22. September 2016

Großeltern und Enkelkinder – ein starkes Team

Großeltern und Enkelkinder - meinefamilie.at

Immer wieder entdecken meine Frau und ich, wie wichtig unsere Beziehungen als Großeltern für unsere Enkel sind. Inzwischen sind wir mit ihnen ein ganz besonderes Team geworden. Die Freude ist immer groß, wenn die Kinder bei Oma und Opa zu Besuch kommen. Dann heißt es, mit ganzem Herzen für sie da zu sein.

Also lege ich all meine Pläne für das neue Buch einen Tag lang auf die Seite und öffne Herz und Hände für meine Enkel. Dabei haben sich bei uns ganz bestimmte Rituale herausgebildet.

Basteln mit Opa

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Mirell zeigt stolz ihren gebastelten Bär.

Erstes Ritual: basteln. Und schon geht es los: „Opa, ich möchte heute mit dir eine Sonne basteln“, ruft mir die sechsjährige Mirell schon an der Tür zu. „Und ich möchte mit dir einen Löwen basteln“, macht sich der siebenjährige Michael lautstark bemerkbar.

Oma hat schon in weiser Voraussicht im Papierwarenladen Leim, bunte Kartons und Farbstifte besorgt. Dann kann es ja losgehen: Mirell sitzt auf Opas linkem Bein, Michael auf dem rechten. Wer ist zuerst an der Reihe? Michael, der ältere Bruder, zeigt sich heute ausnahmsweise als Kavalier und lässt seiner kleiner Schwestern den Vorrang. Das letzte Mal gab es ja ein ziemliches Gerangel um den ersten Platz, sodass ich mit einem klaren Machtwort einschreiten musste: „Wenn ihr miteinander streitet, können wir am Ende überhaupt nichts basteln!“ – „Wahrscheinlich haben die beiden daraus eine Lehre gezogen“, stelle ich mit einem inneren Schmunzeln fest. Nun ist es wichtig, dass Opa möglichst den Kleinen ihre Kreativität beim Ausschneiden, Malen und Zusammenkleben zur Entfaltung bringen hilft.  Sie müssen ja nicht „perfekt“ basteln. Ich gebe ihnen meine Vorlagen nur als Anhaltspunkt. Dann lasse ich ihrer Fantasie und ihrem Einfallsreichtum freien Lauf. Dabei haben die Kleinen gelernt, sich zu konzentrieren, praktische Fähigkeiten zu entwickeln und das Gefühl, „schöne“ Dinge selbst zu schaffen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein.

Die Kinder sollen erleben: Die Sonne, den Löwen habe ich ganz allein gebastelt.

Diese Trophäen bekommen dann einen ganz besonderen Platz im Kinderzimmer. Gleichzeitig können wir Großeltern auch so manches von ihnen lernen, indem unsere Enkel überall Neues entdecken, was wir gar nicht wahrgenommen hätten.

Spiele mit Oma und Opa

Zweites Ritual: Spiele. Je attraktiver diese sind, umso lieber werden sie in Angriff genommen: Mensch ärgere dich nicht, Schwarzer Peter, Schere-Stein-Papier, Ich sehe was, das du nicht siehst, alle möglichen Würfelspiele aus der Spielkiste. Dabei wird die ganze Familie mit hineingenommen, auch die Oma, die sich ab und zu vom Küchenherd wegstehlen muss. Auch der Papa, der nur kurz vorbeischauen wollte und eigentlich mit seinen Kunden geschäftlich am Smartphone chatten möchte. Natürlich der Opa und auch Gäste, die gerade in der Familie anwesend sind. Im Spiel erleben die Kinder, das es im Leben nicht immer Gewinner gibt. Auch Verlieren muss gelernt sein.

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Drittes Ritual: Mittagessen. Die Enkelkinder haben schon einige Tage zuvor bei Oma ihr Lieblingsgericht bestellt: Spaghetti mit Hackfleisch und viel Tomatensoße. Mirell und Michael packen in der Vorbereitung voller Eifer fest mit an: die Karotten mit den Äpfel in den Entsafter stecken und durchzischen lassen. Den Tisch decken und nicht vergessen, neben jeden Teller eine bunte Tierserviette zu legen. Opa sorgt dafür, dass  die Familientraditionen gepflegt werden und erinnert daran, dass wir das Mittagessen mit einem Gebet beginnen wollen. Wir haben einen Gebetswürfel mit kurzen Tischgebeten. Wenn Mirell würfelt, dann darf Michael das Gebet sprechen mit dem gemeinsamen Abschluss, wobei wir uns die Hände halten: „Bitte, Jesus, Frieden in unserem Land, wo du geboren bist!“

Unsere Enkelkinder strotzen oft so von Wissbegierde, Spontanität, Lebenslust und Unternehmungsgeist. Durch gemeinsame Stunden mit ihnen bleiben wir aktiv, jung und geistig fit. Wir werden selbst zum Nachdenken angeregt, dürfen nochmal von ihren Eltern familiäre Verantwortung übernehmen, werden geschätzt und geliebt.

Und wenn es dann beim Abschied heißt: „Bei Oma und Opa ist es am schönsten“, dann sind wir jene, die am reichsten beschenkt wurden.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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