20. April 2015

Kindererziehung in der Praxis


Kindererziehung nach dem Mary-Poppins-Prinzip – „Ein Löffelchen voll Zucker…“ von Sabine Bohrmann liefert praktische Tipps rund ums Thema Kindererziehung.

Fragen Sie sich auch manchmal beim Lesen eines Buches über Kindererziehung, „Und wie stelle ich das alles an?“. In ihrem Buch „Ein Löffelchen voll Zucker…“ stellt Sabine Bohrmann konkrete Tipps vor, wie gewisse Situationen einfach gelöst werden können.

„Wenn ein Löffelchen voll Zucker bitt’re Medizin versüßt, dann schmeckt sie gleich nochmal so gut“… Wer kennt sie nicht, die berühmten Worte Mary Poppins‘, der zauberhaften Nanny, die Alltag und Gewohnheiten der Londoner Familie Banks durcheinander bringt und neu zusammen setzt? Sabine Bohlmann bediente sich dieses Songs, um daraus ein humorvoll angelegtes Prinzip zu gestalten.

Die altbekannten Ratgeber über Kindererziehung

Es ist alles zwar höchst interessant, aber oft sehr theoretisch gehalten. So gehen sämtliche Ratgeber über Kinder und Kindererziehung auf Entwicklungsstufen, Trotzphasen und dergleichen ein; von Normen und Normgrenzen ist die Rede, von richtungsweisenden Empfehlungen bis hin zu Richtlinien, was sinnvoll ist und was nicht. „Am besten ist es, die Ruhe zu bewahren.“ Wie oft habe ich nicht schon diesen Satz gelesen! Für gewöhnlich bin ich ein sehr ruhiger Mensch und im ersten Lebensjahr meiner Tochter hat mich überhaupt gar nichts aus der Ruhe bringen können. Aber je größer das Kind, umso größer auch die Herausforderung, umso mehr Geduld ist gefragt. Zumindest trifft das bei meiner Tochter zu. Wie also stellt man es an, wenn man selbst übernächtig, müde von der Arbeit oder mit Kopfschmerzen möglichst schnell und ohne übermäßigen Druck zum Ziel kommen möchte? Mit Humor!

Drei Gründe für „ein Löffelchen voll Zucker…“

Nicht, dass wir ein trockener und ernster Haushalt wären; ganz im Gegenteil, bei uns wird geblödelt und gelacht, gespielt und gesungen! Warum braucht man also ein Buch über Kindererziehung wie dieses, das einem im doppelten Sinn „vorschreibt“, wie man sich verhalten soll?

  1. Man erkennt sich in vielen Situationen wieder, und das tut gut.
  2. Bei allem Erfindungsreichtum gehen einem schon mal die Ideen aus, und dann ist es hilfreich, welche parat zu haben.
  3. Es ist ein Buch voller positiver Energie, sodass auch das Lesen Spaß macht. Im selben Boot sitzend, greift Sabine Bohlmann nämlich sehr fantasie- und schwungvoll auf Erfahrungen und Situationen zurück, die sie mit ihren eigenen Kindern erlebt hat.

Schließlich das Wichtigste: Bohlmann betont ganz deutlich, dass es ein Prinzip ist, das nicht aus Prinzip eingehalten werden muss – denn überall gibt es Grenzen und auch uns steht nicht immer der Sinn nach Blödeleien. Abgesehen davon gibt es Dinge, die auch ernsthaft vermittelt werden müssen.

Ganz praktisch: Worum geht’s im Buch?

Bevor Sie mir jedoch denselben Vorwurf machen, ich würde hier nur trockene Theorie liefern, gehe ich gerne auf ein paar Details ein. Das Buch beschreibt viele Lebenslagen; Fragen zur Kindererziehung wie „Womit vertreiben wir uns eine lange Autofahrt?“, „Wie verbringen wir einen langen Regentag?“ oder „Wie beschäftigen sich meine Kinder alleine?“ werden ebenso behandelt wie kreative Bastelideen, die Gestaltung von Kindergeburtstagen und das Management des Haushalts. Alltägliche Lästigkeiten wie Zähneputzen oder Anziehen werden dem Kind schmackhaft gemacht, angespannte Situationen entspannt. Zum Beispiel verblüffte mich, wie einfach es war, meine Tochter eines Morgens von einem schimpfenden Grummelmonster in das gewohnt fröhliche Mädchen zurückzuverwandeln, das sie eigentlich ist. Ich fragte sie einfach, ob sie mit dem falschen Fuß aufgestanden sei. Und ob es nicht einen Versuch wert wäre, zurück ins Bett zu gehen und es noch einmal, diesmal mit dem richtigen, zu versuchen. Und tatsächlich verschwand sie wieder in ihrem Zimmer, um ein zweites Mal aufzustehen! „…und was bitter ist wird süß!“– Diesem Motto schließe ich mich gerne an, zumindest meistens.

 

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EIN ARTIKEL VON
  • Sabine Láng

    Immer schon von der französischen Sprache fasziniert, nützte ich mein Studium der Theaterwissenschaft, um neben Wien auch in Paris zu studieren. Heute kann ich Französisch beruflich nützen. Mein Mann und ich haben die schöne Aufgabe, unsere 3-jährige Tochter an die Musik heranzuführen!


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