19. Mai 2017

Nicht von kindlichen Launen steuern lassen

Nicht von kindlichen Launen steuern lassen - meinefamilie.at

Ein Kind, das seine Launen auslebt und ein Vater, der beliebig mit sich verfahren lässt: Das ergibt Zusammenhänge. Wie Eltern handeln können, um sich nicht von den Launen der Kinder steuern zu lassen.

Der Vater fragt Herwig, 5 Jahre, ob auch er Jause essen wolle, was dieser verneint. Als er sich den „Obstgarten“ aus dem Kühlschrank holt, überlegt es sich Herwig anders und will das letzte Stück. Der Vater ist großzügig: „Da hast du den Obstgarten!“ Kaum gekostet und ausgepatzt, schiebt Herwig die Marillen-Topfencreme weg und läuft davon. Der Vater isst das Dessert alleine auf und putzt kommentarlos die Arbeitsfläche sauber.

Was können wir aus dieser harmlosen Alltagsszene lernen? Der Anlass ist unbedeutend, aber wir erkennen einige unangenehme Eigenschaften, die mit bewusstem und konsequentem Erziehungsverhalten leicht zu korrigieren sind: Launenhaftigkeit und Unachtsamkeit seitens des Kindes und ein Vater, der beliebig mit sich verfahren lässt. Es lässt sich leicht erkennen, dass beides miteinander zu tun hat.

Impulsivität und Launenhaftigkeit

Als Herwig zuerst nein und dann doch ja sagt und den „Obstgarten“ bekommt, sollte der Vater zumindest ein „Danke, Papa!“ hören. Herwig sollte ordentlich Platz nehmen und nicht „im Vorbeigehen“ etwas zu sich nehmen. Wenn er wirklich nicht mehr will, darf er nicht aufspringen und weglaufen.

Kinder sollten immer etwas sagen müssen, wenn sie vom Tisch aufstehen: „Danke, Papa, ich mag nicht mehr!“

Damit übernimmt das Kind Verantwortung und zeigt Respekt. In ähnlichen Situationen kommt Herwig häufig nach einer zweiten „Runde“ wieder, weil er es sich anders überlegt hat. Um seinen Wankelmut einzudämmen, sollte er öfter mit Konsequenzen konfrontiert werden: „Vorhin hast du gesagt, du willst nicht mehr! Jetzt esse ich es allein fertig!“ Mit solch kleinen Strategien wird verhindert, dass Kinder impulsiv und unberechenbar werden. Eltern senden unausgesprochene Botschaften wie „Ich trau dir zu, höflich und achtsam zu sein“ und ernten automatisch mehr Respekt seitens des Kindes. Wurde ausgepatzt, soll Herwig beim Tischabwischen helfen.

Authentizität und Selbstachtung

Erwachsene dürfen sich nicht von kindlichen Launen dirigieren lassen, sondern müssen Authentizität und Selbstachtung zeigen. Dadurch hilft man Kindern, einen verbindlichen, festen und kooperativen Charakter zu entwickeln. Diese Eigenschaften im Kind zu fördern, hängt von uns ab. Erziehung zu Selbstbewusstheit, Achtsamkeit und Respekt sind heutzutage wichtige Themen. Sie machen uns und unseren Kindern das Leben schöner und leichter.



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