13. Mai 2015

Tipps für die Mediennutzung von Kindern


Ob Handy, Computer oder Fernseher, die Mediennutzung von Kindern führt immer wieder zu Konflikten in Familien. Ein paar Tipps für einen geregelten Umgang.

Die Mediennutzung von Kindern passt nicht immer mit dem Familienleben zusammen. Das Bundesministerium für Familien und Jugend gibt mit der Broschüre „Medien in der Familie“ den Eltern Tipps, wie die Mediennutzung von Kindern nicht zur Konkurrenz wird, sondern das Miteinander im Familienleben fördern kann. Denn nicht nur die Kinder wollen weiterspielen, statt zum Abendessen zu kommen, auch die Eltern checken oft noch schnell die Arbeits-Emails oder machen einen wichtigen Anruf. Die Konkurrenz ist auf beiden Seiten gegeben.

Was sagt das Gesetz zur Mediennutzung von Kindern?

Was ist erlaubt? Welche Pflichten haben die Eltern? Welche Konsequenzen sind möglich?

Die Mediennutzung von Kindern ist durch zahlreiche Gesetze geregelt: Vom Datenschutz bis hin zum Urheberrecht, aber auch der Jugendschutz trifft in vielen Fällen zu. So muss zum Beispiel der Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Pornographie im Netz verhindert werden. Bis zum 14. Geburtstag können Kinder in Österreich grundsätzlich nicht bestraft werden, wenn sie gegen ein Gesetz verstoßen. Sehr wohl kommt jedoch eine Aufsichtspflicht der Eltern zu tragen. Sie können für Vergehen ihrer Kinder verantwortlich gemacht werden. Wie weit diese Aufsichtspflicht aber reicht, kann nur im Einzelfall entschieden werden.

Kinder und Jugendliche können nicht vor allen Risiken der Mediennutzung geschützt werden. Daher ist es umso wichtiger, die Medienkompetenz von Kindern zu stärken. Eltern sind dabei nicht nur das wichtigste Vorbild, sondern auch die zentrale Anlaufstelle. Oft reicht ein reger Austausch über die Mediennutzung. Dabei können Eltern und Kinder voneinander lernen.

Die Broschüre „Medien in der Familie“ gibt in 12 Kapiteln Tipps für den richtigen Medienumgang in der Familie. Einige davon wollen wir euch vorstellen:

Gestern Facebook, heute WhatsApp, morgen…?

Eltern können ruhig Interesse an der Nutzung digitaler Medien und Plattformen ihrer Kinder zeigen. Empfohlen wird, die Kinder ohne Druck zu fragen, was es denn Neues in den Netzwerken gibt.
Überlegen Sie, ob Sie mit ihrem Kind auf Facebook befreundet sein wollen.
Vereinbaren Sie regelmäßig, was Ihr Kind im Internet veröffentlichen darf und was nicht. So sollte das Posten von Telefonnummern, Adressen, usw. tabu sein.
Sprechen Sie mit ihrem Kind über die Risiken der Datenweitergabe im Internet. Konkrete Tipps sind: Statt dem Familiennamen einen zweiten Nachnamen angeben, gemeinsam mit dem Kind die Privatsphäre-Einstellungen bei der Anmeldung durchgehen. Sichere Passwörter wählen und den Kindern klar machen, dass diese auch vor dem besten Freund geheim gehalten werden müssen. Unerwünschte Nutzer/innen blockieren und an die Betreiber melden.

Rechtliches zu Facebook: Laut den Facebook Nutzungsbestimmungen (Stand Juli 2014) ist eine Registrierung erst ab 13 Jahren erlaubt. Bei WhatsApp liegt die Altersgrenze bei 16 Jahren.
Broschüre: Alles Facebook

Der Fernsehkonsum bietet oft Konfliktpotential in Familien. Tipps für Eltern sind hier:

  • Klare Regeln vereinbaren
  • Das Kind nicht aus Langeweile fernsehen lassen
  • Selbst ein Vorbild sein
  • Familienzeiten festlegen
  • Zwischendurch bewegen (und sei es nur am Sofa zu hüpfen)
  • Alternativen anbieten
  • Helden ins Kinderzimmer holen: Kinder lieben ihre Fernsehhelden, aber diese brauchen nicht auf den Bildschirm beschränkt bleiben. Es gibt meistens Spielfiguren, Comics, Poster oder Bettwäsche, es können Bilder gemalt oder gebastelt werden und neue Geschichten mit den Helden erfunden werden. All das geht auch ohne Bildschirm.

Tipps für den Fernsehkonsum in der Familie: Kein Fernseher im Kinderzimmer. Klare Regeln, wann und wieviel ferngesehen werden darf, fixe Zeiten an das Alter des Kindes anpassen. Fernsehfreie Zeiten für alle Familienmitglieder.

Dauerbrenner Handy

Das Handy und seine Kosten haben schon in vielen Familien zu Streit geführt. Auch hier gibt es einfache Tipps für einen entspannten Umgang:

  • Vereinbarungen treffen: Was passiert, wenn die Kosten überschritten werden? Wann gibt es ein neues Gerät?
  • Nicht zu oft „weich“ werden: Regeln müssen eingehalten werden, auch wenn die Kinder raunzen.
  • Tarife kennen: Gemeinsam mit dem Kind überprüfen, welche Handy-Aktivitäten zu welchem Tarif passen.
  • Dienste sperren: Die Möglichkeit beim Mobilanfunkbieter nutzen, bestimmte Mehrwertdienste zu sperren.
  • In-App Käufe deaktivieren: Viele Handyspiele sind kostenlos, aber man kann im Spiel für echtes Geld Vorteile kaufen. Kinder verstehen oft nicht, wann etwas echtes Geld und wann etwas nur Spielgeld kostet.

Broschüren zum Thema:
Handy – aber sicher!

Die Medien und vor allem die Sozialen Netzwerke verändern sich laufend. Kann man bei kleineren Kindern noch Sperren einrichten und die Nutzung bestimmter Angebote verbieten, wird mit zunehmendem Alter das „Drüber-Reden“ immer wichtiger. Und auch Eltern können sich fit machen, auf dem Laufenden bleiben, was sich in der Medienwelt tut und sich zum Beispiel laufend über neue Gefahrenquellen im Internet informieren.

Alle Informationen zum Thema unter www.saferinternet.at

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Spörk

    Lesen und Schreiben – meine zwei Leidenschaften zu vereinen, war immer ein großer Wunsch. Seit acht Jahren ist es auch mein tägliches Tun: als Redakteurin bei der Erzdiözese Wien. Das Arbeiten im Web fasziniert mich, die redaktionelle Mitarbeit für meinefamilie.at ist jetzt die Zugabe.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at