12. August 2015

Familienfreundliche Politik


Was hat die Familie eigentlich mit Politik zu tun und darf die Politik vorschreiben, wie man Familie lebt? Wie sieht eine familienfreundliche Politik aus?

Eine alte Dame sagte mir einst: „Als ich mit 20 geheiratet habe, habe ich die Anerkennung der Menschen erlebt. Als ich dann Kinder bekommen habe, fühlte ich mich noch mehr wertgeschätzt!“ Heute bekommen Familien meist keine Anerkennung. Stattdessen stehen Karriere oder Geld im Vordergrund.

Wie sieht eine familienfreundliche Politik aus?

„Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich,“ so beginnt das Epos Anna Karenina. Was hat das nun aber mit Politik zu tun? Politik darf niemanden vorschreiben, wie man Familie lebt. Aber die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, in denen Familie lebbar wird. Die Politik muss sicherstellen, dass Familien vom Druck von außen befreit werden. Dazu braucht es echte Steuergerechtigkeit, ja eine Familienentsteuerung und faire Unterstützungs-, Gebühren- und Pensionsregelungen. Dazu brauchen wir ein familienfreundliches Wien!

Kinder

Paare wünschen sich statistisch knapp 2 Kinder, bekommen aber im Schnitt nur ca. 1,5. Es entspricht anscheinend nicht der Logik unserer Zeit, Kinder zu bekommen. Ein englischer Rabbi meinte sogar: „Die schwierigste philosophische Frage heute ist: Warum soll ich ein Kind bekommen? Darauf gibt unsere Zeit keine echten Antworten.”

Ein deutscher Werbespot bewegt mich sehr:

„Es gibt viele gute Gründe, keine Kinder zu bekommen. Und den besten es doch zu tun – nämlich dich! Du kannst nicht sprechen und erklärst uns die ganze Welt. Du lernst jeden Tag so viel. Und lehrst uns noch viel mehr. Du bist kein Luxus – du bist unbezahlbar.“

Gute Politik sieht Familie als zentral an. Gute Politik schafft Rahmenbedingungen, in denen Familien Platz haben, finanziell über die Runden kommen und sich auf das Abenteuer miteinander einlassen können.

Wie kann Wien familienfreundlicher werden?

In Wien geleiten uns gleichgeschlechtliche Ampelmännchen über die Strasse. Als nächstes möchten die Grünen die Zebrastreifen in Regenbogenfarben anmalen lassen. Benötigen wir unser Steuergeld für nichts anderes? Ab wann sind solche Erziehungsmaßnahmen von Seiten der Obrigkeit eigentlich unhöflich? Und wann kommen schwangere Ampelmännchen, Familienampelmännchen oder Alleinerzieherampelmännchen? Nein, so wird Wien nicht familienfreundlicher! Ich schlage etwas anderes vor:

  • Wien braucht mehr Zuvorkommenheit für Kinder. Was in anderen Ländern selbstverständlich ist, kennt man bei uns gar nicht: Schwangere und Eltern mit Babies dürfen in Warteschlangen einfach nach vorne.
  • In einem familienfreundlichen Wien sollten die Steinhofgründe selbstverständlich geschützt bleiben!
  • Ich glaube, dass wir auch die Einführung von Familien- und Schwangerenparkplätzen diskutieren, sowie Restaurants und Kaffeehäuser ermutigen sollten, Kinderbereiche anzulegen. Familien brauchen Freiräume! In der Mariahilferstrasse gibt es nun Begegnungszonen. Es fehlen aber Familien-Begegnungszonen!
  • In einem familienfreundlichen Wien sollten faire Familienermäßigungen in öffentlichen Freizeitanstalten selbstverständlich sein. Im Gänsehäufl zum Beispiel kann man mit der Familienkarte nur ein Kind mitnehmen.
  • Familienfreundlichkeit sollte sich auch in der Gebührenstruktur zeigen: Familien werden benachteiligt, wenn wie zum Beispiel beim Wasser Anschlussgebühren in den Literpreis eingerechnet werden.
  • Ein flexibler Kinderbetreuungsgutschein, gültig für Krippe, Kindergarten sowie für die Kinderbetreuung innerhalb der Familie, würde eine Schieflage aufheben: Derzeit steckt die Stadt Unmengen an Geld in Kinderkrippen. Wer diese nicht in Anspruch nimmt, bekommt gar nichts.

Diese Liste könnte noch lange fortgesetzt werden. Nur so viel sei gesagt: Arbeiten wir gemeinsam hin auf ein familienfreundliches Wien: weil Kinder Zukunft sind!



EIN ARTIKEL VON
  • Gudrun Kugler

    Ich bin Juristin, Theologin und Mutter von vier Kindern. Im Wiener Landtag und Gemeinderat bin ich Politikerin, leite die Online-Dating-Agentur www.KathTreff.org für katholische Singles und bin Autorin von Büchern über Menschenrechte sowie Lebensfragen, z.B. „Niemand ist eine Insel – wie man den Partner fürs Leben findet“.


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