9. Dezember 2014

Familienregeln helfen der Harmonie


Familienregeln sind kein Allheilmittel für die Harmonie in der Familie. Sie leisten aber einen wichtigen Beitrag für ein friedliches Miteinander

Uns war rasch klar, dass wir als Familie „Regeln“ brauchen – nur so ist ein weitgehend reibungsloses Miteinander möglich. Viel schwieriger war aber für uns die Frage, wie diese Familienregeln aussehen sollen. Einerseits wollten wir unseren Kindern zeigen, wie wir miteinander umgehen wollen/sollen, andererseits wollen wir unseren Kindern Freiraum für ihre Entwicklung lassen.

So haben sich mein Mann und ich zusammengesetzt und das Thema erst einmal grundsätzlich diskutiert. Da unsere Kinder einfach noch zu klein sind, haben wir sie in diese Diskussion noch nicht eingebunden. Da sich jedoch Regeln mit dem Alter der Kinder ändern, werden wir sicherlich auch eines Tages unsere Kinder einladen, mit uns darüber zu sprechen.

Gemeinsam sind wir stark

Das war eine der ersten Grundsätze, die wir für uns gefunden haben. Es ist einfach wichtig, dass jeder seinen Beitrag leistet, damit wir den Alltag harmonischer gestalten können.

Das gemeinsame Erstellen von Familienregeln ist hier sehr hilfreich und auch kleinere Kinder können hier bereits ihren Beitrag liefern – beispielsweise durch eine Zeichnung.

Ein harmonisches Miteinander in der Familie möchte jeder und darum ist es wichtig, dass jeder seinen Beitrag dazu leistet. Eine Familienordnung ist sicher kein Allheilmittel, kann aber für Harmonie einiges beitragen. Diese sollte aber wenn möglich mit allen Familienmitgliedern erstellt werden. Kinder können ihren Beitrag zum Beispiel durch Zeichnungen oder Fotos hinzufügen. Halten Sie auch wirklich alle Wünsche fest – auch wenn sie noch so trivial klingen mögen. Und bedenken Sie die Wünsche und Bedürfnisse positiv zu formulieren: So verwandeln Sie einfach ein „nicht streiten“ in ein „wir leben friedlich und harmonisch miteinander“. Siehe auch harmonisches Familienleben.

Ihr gemeinsames Werk hängen Sie am besten auf, so dass jeder die Familienordnung verinnerlichen kann. Und wenn es mal nicht so klappt? Verstöße sind normal, sollten aber Konsequenzen haben. Überlegen Sie sich daher, wie sie mit Regelbrüchen umgehen. Das könnte eine „Zusatzaufgabe“ im Haushalt oder das Füttern des Familiensparschweines sein.

Wenn zwei Welten aneinander prallen

Die Familienordnung ist natürlich nicht Allheilmittel für eine immerwährende Harmonie, natürlich „menschelt“ es auch ab und an innerhalb der Familie. Auch bei uns gibt es mitunter Meinungsverschiedenheiten und auch die Kinder haben einfach ihre trotzigen Phasen. So durchlebt mein Sohn mit seinen 2,5 Jahren gerade seine erste Trotzphase – für uns Eltern nicht einfach. Ich habe mich ein wenig „schlau“ gemacht und einige Tipps aus Büchern und Internet zusammengetragen, die mir als Mutter einleuchtend erscheinen.

Wichtige „Familienregeln“

  • Reden Sie darüber: Sprechen Sie die Konflikte immer offen an und erklären Sie (altersgerecht) auch Ihre Reaktion und weshalb Sie vielleicht ein Verbot ausgesprochen haben. Zeigen Sie Ihrem Kind IMMER, dass sie es dennoch lieben.
  • Beide Standpunkte: Ist ihr Kind alt genug, so geben Sie ihm die Chance, seinen Standpunkt darzulegen. Das letzte Wort haben natürlich immer noch die Eltern! Ist dies erledigt, beenden Sie das Gespräch mit den Worten, dass diese Angelegenheit nun vergessen und vergeben sei.
  • Vorbildfunktion: Gehen Sie als Erwachsener als gutes Beispiel voran. Meiden Sie pauschale Verurteilungen, wie „das ist typisch“ und wärmen Sie alten Geschichten nicht wieder auf.
  • Entschuldigen und verzeihen Sie nach einem Konflikt: Nur so lernen Kinder, dass Konflikte zwar nicht angenehm sind, aber man sich dennoch liebt.
  • In den eigenen vier Wänden: Tragen Sie einen Konflikt nie in der Öffentlichkeit aus und erzählen Sie keine peinliche Episoden aus dem Leben Ihrer Kinder vor Publikum.
  • Gewaltfrei: Körperlich als auch verbal
  • Time out: Vereinbaren Sie eine Auszeit zum Nachdenken für beide Seiten, sollte die Situation wirklich eskalieren.

 

Wenn Sie eine passende Sanktion (z.B. keine Nachspeise) bei Kindern setzen, so müssen diese nicht nur gleich im Anschluss an den Vorfall gesetzt werden, sondern auch konsequent durchgezogen werden. Kleine Kinder merken sich diese Vorfälle nicht lange genug. Drohen Sie keinesfalls mit den Worten „das erzähle ich der Mama/dem Papa oder dem Nikolo“. Im Idealfall stehen Aktion und Sanktion im direkten Zusammenhang. Siehe hierzu auch: Negatives Verhalten bei Kindern.

Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Körperliche und psychische Gewalt sind ein absolutes TABU!!! Und nach einem Konflikt das Kind umarmen und ihm sagen, dass diese Sache nun vergessen ist und dass man es liebt.



EIN ARTIKEL VON
  • Antonia Indrak-Rabl

    Als Mutter von zwei Kindern kenne ich den Familienalltag gut. Es freut mich, meine persönlichen Erfahrungen hier teilen zu können – auch wenn es „nur“ das Gefühl ist, „dass es woanders genauso zugeht“. Meine Leidenschaft für Familie setze ich als Geschäftsführerin des Katholischen Familienverbandes Wien auch beruflich um.


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