18. März 2015

Lesetraining mal anders: Beim Fernsehen


Eine Methode fürs Lesetraining: Das Kind schaut seinen Lieblingsfilm – in einer fremden Sprache, mit deutschen Untertiteln. Schnelles Lesen ist gefragt!

Lesetraining mit dem Lieblingsfilm

Studien und Tests wie der „Wiener Lesetest“ oder „PISA“ ergeben leider immer wieder, dass die Leseleistungen der österreichischen bzw. Wiener Schüler im Vergleich zu jenen anderer europäischer Länder im unteren Bereich liegen. Bei diesen Überprüfungen geht es sowohl um die Erfassung des Sinns des Gelesenen als auch darum, in einer gewissen Zeit möglichst viele Aufgaben bzw. Fragen zu lösen. Die Sinnerfassung hängt zunächst mit dem Sprachverständnis sowie dem jeweiligen aktiven Wortschatz des Kindes an sich zusammen, die Schnelligkeit des Lesens ist eine Frage des Trainings.

Zwei auf einen Streich beim Lesetraining

Beides – Verständnis und Schnelligkeit – kann recht einfach und dennoch ziemlich effizient trainiert werden und zwar mit einer Methode, die unter Garantie jedem Kind gefällt: Es darf fernsehen!

Man nehme zunächst die Lieblings-DVD des Kindes und stelle bei der Menüführung eine dem Kind komplett unbekannte Sprache für den Audiokanal ein (Englisch, Türkisch, Schweizer Deutsch, …), dazu programmiere man die deutschen Untertitel. Und schon läuft das Lesetraining für das Kind: Während es seine Lieblingssendung sieht, übt es sich im schnellen Lesen. Diesmal versteht das Kind die Handlung ja eigentlich auch so, denn es ist ja sein Lieblingsfilm. Wählt man aber später, wenn es sich an das Lesen der Untertitel ein wenig gewöhnt hat, eine dem Kind nicht so bekannte oder gar unbekannte neue DVD, wird das sinnerfassende Lesen sehr wichtig, da der Inhalt sonst nur schwer erfasst werden kann: Um die flimmernden Bilder zu verstehen, muss das Kind den Text möglichst schnell und lückenlos lesen!

Beim Lesetraining ist Finnland Vorbild

Es könnte ja durchaus sein, dass das gute PISA-Ergebnis der Finnen im Bereich Lesen beispielsweise darauf zurückzuführen ist, dass Filme hier ausschließlich im Original gezeigt werden, und die Kinder ihre Sendungen erst verstehen können, wenn sie rasch und sinnerfassend mitlesen. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Fernsehen!



EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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