11. Dezember 2015

Spaß haben und Erziehung mit Humor nehmen


Kinder haben die natürliche Fähigkeit, jede Menge Spaß zu haben an ganz einfachen Dingen. Wenn wir Erwachsenen manchmal dabei mitmachen, ist das toll.

In meinem intensiven Alltag mit unseren vier Kindern stelle ich mir immer wieder die Frage: „Wie kann ich meine Kinder glücklich machen?“ Und ich stelle fest: Sie brauchen mich nicht zum Glücklichsein. Sie können das selbst perfekt.

Damit meine ich nicht, dass sie nicht Nähe, Geborgenheit und Nahrung brauchen. Das ist natürlich notwendig. Aber sie brauchen von mir als Mutter kein „Glücksprogramm“. Sie haben die natürliche Fähigkeit, ihr Leben mit Highlights zu füllen und jede Menge Spaß zu haben an ganz einfachen Dingen. Wenn wir Erwachsenen manchmal dabei mitmachen, ist das toll. Vor allem für uns selbst… 🙂

Glücklich, wenn die Kinder glücklich sind

Ein kleines Beispiel: Vor kurzem waren wir mit den Kindern auf einer Veranstaltung, auf der auch ganz ungezwungen musiziert wurde. Zwei ältere Herren saßen an einem Tisch, der eine spielte Zither, der andere Akkordeon. Unser Jüngster sah ihnen mit glänzenden Augen zu. Er verfolgte aufmerksam alle ihre Bewegungen und war einfach fasziniert. Die beiden bezogen ihn freundlich in ihr Spiel mit ein und fragten ihn, ob er denn einen Liederwunsch hätte. Glücklich zählte er einige Kinderlieder auf. Als dann sogar sein Lieblingslied gespielt wurde, schwebte er auf Wolke sieben. Die paar Minuten wurden zu einem absoluten Highlight des Tages, von dem er am darauffolgenden Tag noch sprach.

Auch ich habe diese Erinnerung gespeichert. Ich fühle mich selbst glücklich, wenn ich daran denke, wie glücklich unser Kleiner war. Und wie selbstbewusst er für sein Glück gesorgt hat, indem er sich die Lieder gewünscht hat. So einfach ist das Leben für Kinder…

Spontanes Puppentheater: Spaß haben mit den Kindern

Ein weiteres, vor kurzem erlebtes Beispiel: Ich saß mit unseren beiden jüngeren Kindern in der Küche und musste niesen. Ich niese leider immer sehr laut, sodass jeder zusammenfährt, der in der Nähe ist. Als Wiedergutmachung für den Schrecken nahm ich mir ein Stofftier und spielte mit ihm „Niesen“. Sofort hatten wir ein sehr unterhaltsames Spiel am Laufen. Sara sauste ins Kinderzimmer und kam mit einem Armvoll Stofftieren zurück. Nun musste der Elefant niesen, als sich eine unsichtbare Fliege auf seinen Rüssel setzte. Das Nilpferd biss beim Niesen versehentlich in den Tisch. Der Hase wurde von fast unhörbaren Niesern geschüttelt etc. Und wir schüttelten uns vor Lachen. Es war wirklich herrlich komisch, unser Stehgreif-Puppentheater.

Einfach Spaß zu haben ist eine hohe Kunst, die Kinder wunderbar beherrschen. Ganz natürlich. Ganz einfach. Ohne großen Aufwand.

Besser lernen, wenn es Spaß macht

Wenn sie Spaß haben, lernen Kinder außerdem besser. Das ist wissenschaftlich erwiesen und eigentlich auch ganz logisch. Wer langweilt sich schon gerne? Aber immer wieder bin ich in Gefahr zu denken, „richtiges“ Lernen finde nur ruhig sitzend am Tisch statt. Vor kurzem habe ich mit meinem Elfjährigen eine neue Methode zum Vokabellernen ausprobiert. „Neu“ heißt nicht „noch nie dagewesen“. Sicher hat das schon jemand vor mir versucht. Aber für uns war es neu. Und zwar saßen wir nicht wie gewohnt auf der Couch, sondern ich ging mit ihm in unseren „Bewegungsraum“, in dem sich eine Sprossenwand befindet. Ich fragte ihn nun, wie wir das am besten machen könnten. Er schlug vor, für jedes richtig gewusste Wort dürfe er ein kleines Kunststück vorführen. Er hängte sich an die Sprossenwand und schoss die Wörter nur so der Reihe nach heraus. Zwischendrin turnte er herum wie ein glückliches Äffchen. Ich war glücklich über den Erfolg, er gleich doppelt durch die vielen Glückshormone, die bei sportlicher Betätigung ausgeschüttet werden.

Eigentlich ganz einfach, die Sache mit dem Spaß, oder?

Lies auch: Die Kunst des Glücks in der Familie

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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