idee, einiges davon zu dürfen, denn alles, das Sie wollen und deswegen tun, das dürfen Sie auch! 🙂

Wie reden wir mit unseren Kindern?

Sie fragen vielleicht, was das alles mit meinen Kindern zu tun hat? Sehr viel, denn mit jeder Aussage Ihren Kindern gegenüber, dass Sie etwas müssen, lehren Sie Ihre Kinder, wie man die Verantwortung für sein Tun abgibt. Wenn Sie sagen: „Ich will/möchte das jetzt tun, weil ich…“, dann zeigen Sie Ihren Kindern, dass Sie für Ihre Werte, Wünsche und Bedürfnisse die Verantwortung übernehmen und dafür einstehen. Und wenn Sie mal gar keinen guten Grund finden, etwas zu wollen anstatt zu müssen, dann könnte die Frage: „Muss ich das jetzt wirklich?“ dazu führen, dass Sie vielleicht auch manchmal entscheiden, es nicht zu wollen und es daher bleiben lassen :-).

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