14. März 2016

Das erste Kinderfahrrad: Welches passt?

Erstes Kinderfahrrad - meinefamilie.at

Das Kind ist aus dem Laufrad „herausgewachsen“, welches ist nun das richtige Kinderfahrrad? Worauf können Eltern beim Kauf achten?

Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, als würden die Kinder von heute immer früher beginnen, so zum Beispiel mit dem (Lauf)rad fahren. Es ist keine Seltenheit, dass ich Kleinkinder, die gerade einmal gehen können, schon auf dem Laufrad beobachte. Der nächste logische Schritt – der zum Fahrrad – ist damit automatisch vorgegeben und demnach auch immer früher gesetzt.

Unsere Tochter gehört daher mit viereinhalb Jahren schon fast zu den „Spätzündern“, was das Fahrradfahren betrifft. Bisher hatten wir nicht das Gefühl, dass es bereits nötig sei, umzusteigen. Aber nun, da unser Mädchen mit seinen langen dünnen Beinen auf dem Laufrad eher einem tanzenden Storch gleicht, ist die Zeit wohl auch für uns gekommen, darüber nachzudenken.

Jedoch ganz wichtig dabei ist für uns, dem Kind keine Entscheidung überzustülpen, sondern sich von seinem Verhalten leiten zu lassen.

Und dieses zeigt uns nun ganz deutlich, dass sich im Kopf des Kindes mittlerweile vieles um das „richtige“ Radfahren dreht: Die vorfreudige Vorstellung, wie das eigene Fahrrad wohl aussehen mag oder der unaufhörliche Wunsch nach Fahrradgeschichten sind dafür nur wenige Beispiele.

Herausforderung, das richtige Kinderfahrrad zu finden

Daher dürfen wir uns nun der Herausforderung stellen, nach dem geeigneten Rad zu suchen. Moment mal:

Ist das nicht etwas übertrieben? Es gibt unzählige Kinderräder, diese werden doch wohl alle geeignet sein?

Lasst uns doch einfach das billigste in der richtigen Farbe wählen – auf die Sicherheit geprüft sind doch ohnehin alle! – Naja, ganz so einfach ist das offensichtlich auch wieder nicht. Bei meinen Recherchen hat sich da so einiges herausgestellt…

Leichtgewicht vor zu viel Schnickschnack

Das Gewicht ist nicht zu unterschätzen. So ein 16 Zoll-Rad wiegt schnell einmal elf oder zwölf Kilo. Ein ganz schöner Brocken, den das Kind da manövrieren muss! Und ein wenig Egoismus sei mir erlaubt bei dem Gedanken daran, dass ich diejenige bin, die das Rad heimtragen muss, wenn das Kind die Lust zu fahren verliert. Bei der Suche nach dem leichtesten Rad zeigt sich, dass es natürlich aus dem leichteren Aluminium gefertigt ist, aber auch auf viel Drumherum verzichtet. Die leichtesten Räder haben weder Kotflügel noch Gepäckträger, sehen insgesamt sehr sportlich aus. Leider jedoch zeigt sich auch, dass mit dem sinkenden Gewicht der Preis steigt.

Fünfeinhalb Kilo klingen da schon sehr verlockend, aber 400-500 Euro für anderthalb bis zwei Jahre, die das Kind darauf fährt, bevor die nächste Größe aktuell wird? Das scheint dann doch etwas übertrieben.

Fürs Kinderfahrrad gilt: Sicherheit vor Trend

Zweitens gibt es zwar viele schicke und trendige Räder, die dem Kind zum Teil jedoch durch einen zu hohen Rahmen den Auf- und Abstieg erschweren. Je niedriger der Rahmen, umso sicherer für das Kind. Da wir schon bei der Sicherheit sind: Ganz allgemein sollte das Rad eine Sicherheitslenkstange mit Aufprallschutz besitzen, einen komplett geschlossenen Kettenschutz, breite Reifen sowie eine Rücktrittbremse, da diese für das Kind noch leichter zu betätigen ist.

Motorische Fähigkeiten vor Stützräder

Hier wären wir wieder beim richtigen Zeitpunkt. Ich habe von vielen Seiten erfahren, dass Stützräder völlig kontraproduktiv sind. Abgesehen davon, dass das Kind das Radfahren langsamer erlernt, wird ihm ein falsches Gleichgewichtsgefühl vermittelt und es besteht sogar eine höhere Sturzgefahr, die man durch die Stützräder eigentlich eliminieren wollte. Daher ist die motorische Fähigkeit des Kindes, die es beispielsweise durch das Laufrad erworben hat, ein wichtiges Kriterium, bevor das Thema Radfahren aktuell werden sollte. Damit ist auch ein rasches Erlernen garantiert.

Kriterien für den Osterhasen finden

Mit all diesen Informationen habe ich die Suche nun wohl nicht leichter gemacht; keine Sorge – uns auch nicht.

Aber in diesem Dickicht an Angeboten erleichtern sie den Blick auf das Wesentliche und die Entscheidung bleibt nun uns überlassen, welchen Kriterien wir mehr Gewicht verleihen.

Fünf Kilo wären zwar ideal, aber schon acht Kilo machen einen großen Unterschied zu den so häufigen elf und sind um einiges billiger. Wenn es doch ein hochpreisigeres Rad sein soll, dann bleibt immer noch die Möglichkeit, ein gebrauchtes zu nehmen, denn mit einem Alter von maximal zwei Jahren sind diese noch recht neuwertig. Wie unser Ergebnis aussehen wird, weiß ich noch nicht. Aber der Osterhase wird uns vielleicht helfen, dem Storch das ideale Gefährt zu finden…



EIN ARTIKEL VON
  • Sabine Láng

    Immer schon von der französischen Sprache fasziniert, nützte ich mein Studium der Theaterwissenschaft, um neben Wien auch in Paris zu studieren. Heute kann ich Französisch beruflich nützen. Mein Mann und ich haben die schöne Aufgabe, unsere 3-jährige Tochter an die Musik heranzuführen!


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