31. Mai 2017

Kinder in Problemlösungen einbeziehen

Kinder in Problemlösungen einbeziehen - meinefamilie.at

Kinder schätzen es, wenn Eltern nicht komplette Spielverderber sind und sofort bestrafen, sondern versuchen, mit ihnen gemeinsame Lösungen zu finden.

Die vierjährigen Zwillinge Udo und Sven lieben es, mit ihrem Go-Kart gegen den Gartenzaun zu fahren. Die Ermahnungen der Mutter, mit der Zeit könnten sie diesen beschädigen, stoßen auf taube Ohren. Auf Drohungen wie „Wenn du nicht sofort aufhörst, nehm ich ihn dir weg!“, reagieren sie mit „Mir doch egal!“

Die Mutter spürt, dass jede weitere Drohung gar nichts bringt, außer dass sie damit den „Sturschädl“ ihrer beiden lebhaften Söhne, die sich im Übrigen zu Hause „sauwohl“  fühlen und im Kindergarten bestens integriert sind, nur weiter anstachelt. Zu Strafen mit drakonischer Härte will sie nicht greifen, hilflos bleiben auch nicht.

Warum logische Begründungen auf taube Ohren stoßen

Auch wenn die Kleinen die Argumente der Mutter sehr wohl verstehen, emotional prallen sie bei ihnen ab. Deshalb muss man mit Verständnis statt mit der Logik beginnen, dass es einfach Spaß machen muss, den Gartenzaun immer wieder zu testen. Dem können die Burschen sicher zustimmen. Dann erst ist das Argument zu wiederholen, mit dem suggestiven Zusatz: „Ihr wollt doch sicher nicht, dass der Zaun kaputt geht, oder?“ Auch dafür werden sie bestimmt zu haben sein. Nun können wir sie in die Problemlösung und Verantwortung einbeziehen: „Macht ihr mir doch einen Vorschlag, damit ich nicht dauernd keppeln muss!“

Einer kurzen Verhandlungsphase folgt eine konkrete Vereinbarung. Ein möglicher Vorschlag der Eltern: Jeder hat pro Tag einen Angriff frei. Beim zweiten wird der Go-Kart kommentarlos eingezogen. Die Söhne werden es zu schätzen wissen, ihre Eltern nicht als totale Spielverderber zu erleben und sich freiwillig einschränken.

Es ist erwiesen: Kinder, die in Problemlösungen einbezogen werden, zeigen mehr Verantwortung, weil sie sich geehrt fühlen. Wirkungsvoll ist auch: „Ich vertraue darauf, dass ihr euch an euer Versprechen haltet, auch wenn ich nicht dabei bin!“

Wann Taten statt Worte gefragt sind

Ist die Konsequenz „wegnehmen“ erforderlich, dann ist es wichtig, ohne weitere Erklärungen zu handeln, denn jedes „Zerreden“ stachelt den verbalen „Schlagabtausch“ nur an. Taten statt Worte sind gefragt. Schließlich wollen sich auch Kinder keine Blöße geben, darum reagieren sie oft mit kecken Sprüchen. Auch wenn sie anfangs murren: Die Einsicht wächst still in ihrem Herzen, denn sie lieben ihre Eltern gerade auch wegen ihrer Konsequenz.

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