17. März 2015

Sicher im Internet mit Kindern


Schon in der Volksschule wird das Internet für Kinder aktuell. Wir haben Tipps für einen sicheren Umgang: vom Kinderserver bis zum Passwort-Zahnbürsten-Vergleich.

Das Internet, das World Wide Web, das Netz, das alle Computer der Welt verbindet: Es ist in aller Munde, in ständigem Gebrauch und Kinder wachsen heute mit der Vorstellung auf, dass ohne ihm das Allermeiste gar nicht funktionieren könnte. Ein Viertel der 6- bis 7-Jährigen sind im Internet, gut die Hälfte der 8- bis 9-Jährigen, mit spätestens 12 haben fast alle das Internet kennengelernt, besagt die Kinder und Medien-Studie 2014. 40 Prozent von ihnen sind demnach beinahe jeden Tag im Netz.

Bei einem so wichtigen Alltagstool sind Eltern und Pädagogen heute gefordert, die Kinder im Internet zu begleiten und kompetent zu machen für einen sicheren Umgang. Prinzipiell gilt: Keine Angst machen, sondern interessiert sein – und gleichzeitig offen für Signale, die auf Gefahren hindeuten. Gerade was Häufigkeit, Dauer und Inhalte betrifft, mit denen sich Kinder beschäftigen, müssen im Kleinkindalter klare Regeln her. Dann können Kinder später das Internet eigenverantwortlich und sicher nützen.

Kinder im Internet begleiten

Besonders in jungen Jahren, wenn Kinder das Internet kennenlernen, können Eltern die Chance nützen und sie aktiv begleiten. Meist machen Kinder mit 4 bis 6 Jahren die ersten Erfahrungen, in diesem Alter können Eltern mit ihnen gemeinsam surfen: sichere Internetseiten erforschen oder Lernspiele ausprobieren. Entscheidend ist, das Kind mit seinen Erfahrungen im Internet nicht alleine zu lassen. Auch später ist es gut, wenn Eltern mitbekommen, was ihre Kinder im Internet eigentlich tun, nachfragen, gemeinsam lernen: Gerade, was Internet-Themen betrifft, wird es schnell passieren, dass die Kinder besser Bescheid wissen als die Erwachsenen.

Zur Vorsicht im Internet ermutigen

Für Kinder ist das Internet eine neue Welt. Ihnen ist nicht bewusst, dass nicht alles so gemeint ist, wie es scheint, nicht alles wahr, was geschrieben steht oder nicht immer die Person dahinter, als die sich jemand ausgibt. Es muss klar sein: Wenn dir etwas eigenartig vorkommt, sag’s deinen Eltern! Mütter und Väter stehen als Vertrauenspersonen zur Verfügung. Ebenso können Regeln vereinbart werden, zum Beispiel: keine persönlichen Daten preisgeben. Bevor das Kind irgendwo Namen, Alter, gar Adresse oder Telefonnummer eingibt, spricht es das mit den Eltern ab. Besondere Vorsicht muss auch gewahrt werden mit persönlichen Fotos – das Internet hinterlässt seine Spuren. Besonders bei Kindern ist Datenschutz ein wichtiges und sensibles Thema.

Sichere Internet-Plattform kennenlernen

Sicherheit im Internet betrifft nicht nur das eigene Surfverhalten. Damit Kinder im Internet frei und sicher surfen können, helfen Kinderserver, um einen kindgerechten Surfraum technisch abzustecken. Außerdem gibt’s genügend Webseiten, die eigens für Kinder gemacht sind: Suchmaschinen wie blinde-kuh.de, fragfinn.de, helles-koepfchen.de sind leicht verständlich und werbefrei. Gerade im Volksschulalter hilft es den Kindern, wenn Startseite und Lesezeichen mit den empfohlenen Seiten angelegt sind. Und natürlich sind die Eltern wichtige Vorbilder in Sachen Mediennutzung: Welche Seiten sie nützen, interessiert auch die Kleinen.

Sicheres Passwort erstellen

Der Vergleich mit der Zahnbürste trifft’s ganz gut: Sie ist persönlich und man gibt sie niemandem weiter – wie beim Passwort. Für Kinder muss klar sein: Sobald ich etwas Persönliches im Internet speichere und ein Profil anlege, muss ich es mit einem sicheren Passwort gut schützen. Und dazu gehören weder echte Worte oder Namen und schon gar nicht das eigene Geburtsdatum. Mindestens 8 Zeichen plus Zahlen und Sonderzeichen sollen es sein. Eine simple Eselsbrücke ist, einen Satz zu überlegen und sich die jeweils ersten Buchstaben zu merken. Ein Beispiel: Aus Ich spiele am liebsten mit meinen 2 Schwestern! wird das Passwort Isalmm2S!.

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EIN ARTIKEL VON
  • Lucia Steindl

    Bevor ich journalistisch tätig wurde, machte ich die Ausbildung zur Kindergarten- und Hortpädagogin, leitete verschiedene Kindergruppen und arbeitete als Medienpädagogin. Nach Abschluss meines Journalismus-Studiums unterstütze ich nun mit Freude die Redaktion von meinefamilie.at.


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