16. Juni 2017

Stadt oder Land – wo lebt es sich besser als Familie?

Stadt oder Land - wo lebt es sich besser mit Familie - meinefamilie.at

Wir genießen die Vorteile des Familienlebens in der Stadt – und doch bin ich immer wieder auf der Suche nach dem Traumhaus am Land. Doch bei der Frage, ob wir als Familie besser in der Stadt oder am Land leben, habe ich gelernt: Unser Familienglück hängt nicht vom Wohnort ab.

Frühling und Sommer ziehen ins Land, und mich beschäftigt wieder einmal ein Thema: Sollten wir nicht doch aufs Land ziehen? Wäre nicht ein eigener Garten ein Hit für die Kinder? Das wäre doch was: Tür auf, Kinder raus ins Grüne. Ohne sich über rasende Autos oder randalierende Großstadtjugendliche Sorgen zu machen. In der lauen Sommernacht mit einem Glas Wein unterm eigenen Kirschbaum sitzen. Chillige Grillpartys veranstalten. Eigenes Gemüse hinterm Haus anpflanzen. Hach! Und dann durchstöbere ich die Immobilienangebote im Internet, hoffend unser Traumhaus zu einem Traumpreis zu finden.

Was ist das gute Leben?

Wo und wie man als Familie besser und glücklicher lebt – in einer Wohnung oder im Haus, in der Groß- oder Kleinstadt oder dort, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen -, beschäftigt uns Eltern eben. Das zeigt eine schnelle Internetrecherche zum Thema. Die Zeit widmet sich der Frage genauso wie die Presse, in Internetforen wird dazu heftig diskutiert.

Es geht dabei nicht bloß um Geschmäcker, sondern um grundsätzliche Fragen wie „Was ist das gute Leben?“ „Was macht uns und unsere Kinder glücklich?“ „Wie können wir uns am besten entfalten?“

Dazu kommt, dass wir Eltern von heute alles richtig machen wollen. Der richtige Kinderwagen, der richtige Kindergarten, der richtige Wohnort sollen es sein.

Ich lebe gerne in Wien

Hat sich in mir zu viel Unzufriedenheit breit gemacht, weil ich mir wieder einmal das wünsche, was ich nicht habe, rufe ich am besten „Stopp!“ zu meinen unruhigen Gedanken. Ich erinnere mich daran, dass ich mit meiner Familie eigentlich sehr gerne in Wien lebe. Ich mag unsere Wohnung. Wir haben nette Nachbarn, auf dem Spielplatz ist immer was los und die Kinder toben mit ihren Spielkameraden bei uns in der Wohnanlage herum. Und das Beste: Direkt neben unserem Haus gibt es einen kleinen Wald. Einen, der zwar – weil Erholungsgebiet für alle erschöpften Wiener – nachts gesperrt ist. Aber immerhin, ein echter Wald, in dem es viele Eichhörnchen und einige Rehe gibt.

Und eines habe ich mittlerweile gelernt: Ob unsere Kinder glücklich sind, hängt nicht in erster Linie davon ab, ob sie wild durch den Wald stromern oder interessiert die Museen der Stadt erkunden.

Unsere Aufgabe als Eltern ist es, ein Heim zu schaffen, in dem sie Liebe und Geborgenheit erfahren. Egal wo.

Der Wohnort hat mit Familienglück letztlich genauso wenig zu tun wie die Größe unseres Autos oder die Anzahl unserer Urlaube pro Jahr.

Die schönen Seiten am Stadtleben

Ich will hier weder ein Plädoyer für das tolle Stadtleben halten, noch allzu sehnsuchtsvoll das Landleben preisen. Ich will aber das Gute sehen, das mir unsere Situation, so wie sie jetzt ist, bietet. Und das ist viel:

  • Der Arbeitsplatz meines Mannes ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut und schnell erreichbar. So geht nicht viel unserer Familienzeit für’s Pendeln in die Arbeit drauf.
  • Wien bietet für Kinder und Familien ein unerschöpfliches Freizeitangebot. Neben vielen Grünflächen in Parks, in Erholungsgebieten wie dem Prater oder am Stadtrand, gibt es viele Veranstaltungen und Museen. Ich bin ein Fan von wienXtra – viele Veranstaltungen sind kostenlos!
  • Stadtkinder können sehr naturverbunden aufwachsen, ebenso wie Kinder auf dem Land mehr Zeit vor dem Computerbildschirm als im Wald verbringen können. Und umgekehrt! Natur erleben unsere Kinder im Wald nebenan, bei unseren Ausflügen ins Grüne, im Sommer beim Urlaub auf dem Bauernhof oder bei den Großeltern auf dem Land.

Im Moment leben wir in der Großstadt. Vieles genießen wir, auf vieles könnten wir getrost verzichten. Vielleicht ziehen wir irgendwann auf’s Land, vielleicht bleiben wir für immer in unserer Wiener Wohnung. Derweil wird es immer wieder Phasen geben, in denen ich mich durch Hausangebote auf Immobilienplattformen klicke. Auf der Suche nach dem Traumhaus. Ein Bauernhof hinterm Stephansdom. Ja, das wär’s!

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EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren drei kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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