12. Januar 2018

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel – Schuldgefühle

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Schuldgefühle der Eltern, insbesondere der Mütter, spielen in der Erziehung eine große Rolle. Diese sind oft verbunden mit einem hohen Anspruch an die eigenen Fähigkeiten als Mutter oder Vater und dem damit verbundenen Bemühen, alles richtig zu machen.

Naturgemäß können wir solche Ansprüche nie ganz erfüllen. Welche Rolle spielen nun Schuldgefühle im elterlichen Erziehungsverhalten? Mehr als man denkt.

„Wenn wir Mütter nicht so tun, als wären wir an allem Schuld, tun wir unseren Kindern einen großen Gefallen!“

Verantwortung übernehmen

Ich bekenne mich natürlich dazu, dass Eltern die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder übernehmen. Dieser können sie nur nachkommen, wenn sie sich ehrlich und ernsthaft dieser Aufgabe annehmen und bereit sind, eigenes Verhalten immer wieder zu hinterfragen und zu korrigieren und sich gegebenenfalls auch mit den Vorwürfen ihrer Kinder auseinanderzusetzen.

Mensch sein

Es gibt es keine fehlerfreie Erziehung. Was zählt, ist das ehrliche Bemühen, aber auch die Fähigkeit, sich selber anzunehmen, so wie wir sind, auch mit unseren Fehlern und Schwächen. Nur so können wir authentisch sein und diese Haltung dem Kind vorleben – Grundvoraussetzung für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung.

Fehler zulassen

Es kann immer wieder ungünstige Ereignisse im Leben einer Familie geben: Krankheit, schlechte materielle Voraussetzungen, Scheidung, Zeitmangel etc. – und natürlich auch ganz persönliches Versagen. Solche Schuld darf man nicht verdrängen, sondern man muss dazu stehen und danach trachten, Dinge nach Möglichkeit wieder gut zu machen, um Verzeihung bitten, aber auch sich selber verzeihen können. Nur so können wir aus alten Belastungen lernen und sie auch wieder loslassen.

Jeder ist für seine Taten selbst verantwortlich und wir nehmen in Wirklichkeit unser Kind nicht ernst, wenn wir ihm gestatten, sich immer auf jemand anderen auszureden. Dann wird es nicht lernen, auch den jeweils eigenen Anteil zu erkennen.

Familie ist Dauerarbeit

Wenn wir sehen, wie das eigene Kind unter bestimmten Umständen leidet, die es nicht selbst verursacht hat, neigen wir dazu, seine Unarten und sonstigen Schwächen schnell zu entschuldigen und verabsäumen es womöglich, notwendige Grenzen zu setzen. Oder wir versuchen auszugleichen, indem wir es vielleicht über die Maßen verwöhnen. Dieser Weg führt allzu leicht in die Schiene der Vorwürfe und Manipulationen. Dinge müssen aufgearbeitet, aber auch vergeben und vergessen werden.

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