7. Dezember 2016

Innerlich „Stopp“ sagen

Mutter Stopp sagen - meinefamilie.at

Ein guter Weg, um mit den kritischen Situationen des Erziehungsalltags zurechtzukommen: sich innerlich das Zauberwort „Stopp“ zu sagen. Und ruhig zu bleiben.

Mutter Stopp sagen - meinefamilie.atKennen Sie das? Das wollten Sie nie tun, niemals. Und plötzlich merken Sie: Ich habe es getan oder ich bin gerade dabei, es zu tun… Ich schreie mein Kind an, hysterisch, laut, aggressiv. Es hilft zwar nicht. Es hat noch nie geholfen. Aber ich kann gerade nicht anders.

Ihr Gehirn verarbeitet jeden Reiz von außen binnen 230 Millisekunden und trifft eine Entscheidung. Zum Beispiel in folgender Situation: Sie haben Ihr Kind schon etliche Male gebeten, nicht auf den Sessel zu klettern. Haben ihm erklärt, dass es runterfallen und sich dabei verletzen könnte. Es hört aber nicht auf Ihre Worte und versucht wieder und wieder allein den Sessel zu erklimmen. Und irgendwann ist Ihre Geduld am Ende und Sie beginnen sich zu ärgern, denn Sie haben Angst um Ihr Kind und wissen sich im Moment nicht zu helfen.

Ihr Gehirn entscheidet nun in Millisekunden und meint: „Schreien hilft jetzt“. Das stimmt auch, denn Sie haben Angst und da ist schreien oft das Mittel der Wahl, nur hilft es in dieser Situation weder Ihrem Kind noch führt es zu dem von Ihnen gewünschten Ergebnis. Sie haben aber keine Chance, in dieser kurzen Zeit bewusst einzugreifen.

Innerlich Stopp sagen

Zwischen der Entscheidung und der Ausführung ist aber etwas mehr Zeit, denn um schreien zu können, müssen Sie vorher tief einatmen. Und genau diesen Atemzug können Sie nutzen um innerlich „Stopp“ zu sagen. Klar und bestimmt als Aufforderung an Sie selbst. Dann atmen Sie dreimal ganz tief durch, konzentrieren sich auf Ihren Atem und denken bei jedem Ein- und Ausatmen: „Ich bin völlig ruhig und entspannt“.

Wenn Sie wieder ruhiger sind, überlegen Sie, was Sie tun können.

Es wird Ihnen etwas einfallen, denn der Teil Ihres Gehirns, der für Kreativität und Lösungen zuständig ist, kann wieder ungehindert arbeiten, sobald Sie entspannt sind.

Falls es einmal nicht gelingt, ist es auch völlig ok. Es geht nicht darum, sofort perfekt zu sein. Für nachhaltige Änderungen braucht unser Gehirn viele Wiederholungen. Geben Sie sich Zeit zum Üben, haben Sie Geduld und ärgern Sie sich nicht, falls es nicht gleich klappt, denn damit würden Sie Ihrem in dieser Situation schon vorhandenen Ärger noch eines draufsetzen.

Mit Übung die Reaktion angewöhnen

Auch dieser eine Atemzug ist wenig Zeit, daher ist die erste Herausforderung, diesen Moment zu „erwischen“. Je früher Sie erkennen, dass Sie sich zu ärgern beginnen, desto eher können sie „Stopp“ sagen. Mit etwas Übung gelingt es immer öfter, diese „automatische“ Reaktion bewusst wahrzunehmen und zu verändern.

Falls die Möglichkeit besteht, können Sie auch kurz in ein anderes Zimmer gehen, sich hinsetzen und ein paar Mal tief durchatmen (die Toilette ist z.B. ein guter Ort dafür ;-)). Denken Sie solange den Satz „Ich bin völlig ruhig und entspannt“, bis Sie merken, dass Sie ruhiger werden und sich die Anspannung in Ihrem Körper löst. Sie können sich noch zusätzlich an eine Situation aus der Vergangenheit erinnern, in welcher Sie sich so richtig wohlgefühlt haben. Das macht es noch leichter, wieder Ruhe einkehren zu lassen.

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