11. Januar 2017

“Papa, du hast ihn kaputt gemacht!”

Familienessen, Hamburger kaputt gemacht, Erziehungsalltag - meinefamilie.at

Die Eltern meinen es gut, entscheiden für das Kind – und das protestiert. Wenn der Papa den Hamburger schneidet und das Kind ihn dann nicht essen möchte, geht es um viel mehr als den Hamburger. Es geht um die Würde des Kindes.

Story frei nach Craig Hill „Die ewigen Wege“: Nach der Sonntagsmesse kehrte der Vater mit seinem 4-jährigen Sohn ins Restaurant zum Mittagessen ein. Klein Richard bestellte einen Hamburger. Da dieser zu groß für ihn war, zerschnitt ihn der Vater: „Da, jetzt kannst du ihn leichter essen!“ Tränen liefen Richard aus den Augen: „Du hast ihn kaputt gemacht! Ich werde ihn nicht essen. Familienessen, Hamburger kaputt gemacht, Erziehungsalltag - meinefamilie.atMach ihn wieder ganz, Papa!“ – „Das geht nicht!“ Der Vater versuchte, Richard davon zu überzeugen, dass der Hamburger so viel besser zu essen sei. Es half weder bitten noch drohen. Nachgeben? Hart durchgreifen? Richard war keinen vernünftigen Erklärungen zugänglich. Er war blockiert, in einer Mischung aus Verzweiflung und Trotz. Nach einem Stoßgebet hatte der Vater eine Idee.

Die Würde des Kindes achten

In Wirklichkeit ging es gar nicht um den Hamburger, es ging um Richards Wert als Person. Der Vater hatte über seinen Kopf hinweg entschieden und gehandelt, ohne ihn zu fragen. Richard fühlte sich ignoriert, bevormundet, klein gemacht. Als er Richards Essen zerteilte, war er nicht höflich genug, ihm vorher mitzuteilen, was er vorhatte, hatte den Teller einfach wie seinen eigenen behandelt.

Kinder haben ein intuitives Gespür für ihre Würde.

Als Richard protestierte, hatte der Vater noch immer nicht die Gefühle des Kindes ernst genommen, so als hätten sie keine Bedeutung. Er war zwar im Recht, doch Richard empfand ihn als willkürlich, lieblos und autoritär.

Sich entschuldigen kann Größe bedeuten

Deshalb entschuldigte sich der Vater bei Richard: „Es tut mir leid, ich habe einfach gehandelt ohne dich zu fragen. Wenn du willst, bestellen wir einen neuen Hamburger.“ Da ging ein Leuchten über Richards Gesicht. Er meinte plötzlich erstaunlich vernünftig: „Nein Papa, das ist nicht nötig. Du hast ja Recht. So kann ich ihn viel leichter essen!“ Der Vater staunte. Der Schlüssel zum Herzen seines Sohnes war es, seine Person und seine Gefühle zu würdigen.

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