18. Februar 2016

Kinder für Umweltschutz begeistern

Kinder für Umweltschutz begeistern - meinefamilie.at

Um meine Kinder zum Umweltschutz zu erziehen, machen wir als „Umweltpolizisten“ regelmäßig Expeditionen, um Müll einzusammeln. Das macht Spaß und Sinn!

Mir persönlich ist es ein großes Anliegen, dass unsere Kinder nicht nur mit ihren Mitmenschen achtsam umgehen, sondern auch mit unserer Umwelt generell. Ich bin eine große Naturliebhaberin und sehr viel draußen unterwegs. Meine Grundeinstellung ist beim Spazierengehen wie beim Wandern die, dass man immer alles wieder mitnehmen soll, was man auf den Berg, in den Wald oder zum Fluss trägt. Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie Menschen auf die Idee kommen, einfach achtlos ihren Müll wegzuwerfen, wo immer sie gerade sind.

Wir haben als „Gäste auf dieser Erde“, wie Heini Staudinger es so treffend bezeichnet, die Verantwortung dafür, wie wir sie für unsere Nachkommen hinterlassen.

Genug damit, dass wir so viel Müll produzieren. Aber ihn überall herumliegen zu lassen muss nun wirklich nicht sein!

Wir sind alle für Umweltschutz zuständig

Dabei geht es nicht darum, mich einfach nur darüber aufzuregen und die „Zuständigen“ aufzuklopfen. Ich finde, zuständig sind wir alle. Wenn viele Leute das für ganz selbstverständlich halten würden, wäre das gar kein großes Thema mehr. Ich weiß, es gibt jedes Jahr organisierte Ufersäuberungsaktionen. Das ist toll! Aber sonst wird leider oft einfach weggeschaut. Die Gleichgültigkeit ist, wie bei vielen anderen Themen, das eigentliche Problem.

Und das möchte ich unseren Kindern mitgeben: Egal, ob es nun unser Job ist oder nicht – wir tun, was uns möglich ist. Wir schauen nicht weg und räumen den Müll anderer einfach weg. Basta.

Um dieses Bewusstsein bei unseren Kindern zu schärfen, nehme ich sie immer mal wieder mit auf meine Streifzüge und wir erleben dabei jede Menge Spannendes. In weiser Voraussicht hab ich meist ein großes  Plastiksackerl dabei, denn man weiß ja nie, was man so alles finden wird.

Kinder für Umweltschutz begeistern: Umwelt-Expeditionen

Unsere großen Jungs lassen sich nicht mehr so leicht für meine „Umwelt-Expeditionen“ begeistern, sie haben schon genug davon erlebt und sind schon selbständig unterwegs. Bei ihnen ist die Botschaft gut angekommen und sie bücken sich fast jedes Mal, wenn sie Müll auf dem Gehsteig oder am Wegrand sehen. Unsere beiden „Kleinen“, Sara (6) und Gregor (4) freuen sich sowieso über jeden Ausflug und bekommen leuchtende Augen, wenn ich ihnen einen gemeinsamen Müll-Spaziergang ankündige.

Ausgerüstet mit getrockneten Brotresten und Eierschalen (zwecks Recycling) starten wir los. Zuerst wollen wir Enten füttern gehen. Dazu marschieren wir ein paar Minuten bis zum Ufer der Erlauf und halten Ausschau nach den hungrigen Vögeln. Da sie sich ein Stück flussabwärts aufhalten, wandern wir am Flussufer entlang. Da finden wir auch schon den ersten Müll. Achtlos weggeworfene Plastikflaschen, Aludosen, Zigarettenschachteln säumen unseren Weg. „So geht das aber nicht!“, rufen wir empört und nehmen alles mit bis zum nächsten Mülleimer. Den Kindern entgeht auch wirklich nichts und sie sausen eifrig hin und her.

Die Müllsammelaktion macht ihnen Spaß. Sie spüren den Sinn des Ganzen.

Ich bereue schon, keine Handschuhe dabeizuhaben, denn manches ist mit bloßen Händen etwas ekelig anzugreifen. Nichtsdestotrotz räumen wir alles weg, was wir finden. Als wir bei den Enten ankommen, sind wir dankbar für eine kleine Verschnaufpause. Begeistert werfen Sara und Gregor die Brotstücke ins Wasser. Am Ufer finden wir noch Reste von Feuerwerkskörpern und Faschingsgirlanden. Ab in den Müll damit!

Unser letzter Programmpunkt ist ein Besuch in der Nachbarschaft, wo wir den eifrig pickenden Hühnern unsere zerkleinerten Eierschalen vor die Schnäbel streuen. Wieder etwas Müll sinnvoll losgeworden. Mit einem wirklich guten Gefühl kehren wir müde heim und beschließen, so etwas bald wieder zu machen. Und wehe dem, der vor unseren Augen achtlos seine Zigarettenschachtel fallenlässt! Zwei kleine, aber strenge Umweltpolizisten werden ihm genau sagen, wo das hingehört!

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at