12. Januar 2017

Die Kunst, den Familienalltag zu verändern

Familienalltag verändern - meinefamilie.at

Im neuen Jahr kann auch der Familienalltag einen neuen Anstrich vertragen. Ob die Zeit effizienter nützen, mehr zuhören oder entrümpeln – die Kunst, den Alltag zu verwandeln, hat viele Facetten.

In jedem von uns steckt ein Lebens-Künstler und es gibt immer ein Projekt. Jetzt, Anfang Jänner, geht es um die Kunst, das neue Jahr zu gestalten. Ärmel aufkrempeln und die Gunst der Tage mit beiden Händen anpacken. Ich beginne gleich einmal damit, unser Zuhause nach zehn Jahren neu auszumalen. Der Klassiker.

Den Alltag verändern - meinefamilie.atNeben dem Einsatz von Dispersionsfarbe in snow, sandcastle und moss setze ich noch weitere künstlerische Schwerpunkte für 2017:

Die Kunst, Zeit zu gewinnen

8760 Stunden, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Mehr ist auch aus dem neuen Jahr nicht herauszuholen. Zeit zu gewinnen heißt also: Zeit umverteilen und für Zeit-Gerechtigkeit sorgen. Meine persönlichen Zeitfresser beim Namen nennen und ihnen das Dasein erschweren. In meinem Fall: Den Laptop privat nur einmal täglich aufklappen und mich nicht so oft im Net versurfen.  Suche ich nur schnell die  Telefonnummer der Gebietskrankenkasse will ich nicht mehr bei „Die Jury war fassungslos, als sie das sah“ landen.

Die Kunst des Zuhörens

Alle lieben Momo! Einfach dasitzen und nichts anderes tun als zuhören, das will gelernt sein. Ich will mein Kind – momolike – nicht unterbrechen, auch, wenn ich mir schon denken kann, dass seine Lieblingsfarbe noch immer blau oder grün oder manchmal auch gelb ist. Aber bin ich überhaupt noch am Laufenden, was seine Lieblingszahl anbelangt? 4, 7, 24(wegen Weihnachten) oder vielleicht doch eher 5 (Geburtstag)? Bin schon gespannt, welche Familiengeheimnisse mir bisher entgangen sind.

Die Kunst des Suchens

Ich kenne mich aus mit Hühnerhaltung, Schafblattern und Krähenfüßen. Warum aber so tun, als ob ich alles wissen würde? Wir Eltern sind sehr geneigt, uns als Experten für sämtliche Fragen der Kind- und Menschheit auszugeben. Auch politisch durchblicken wir die Lage immer umgehend und die Leben anderer hätten wir sowieso im Handumdrehen aufgeräumt.

2017 steige ich vom hohen Ross und begebe ich mich wieder auf die Suche: nach einer Lösung für das eine oder andere Problem dieser Welt, nach den Gründen, warum Menschen so handeln und nicht anders und nach Antworten auf Fragen, die vielleicht gar kein Mensch beantworten kann. Eine Form von Respekt mit Aussicht auf Erkenntnis.

Die Kunst des Findens

Wer hat was wo zum letzten Mal gehabt? Wer kann sich noch erinnern, was er wann wohin gelegt hat? Knifflige Fragen, die den Haussegen manchmal schief hängen lassen, vor allem, wenn keiner die Antwort weiß. Jedes Familienmitglied ist verdächtig, schuld ist im Zweifelsfall immer der andere, selten klarerweise ich, Mama. Das Schranksystem Pax in Kombination mit einer Entrümpelungs- und Sachen-Umverteilungsaktion soll heuer Frieden stiften in unserem Alltag der Dinge. Neuer Stauraum, neue Ordnung, neues Glück.

Die Kunst der Dankbarkeit

Die Nörgelei ist eine Gabe, die mir eine unbekannte, in jedem Fall aber unnötige Fee angeblich bereits in die Wiege gelegt hat. Irgendwas passt immer nicht. Gerade hat mein Mann die Küche aufgeräumt.

Ich 2016: „Ja eh danke, aber der Griff hier ist klebrig. Und brauchen wir die leere Milchpackung, oder warum steht die hier? “

Ich 2017: „DANKE!“

Dankbarkeit heißt, die Wahrnehmung steuern. 90% der Küche und meines Lebens sind superschön, mit Liebe gemacht. Warum den Blick immer gleich auf die restlichen zehn Prozent richten?

Familienalltag verändern - meinefamilie.atWas würde Picasso heute malen?

Ich weiß nicht, ob sich Picasso viel mit fassungslosen TV-Juroren oder leeren Milchpackungen beschäftigte. Mag sein, dass auch er ein Platzproblem in seinen vier Wänden zu lösen hatte oder gerne bei der GKK versichert gewesen wäre.

Jedenfalls versteht er Neujahrskünstler wie mich, wenn er sagt:

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.

Ein farbenfrohes, entstaubtes neues Jahr! Machen wir aus unserem Alltag heuer etwas Besonderes.

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EIN ARTIKEL VON
  • Birgit Linhart

    Ich habe Volkskunde und Kulturmanagement in Graz studiert. Mit meinem Mann, unseren drei Schulkindern, den Katzen, Hühnern und Schildkröten lebe ich ein buntes Leben am Rand der Stadt. Ich liebe es, Kindern zuzuhören, mag Spontantheater, Kinderbücher, Kernöl und den Sternenhimmel auf der Alm.


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