30. Juli 2017

Ferientage mit Opa und Oma

Ferientage mit Opa und Oma - meinefamilie.at

Wenn die Großeltern eine besondere Woche mit ihren Enkeln verbringen, ist sie voll mit Ausflügen und viel gemeinsamer Zeit.

Endlich ist es soweit. Bald sehen wir unsere Salzburger Enkelkinder Elias und Naomi nicht mehr nur per Skype. Schon am Flughafen in München werden wir von unserem Enkel mit seinem Papa Emmanuel empfangen. Der dreijährige Elias hält ein großes Poster in der Hand: „Herzlich willkommen, liebste Oma und Opa“. Im Kürze werden wir auch die einjährige Naomi in die Arme schließen. Obwohl sie uns auf dem Bildschirm immer freundlich zugelächelt hatte, beginnt sie doch jetzt von Angesicht zu Angesicht zu fremdeln. Ich lasse mir einen Trick einfallen und werfe ihr den Ball zu. Sie kickt ihn zum mir zurück. So entsteht der erste erfolgreiche Annäherungsversuch. Als ich dann noch ihren Papa fest umarme, ist das Eis endgültig gebrochen. Sie lässt sich bereitwillig mit einem schmatzigen Kuss an mich drücken. Oma hat im Handumdrehen mit ein paar Kinderlieder schnell die Herzen unserer Enkel erobert.

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Der dreijährige Elias zeigt mir stolz seine Bücherecke. Und schon darf ich ihm seine Lieblingsgeschichte von der gefräßigen Raupe vorlesen, die sich bald zu einem wunderschönen, bunten Schmetterling entpuppt. Da ihm die Geschichte sooo gut gefällt, soll ich sie ihm wieder und immer wieder zum Besten geben, obwohl er sie fast auswendig kann.

Wertvolle Familienzeit

Und schon kommt die nächste Überraschung: Die Nachbarin unseres Sohnes, Irmgard Zell, hat uns ihre Gästewohnung, direkt einen Stock tiefer angeboten. Voller Dankbarkeit nehmen wir diese großzügige Geste an. Die 85-Jährige strahlt voller Lebenskraft und spiegelt für uns so etwas wie eine ewige Jugend wieder. Schon am frühen Morgen holen wir unsere Enkelkinder herunter und spielen mit ihnen, bis die Eltern das gemeinsame Frühstück bereitet haben. Am Abend hat Papa Emmanuel den genialen Einfall, auf meinen Wunsch hin ein kühles Bier am Seil von seinem Balkon zu uns herunterzulassen.

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Oma Louisa und Enkelin Naomi erleben zusammen ein Stück Paradies im idyllischen Bluntautal. © Fleckenstein

Am nächsten Tag starten wir mit einem Ausflug zum Mattsee, nur 18 km vor den Toren der Festspielstadt Salzburg. Wir mieten uns bei Steiner Nautic ein kleines Elektroboot, sodass wir die Ausfahrt hautnah erleben. Schon starten wir quer über den See ans andere Ufer. Enkel Elias ist der Steuermann neben Papa, seinem Assistenten. Wir lehnen uns bequem zurück und genießen die unberührte Natur. Umrundet von den noch zwei anderen Seen, dem Obertrumer- und dem Grabensee liegt dieser zauberhafte Ort im Herzen des Salzburger Landes. Eine wunderschöne Bucht lädt uns zum Verweilen ein. Wir schleifen das Boot ans Ufer und dann geht es hinein ins kühle Nass. Elias schwimmt auf dem Rücken von Papa und die kleine Naomi quietscht vor Freude, als sie Mama Kathi ins Wasser taucht. Oma Louisa schießt ein Erinnerungsfoto nach dem anderen. Als ich aus dem Wasser steige, sehe ich, dass ich mir an einer Felskante das rechte Knie etwas abgeschürft habe.

Elias stellt mit Kennermine fest: „Opa, da hat dich ein Haifisch gekitzelt.“

In der natürlichen Schönheit unterwegs

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Bei einem Altersunterschied zwischen einem und fünfundachtzig Jahren umrunden wir die herrliche Landschaft am Chiemsee. © Fleckenstein

Für den nächsten Tag hat Papa Emmanuel einen Ausflug in das Naturschutzgebiet Bluntautal ausgewählt. Wir sind überwältigt von der natürlichen Schönheit. Sicherlich einer der bezauberndsten Flecken des Salzburger Landes. Im glasklaren Wasser der Torrener Ache, umrandet von weitläufigen Wiesen, tummeln sich Bachforellen. Auf Schotterwegen wandern wir mit Naomi im Kinderwagen und Elias an dem Händen von Oma und Opa durch das wildromantische Tal, bis wir nach einer knappen Stunde die tiefgrünen Seen erblicken. Auf einer der zahlreichen Bänken entspannen wir uns und genießen den Ausblick auf das Bergpanorama. Die Kinder lieben es, die Entenfamilien mit Brot zu füttern. Der Weg führt weiter vorbei an moosbewachsenen Felsen und duftenden Blumen. Das Wasser eines Baches schlängelt sich durch die paradiesische Landschaft. Eine Stelle ist als Kneipp-Anlage und Augenweide zum Nulltarif eingerichtet. An diesem heißen Tag eine willkommene Abkühlung für unsere müden Füße in dem sprudelnden, eiskalten Gebirgsbach. Als dann am Ende unserer Rundwanderung Elias eine kleine Wassermühle entdeckt, ist seine Freude vollkommen. Wir können uns nur mit Mühe von diesem einmaligen Tal losreißen.

Östlich von Salzburg erhebt sich der Gaisberg. „Ein wahres Eldorado für Freizeitsportler, Wanderer und Naturliebhaber“, erklärt uns Emmanuel. Mit dem Auto geht es in Serpentinen auf einer der schönsten Mittelgebirgsstraßen Europas hinauf auf den Gipfel des Berges. Papa Emmanuel scheint uns durch seine rasante Fahrweise an das jährlich stattfindende Gaisbergrennen für historische Automobile erinnern zu wollen, während Mama Kathi eher für eine gemütliche Bergauffahrt plädiert.

Neben dem großen Gaisberg-Rundwanderweg drehen wir oben auf dem Gipfel eine kleine Runde. Diesmal marschiert Naomi zwischen Oma und Opa Händchen haltend tapfer mit. Ihr Bruder hockt im Reitersitz auf Emmanuels Schultern. Wir stehen an der südlichen Absprungstelle der Paragleiter. Dort oben bietet sich uns ein wunderbarer Rundblick über die Stadt Salzburg bis zum Chiemsee. Auf dem Weg zum Parkplatz macht uns Elias auf den 100 Meter hohen Sendemast des ORF Landesstudios Salzburg aufmerksam und bezeichnet ihn als seinen „Leuchtturm“.

Eine Woche mit den Enkeln

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Nach den ersten vorsichtigen Annäherungsversuchen lässt sich Naomi gerne in die Arme von Opa Karl-Heinz schließen. © Fleckenstein

Unser nächster Ausflug ist die Fraueninsel. Von Gstad fahren wir mit der Fähre über den Chiemsee zu einer der ältesten Kulturstätte der Gegend. Dort besuchen wir den Wallfahrtsort zur seligen Irmengard mit ihrem berühmten Benediktinerinnenkloster Frauenwörth. Wir spüren, wie diese herrliche Stätte immer noch eine besondere Ausstrahlung und Anziehungskraft auf die Menschen ausübt. Im Klosterladen darf sich Elias zwei Kinder-Bilder-Bücher aussuchen. Er kann es kaum erwarten, bis Oma ihm diese lustigen Tiergeschichten vorliest. Diesmal ist auch Irmgard Zell mit dabei. In 30 Minuten gelingt es uns bei einem Altersunterschied zwischen einem und fünfundachtzig Jahren den 1,5 Kilometer langen, bequemem Uferweg zu umgehen. Das ist Romantik pur! Beim Klosterwirt werden wir herzlich willkommen geheißen. Die Küchenbrigade präsentiert die schmackhaftesten Gerichte für uns Feinschmecker. Mit dem Blick in die Ferne lässt das klare Licht die Berge zum Greifen nah erscheinen. Erholung für Leib und Seele.

Das Abschiedsfrühstück „early bird“ mit allem, was das Herz begehrt, zelebrieren wir auf dem Mönchsberg mit einem atemberaubenden Blick auf die Mozartstadt über den Dächern Salzburgs.

Die knappe Woche bei unseren Enkeln ist wie im Flug vergangen. Jeder Tag war ein gemeinsames Abenteuer. Für immer werden wir diese kostbare Zeit in dankbarer Erinnerung behalten.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe aus Deutschland ins Heilige Land führte, fand ich meine zukünftige Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe, Reiseleiter und Schriftsteller fand ich in der Heimat Jesu auch meine “wahre” Heimat.


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