9. September 2015

Kinderrechte in Österreich


Kinderrechte in Österreich: Wer sorgt dafür, dass sie eingehalten werden und warum ist es wichtig seine Rechte zu kennen? Die Antwort hier.

Kinder haben Rechte. Rechte auf Bildung, Meinungsfreiheit, Partizipation, Gesundheitsversorgung sowie auf Schutz vor Gewalt und Ausbeutung.

Wo sind die Rechte verankert?

Verankert sind diese Rechte in der UN-Kinderrechtskonvention (KRK), die 1989 von den Vereinten Nationen beschlossen und mittlerweile von fast allen Staaten der Welt anerkannt wurde. All diese Staaten bekennen sich durch die Annahme der Konvention zu diesen Rechten und müssen allen Kindern und Jugendlichen auch im Alltag der Kinder zur Geltung ihrer Rechte verhelfen. Das Ziel der KRK ist es, die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen weltweit zu verbessern. Durch die Einführung der Konvention wurden Kinder erstmalig als eigenständige Träger von Rechten und Pflichten anerkannt. In Österreich trat der Kinderrechtskatalog am 5. September 1992 in Kraft.

Seit 16. Februar 2011 sind außerdem einige Kinderrechte der UN-Konvention in der österreichischen Bundesverfassung verankert, was eine enorme Aufwertung der Kinderrechte in Österreich darstellt. Zum Beispiel müssen sich Gerichte wesentlich stärker an den Kinderrechten orientieren.

Wer sorgt für die Einhaltung der Rechte?

Um zu kontrollieren, ob ihre Standards auch eingehalten werden, hat die Kinderrechtskonvention ein eigenes zentrales Organ zur Überwachung geschaffen – den UN-Kinderrechtsausschuss. Dieser besteht aus 18 Experten aus verschiedenen Bereichen der Kinderrechte (Gesundheit, Bildung, Soziales,…). Die Mitglieder finden sich etwa drei Mal jährlich für zumindest jeweils drei Wochen in Genf zusammen.

Der Ausschuss kümmert sich um die Durchführung des Staatenberichtsprüfungsverfahrens die Veröffentlichung von grundsätzlichen Stellungnahmen, wie bestimmte Kinderrechte zu interpretieren sind. Auch die Abhaltung einer jährlichen Expertentagung zu einem bestimmten Kinderrechtsthema gehört zu seinen Hauptaufgaben.

Wer setzt die Kinderrechte in Österreich tatsächlich durch?

Als unabhängiges Beratungsgremium wurde 2012 durch den Kinderrechtsausschuss ein Kinderrechte-Monitoring-Board eingerichtet. Ziel dieses Gremiums ist die tatsächliche Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Österreich. Das Kinderrechte-Monitoring-Board besteht unter anderem aus Vertretern des Netzwerks Kinderrechte Österreich sowie aus den Kinder-und Jugendanwaltschaften der Länder.

Welche Aufgaben haben Kinder-und Jugendanwaltschaften?

Kinder- und Jugendanwaltschaften wurden in jedem österreichischen Bundesland geschaffen, um die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu wahren. Sie sollen als Sprachrohr für junge Menschen dienen und für die Einhaltung der Kinderrechte in der Gesellschaft sorgen: beispielsweise durch Öffentlichkeitsarbeit, Gesetzesvorschläge und regelmäßigen Austausch mit Politikern.

Kinder- und Jugendanwaltschaften bieten bei Konflikten und in schwierigen Situationen Unterstützung. Kinder und Jugendliche sowie deren Erziehungsberechtigte können sich schriftlich, persönlich oder per Telefon (es gibt eine österreichweite Hotline zum Nulltarif) zu verschiedenen Themen wie Scheidung, Obsorge, Erziehung, Jugendschutz oder Gewalt an Kindern beraten lassen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft dient außerdem als öffentliche Vertretung des Postulats der gewaltfreien Erziehung.

Warum ist es wichtig, seine Rechte zu kennen?

Wer seine Rechte kennt, läuft nicht Gefahr, dass sie einem vorenthalten werden. Das gilt auch für Kinderrechte. Nur wer darüber informiert ist, was rechtens ist und was nicht, kann die Einhaltung seiner Rechte fordern und aufzeigen, falls sie verletzt werden.

Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien
Telefon: 0800/240 264
Mail: post@jugendanwalt.wien.gv.at
Web: www.kja.at
Adresse: Alserbachstraße 18, 1090 Wien



EIN ARTIKEL VON
  • Luise Mbaduko

    Ich bin Wienerin und studiere Journalismus an der FH. In meiner Freizeit bin ich Pfadfinderleiterin von 7-10-jährigen Mädchen. Gemeinsam verbringen wir lustige Heimstunden und Lager, bei denen viel gespielt, gebastelt und gesungen wird. Leiterin sein bringt immer wieder neue Herausforderungen mit sich, aber auch immer sehr viel Spaß!


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