11. April 2017

Kinder wollen mithelfen

Kinder wollen mithelfen - meinefamilie.at

Wie schön, dass kleine Kinder Motivation und Tatendrang haben, bei der Arbeit mitzuhelfen. Mit den passenden Rahmenbedingungen und einem kindgerechten Arbeitsplatz kann das erfolgreich verlaufen – auch wenn Eltern ohne Mithilfe schneller wären.

„Mutti, kann ich dir helfen?“ Voll Begeisterung schickt sich Ihr Dreikäsehoch an, kräftig im Teig herumzurühren: „Lass das, das mach ich schon! Du machst dich nur schmutzig“, „Du störst mich. Lass mich in Ruhe arbeiten!“

Wie oft werden kindliche Hilfsangebote, Zeichen von Motivation und Engagement, als Belästigung zurückgewiesen! Wenn Sie dabei auch noch ungehalten und ärgerlich klingen, empfängt Ihr Kind vor allem die Botschaft: „Du bist lästig!“,Ich mag dich nicht!“, „Das kannst du nicht!“

Damit dämpfen Sie nicht nur den kindlichen Eifer, sondern auch das Selbstwertgefühl Ihres Kindes und haben eine wunderbare Gelegenheit versäumt, die Kompetenzen Ihres Kindes zu fördern. Die Freude am Lernen und am Tun geht damit ein Stück verloren.

Viele Eltern wundern sich, warum größere Kinder oft so gar keine Lust haben, mitzuhelfen. Kein Wunder, wenn sie nicht von klein auf erlebt haben, dass Verantwortung im gemeinsamen Miteinander auch Freude machen kann.

Zwischen Überforderung und Übermut

Andererseits überschätzen Erwachsene oft die Fähigkeiten ihrer Kinder. Wenn man ihnen zu viel zumutet, fühlen sie sich überfordert, speziell dann, wenn sie mit dem Ergebnis ihrer Bemühungen zu wenig Beachtung finden. Dann geben sie leicht auf und fühlen sich als Versager. Sie werden „faul“.

Drittes Szenario: Ihr Kind darf nach Herzenslust agieren und experimentieren, hat viel Spaß an der Sache, wird übermütig und hinterlässt Ihnen Chaos und Ärger.

Für die passenden Rahmenbedingungen sorgen

Auf alle Fälle empfehle ich, Eifer und Engagement zu würdigen und nötige Einschränkungen mit Taktgefühl vorzubringen: „Ich finde es schön, dass du mir helfen möchtest. Aber ich habe es eilig und muss jetzt ganz schnell fertig machen. Kannst du bitte stattdessen…“.

Günstiger ist es, wenn Sie Ihre Arbeit so planen, dass das Miteinbeziehen Ihres Kindes möglich wird: Schaffen Sie passende Rahmenbedingungen, respektieren Sie seinen Rhythmus, richten Sie seinen Arbeitsplatz kindgerecht her und geben Sie eine überschaubare Aufgabe mit Erfolgsaussichten und kleinen Steigerungsmöglichkeiten.

Wichtig ist, den Arbeitsgang richtig und rechtzeitig zu beenden. Wird das Kind überdrüssig, so soll es nicht einfach aufspringen und davonlaufen. Bedanken Sie sich und fordern Sie es auf, Gegenstände auf ihren Platz zu räumen, sich selbst und den Arbeitsplatz wieder sauber zu machen. Wird es übermütig (es kleckst den Teig überall hin), ist es ebenfalls angebracht, den Einsatz zu beenden. Jede Leistung verdient Anerkennung und Lob, vor allem das dahinter liegende Engagement. „Schön, dass du so eifrig mitgemacht hast. Aber jetzt müssen wir Schluss machen!“ So sichern Sie Ihrem Kind Erfolgserlebnisse und fördern seine Fähigkeiten.

Ermutigung durch Geduld und Zuwendung

Wenn Ihr Kind Ihnen hilft, dann erwarten Sie nicht, dass seine Leistungen perfekt sind. Wahrscheinlich wären Sie ohne seine Hilfe schneller fertig. Aber vergessen Sie nicht: Es geht um das Tun, um das Üben von Geduld und Aufmerksamkeit. Nur so kann Ihr Kind Freude an der eigenen Leistung, Ordnung und Ausdauer entwickeln und auch das Gefühl erleben, ein nützliches Mitglied der Familie zu sein.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at