7. Juni 2017

Kinder und das liebe Gewand…

Kinder und das liebe Gewand - meinefamilie.at

Über die Herausforderung, vier Kinder mit dem richtigen Gewand auszustatten, das sie tragen wollen, das qualitativ und nachhaltig ist. Wie das Gleichgewicht zwischen neu Gekauftem und lang Getragenem und Second Hand-Kleidung gehalten werden kann.

“Grün, grün, grün ist meine liebste Farbe…”, beginnt ein bekanntes Kinderlied zum Thema Kleidung. Wenn es dabei nur um die Farben ginge! Ehrlich, dieses Thema kostet mich manchmal Nerven, wie wahrscheinlich vielen anderen Mamas auch.

Die ersten Jahre unseres Familienlebens war es praktisch fast kein Thema. Unsere beiden Jungs waren insofern sehr unkompliziert. Ich hatte einige Quellen für übertragene Kleidung und ab und zu gab’s auch was Neues. Kaputte Hosen oder Pullis wurden repariert, danach abgeschnitten. Mir ist Nachhaltigkeit und Effizienz in diesem Bereich sehr wichtig.

Anspruchsvolle Tochter in Sachen Kleidung

An Komplexität gewann das Thema Kleidung eindeutig, als Sara ca. 2,5 Jahre alt war. Sie lernte sehr bald, sich selbst anzukleiden und wusste auch sehr früh, was sie mochte und was nicht. Als einziges Mädchen der Familie wollte ich es ihr natürlich ermöglichen, sich mädchenhaft zu kleiden und war sehr dankbar, als eine Nachbarin mir anbot, uns die Sachen ihrer Tochter zu schenken. Eine Zeit lang war sie damit sehr zufrieden, doch mittlerweile hat sie ganz eigene Vorstellungen davon, was sie “cool” findet und was nicht. Erst waren es Ringelstrumpfhosen in allen Farben, jetzt trägt sie plötzlich nur Leggins.

Natürlich finde ich es gut, dass meine Tochter ihren eigenen Stil und ihre Entfaltung auch in der Mode findet, aber manchmal treibt es mich bis knapp zur Verzweiflung.

Mit ihr habe ich die meisten Diskussionen, was für welchen Anlass tragbar ist. Es gibt Pullis, die sie ständig tragen will und die ich regelrecht in die Wäschekommode schmuggeln muss, um sie zu waschen. Dann gibt es Phasen, in denen sie sich mehrmals täglich umziehen möchte… Ich bin nicht bereit, jede Laune zu ertragen und für jeden wechselnden Gusto Neues zu kaufen. Als Großfamilienmutter muss ich auch wirtschaftlich denken. Manches neue Stück für die Kinder – aber auch für mich selbst – erstehe ich beim Second Hand Shop. Was “Neues” muss nicht unbedingt direkt aus der Fabrik sein!

Qualität hat Vorrang

Ich lege großen Wert auf Qualität der Kleidung. Es müssen keine bestimmten Marken sein, aber das Material und die Verarbeitung sollten stimmen. Besonders bei Babysachen habe ich bewusst gute Qualität gekauft und manche Stücke auch wirklich für alle vier Kinder verwenden können. Natürlich habe ich auch viel ausgeborgt. Die Sachen für die ganz Kleinen werden nur kurz getragen.

Doch nicht nur die Qualität sollte passen, auch die Art der Kleidung. Es gibt gewisse Schnitte oder Aufdrucke, die ich nicht haben möchte. Ich persönlich kleide mich in der Freizeit gerne sportlich-leger, in der Arbeit eher verspielt-elegant, durchaus auch in kräftigen Farben. Manchmal trage ich auch T-Shirts mit Aufdrucken, doch ich achte immer sehr auf deren Botschaft.

Ein T-Shirt mit Totenkopf oder anderen negativen Symbolen ist für mich ein No-Go.

Das vermittle ich auch unseren Kindern. Ich mag nette, frische, durchaus freche Motive, aber keine Monster auf ihren Pullis. Schließlich muss ich das den ganzen Tag lang ansehen!

Die Herausforderung, Kinderkleidung zu koordinieren

Unsere Großen haben da schon ein wenig mehr Freiheit. Mittlerweile sind sie auch schon wählerischer geworden, was Kleidung betrifft. Der Jüngere trägt nicht mehr automatisch die Sachen seines Bruders. Das stellt mich, als die Hauptverantwortliche für Kinderkleidung in der Familie, immer wieder vor große Herausforderungen. Eigentlich sollte ich eine Auszeichnung dafür bekommen! Ich frage mich oft: Was soll ich aufheben und was nicht? Benni will einen Pulli von Fritz nicht tragen, aber vielleicht Gregor später? Unser Jüngster weigert sich momentan, Jeans zu tragen und läuft lieber in Jogginghosen herum. Wozu also alle Jeans der Brüder aufheben? Für den Tag, an dem er vielleicht seine Meinung ändert? Der Stauraum in unserem Keller ist begrenzt und ich sortiere unser reichhaltiges Kleider- und Schuhlager immer wieder durch. Manches verborge ich auch an Bekannte, verschenke es an andere Mütter oder bringe es zum Second Hand Shop. Manches wandert auch in die Flohmarktkiste. Nur wirklich Kaputtes kommt in den Müll. Das ist das Ende vom Lied…tja…vom lieben Gewand kann ich wirklich ein Lied singen!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester sozial in Indien tätig. Jetzt unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin als Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk tätig.


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