11. November 2014

Früh die Neugier am Lesen fördern


Mein Sohn war noch kein halbes Jahr alt, da haben wir begonnen, mit ihm Bücher anzuschauen, Geschichten vorzulesen bzw. zu den bunten Bildern dazu zu erfinden. Wir haben das jeden Tag gemacht, etwa zur selben Zeit.

Mein Sohn war noch kein halbes Jahr alt, da haben wir begonnen, mit ihm Bücher anzuschauen, Geschichten vorzulesen bzw. zu den bunten Bildern dazu zu erfinden. Wir haben das jeden Tag gemacht, etwa zur selben Zeit. Das war eigentlich so nicht geplant, aber es hat dem Kleinen die ersten Male so viel Freude gemacht, dass es bald fixer Bestandteil unseres Tages war. Ja, sicherlich, unseres Kindes „Anschauen“ hatte anfangs ganz viel anknabbern, zerknittern, knicken, einreißen und ansabbern zu tun und die allerersten Bücher schauen auch dementsprechend aus. Aber wenn man als Eltern sieht, wie viel Freude dieses Erkunden mit sich bringt, dann wird man wahrscheinlich – so wie wir – auch die 17. Buchecke wohlwollend aus dem kleinen Mund herausholen.

Ich suche meine Gute-Nacht-Geschichte selber aus

Wenn ich meinen Tagebuch-Aufzeichnungen vertrauen darf, dann hat mein Sohn etwa ab dem Alter von einem Jahr seine Gute-Nacht-Geschichte selber ausgesucht. Damals hatten wir einige große bunte Kisten, in denen wir seine Bücher aufbewahrt haben. Jeden Abend haben wir gesagt „Magst Du Dir ein Buch aussuchen?“ Und mit großer Freude hat er das fast jeden Abend auch gemacht: Ist zu seinen Kisten gegangen, hat meist gleich ein paar Bücher herausgenommen und uns mit einem klaren „da“ in die Hand gedrückt. Dann haben wir es uns auf einem gemütlichen Schaukelstuhl bequem gemacht und Geschichten gelesen und dann gings erst ab ins Bett.

Meine Mama/ mein Papa liest ja auch

Erziehungsratgeber kauen es durch, bis selbst interessierte Eltern es kaum mehr hören können: Kinder lernen durch Vorbilder. Aufs Lesen umgelegt würde das bedeuten: Je mehr Sie selbst lesen und je mehr Bücher Teil ihres Alltags sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch ihre Kinder Bücher als Teil ihres Lebens sehen und Sie so deren Freude am Lesen fördern. Bei uns war das jedenfalls so. „U-Bahn-Buch“ – mein Ausdruck für jenes Buch, das ich lese, um langweilige aber notwendige Öffi-Fahrten zu überbrücken gehörte zu den ersten 3-Wort-Sätzen meines Sohnes.„U-Bahn-Buch mitnehmen“ kam nur knapp nach „Feuerwehr trara macht“ und „Ganz weit hoch schaukeln“.

Das ist mein Bücherregal

Wie schon erwähnt: Am Anfang gab es die Bücherkisten. Doch es wurde bald klar, so gern, wie unser Kind Bücher hat und so gern, wie wir Kinderbücher kaufen, ist das Kistensystem auf Dauer nicht ideal. So haben wir eines Tages ein zusätzliches wirklich großes Bücherregal für unser Wohnzimmer gekauft und unserem Sohn auch sofort dort viel Platz für seine Bücher eingeräumt – in den unteren Fächern, wo auch er gut hinkommen konnte. Er war darauf von Anfang an wirklich stolz. Mittlerweile holt er sich auch oft ein Buch heraus, setzt sich damit auf die Couch und versinkt so richtig in seiner „Lektüre“ – lesen kann er zwar noch nicht wirklich, aber das tut der Freude am Buch keinen Abbruch.

Siehe auch: Wie sie ihrem Kind Bücher schmackhaft machen können

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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