30. April 2018

Erste Hilfe bei Kindern – so versorge ich mein Kind richtig

erste hilfe kinder - meinefamilie.at

Sobald es draußen wärmer wird, verbringen Kinder die meiste Zeit im Freien. Frische Luft, viel Bewegung, Spaß und Abenteuer machen die warmen Tage schöner. Leider bringt die Sommerzeit auch kleine Verletzungen oder Insektenstiche mit sich. Wir haben Tipps für Erste Hilfe bei Bienenstichen, Sonnenstich oder Schürfwunden.

Schürfwunden, Schnittwunden, Platzwunden

Radfahren, Roller fahren, auf Bäume klettern, Fußball spielen – bei so viel Bewegung kommt es schnell zu kleinen Unfällen. Hat ein Kind sich verletzt, ist der Schreck oft groß. Trösten Sie deshalb Ihr Kind, nehmen es in den Arm und beruhigen es. Danach kann die Wunde betrachtet werden. Allerdings sollte man sie nicht berühren und möglichst auch nicht auswaschen. Außer bei sichtbaren Verunreinigungen wie Sand, Erde oder Kies. Da kann die Wunde unter dem fließenden Wasser gereinigt werden.

Kleinere Wunden werden desinfiziert, größere Wunden, die von einem Arzt behandelt gehören, sollen nicht desinfiziert werden. Für die Desinfektion dürfen keine Hausmitteln verwenden werden, sondern richtige Desinfektionsmittel aus der Apotheke. Danach wird die Wunde keimfrei abgedeckt.

Für eine kleine Wunde genügt ein Pflaster, bei größeren Wunden ist eine sterile Kompresse notwendig. Sollte sich ein Fremdkörper in der Wunde befinden, darf dieser nicht herausgezogen werden. Er wird außen herum mit Mullbinden abgepolstert und locker verbunden, bevor er von einem Arzt entfernt werden kann. Sollte eine Wunde bluten, versucht man die Blutung mit einem sauberen Tuch oder einer sterilen Kompresse zu stoppen. Dabei wird die betroffene Stelle hochgelagert. Hört die Blutung nach kurzer Zeit nicht auf, muss ein Druckverband angelegt und der Rettungsdienst verständigt werden.

Wann sollte man zum Arzt?
  • bei stark blutenden Wunden
  • bei verschmutzten Wunden
  • bei Tierbissen
  • bei Wunden mit Fremdkörper
  • bei fehlendem Tetanusschutz
  • bei Wunden, die sich infiziert haben
  • im Zweifelsfall immer einen Arzt kontaktieren

Bienenstich, Wespenstich

Im Vergleich zum Wespenstich bleibt nach einem Bienenstich der Stachel mit der Giftblase in der Stichstelle stecken. Der Stachel sollte nicht mit bloßen Händen entfernt werden, denn dadurch wird Gift aus der Giftblase in die Stichwunde gedrückt. Für die Entfernung des Stachels eignen sich eine Pinzette oder eine Zeckenkarte. Die Einstichstelle kann desinfiziert werden. Danach soll sie gekühlt werden. Dies stoppt die Schwellung und wirkt auch gegen die Schmerzen. Ein kühlendes Gel aus der Apotheke sorgt auch später für Schmerzlinderung.

Man sollte das Kratzen der Stichwunde verhindern, damit sie sich nicht infiziert.

Vorsicht ist bei Wespenstichen oder Bienenstichen im Mund geboten. Diese können besonders gefährlich werden. Deshalb ist eine schnelle Kühlung sehr wichtig. Sollte ein Verdacht auf eine allergische Reaktion bestehen, muss sofort die Rettung gerufen werden.

Typische Anzeichen einer allergischen Reaktion  

erste hilfe kinder mückenstich - meinefamilie.at

  • Starke Schwellung auch an Körperstellen, die weiter von der Einstichstelle entfernt sind
  • Rötungen, Juckreiz
  • Starkes Herzklopfen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blutdruckabfall, Atemnot, Kreislaufbeschwerden

 Gelsenstich

Gelsen stechen, um Blut zu saugen. Sie spritzen kein Gift in die Haut und können daher auch keine Insektengiftallergie auslösen. Allerdings wird bei dem Biss ein Speichelsekret in die Haut injiziert, worauf der Körper mit Schwellung, Juckreiz und Rötung reagiert. Dagegen hilft, ähnlich wie bei den Bienenstichen, kühlen mit einem Waschlappen oder Cool-Pack. Auch hier sollte die Wunde nicht gekratzt werden. In der Apotheke gibt es Salben, die den Juckreiz abschwächen.

Zeckenbiss

Der Biss einer Zecke bleibt häufig lange Zeit unbemerkt. Zeckenbisse sind nur dann gefährlich, wenn die Tiere mit Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis-Erregern infiziert sind. Zecken können auch Borreliose übertragen. Erstes Anzeichen ist oft ein rötlicher Ring um die Einstichstelle zwei bis drei Wochen nach dem Stich. Boreliose kann mit Antibiotika behandelt werden.

Es wird empfohlen nach einem Tag im Freien Kinder genauer abzusuchen, vor allem am Haaransatz, in Achselhöhlen und Leiste. Sollten Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese mit einer Pinzette oder Zeckenkarte aus der Apotheke. Wichtig ist, dass die Zecke vollständig entfernt wird und beim Herausnehmen nicht beschädigt wird, da sie sonst ihr Gift verteilt. Anschließend wird die Wunde mit einem geeigneten Wunddesinfektionsmittel desinfiziert. Beobachten Sie danach die Stelle einige Wochen.

 Wie lassen sich Insektenstiche verhindern?

  •  Verzicht auf süße Speisen und Getränke im Freien
  • sofortiges Entfernen von Essensresten
  • Getränke nur in geschlossenen Gefäßen aufbewahren
  • Strohhalme schützen gegen ein Verschlucken von Insekten
  • Nähe zu Abfalleimern, stehenden Gewässern oder Fallobst meiden
  • Hastige Bewegungen vermeiden, um keinen Angriff zu provozieren
  • Nicht barfuß gehen
  • Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen, keine grellen Farben
  • Verzicht auf parfümierte Pflegeartikel
  • Anwendung von Insektenschutzmitteln
  • Fliegengitter an den Fenstern
  • Fenster erst öffnen, wenn im Zimmer kein Licht mehr brennt

 Sonnenstich

Der Sonnenstich entsteht durch eine zu intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf oder Nacken. Gerade Kinder in den ersten Lebensjahren sind besonders gefährdet, weil sie dünnere Schädelknochen und oft weniger Haare haben. Typische Anzeichen für einen Sonnenstich sind Unruhe, Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Auch Fieber, Schwindel oder eine Bewusstseinsstörung können auftreten. Der Kopf des Kindes kann heiß und rot sein, während der Körper eher kühl ist. Es kann die sogenannte Nackensteife auftreten. Das heißt, dass das Kind mit seinem Kinn nicht die Brust berühren kann, da es zu schmerzhaft ist.

Bei einem Sonnenstich muss das Kind sofort in einen kühlen und dunklen Ort gebracht werden und mit erhöhtem Oberkörper auf den Rücken gelegt werden. Der Kopf, Nacken und Rumpf werden mit  kalten Umschlägen gekühlt. Bei leichteren Beschwerden ohne Brechreiz kann dem Kind Flüssigkeit gegeben werden.Wenn sich die Symptome innerhalb kurzer Zeit nicht bessern, sollte die Rettung gerufen werden.

Sonnenstich vorbeugen
  • längere Aufenthalte in der prallen Sonne vermeiden
  • zwischen 11 und 15 Uhr sollten Kinder gar nicht in die Sonne
  • auf eine passende Kopfbedeckungen achten
  • Kinder im Sommer niemals im Auto lassen, auch wenn dieses im Schatten steht
  • für ausreichende Flüssigkeit sorgen

Egal ob Wunden, Insektenstiche oder Sonnenstich, Kinder brauchen in der ersten Linie viel Zuneigung und Liebe. Auch bei kleinen Verletzungen können sich Kinder erschrecken oder Schmerzen haben. Die kleine Patienten sollen deshalb nicht alleine gelassen werden, bis sie sich wieder gut fühlen.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at