23. Februar 2018

Entspannter durch die Babyzeit

babyzeit - meinefamilie.at

Wir stecken mit unserem vierten Kind gerade wieder mitten drin im Babyalltag: Stillen, Tragen, Babyspucke auf der Schulter und Staunen über diesen kleinen Menschen, der mittlerweile aufmerksam seine Umgebung betrachtet.

Unser Sohn macht es uns leicht, denn die meiste Zeit ist er zufrieden. Das macht auch mich entspannt. Außerdem merke ich: In den vergangenen Jahren habe ich viel gelernt und einiges an Erfahrung sammeln können. Beim ersten Kind war ich in vielen Dingen unsicher und von den Ratschlägen in meinem Umfeld gestresst. Von der superentspannten Mama, die immer weiß, was zu tun ist, bin ich immer noch entfernt. Vieles gehe ich mittlerweile gelassener an als mein Ich vor sechs Jahren.

Wann drehen sich Babys vom Rücken auf den Bauch?

Man könnte meinen, beim vierten Kind wüsste ich, wann welcher Entwicklungsschritt dran ist. Ich bin da aber ziemlich vergesslich. Und: Es ist mir nicht wichtig, ob mein Baby zu den Schnelleren oder zu den Langsameren gehört! Beim ersten Kind war das anders. Ich habe gegoogelt und mit den Babys rundherum verglichen: „Sollte mein Kind nicht auch schon fleißig durchs Wohnzimmer robben?“ Heute habe ich ein tiefes Vertrauen, dass mein Kind aus sich heraus lernt, sich zu bewegen und zu sprechen. Ich muss kaum etwas dazu tun – außer Gefahrenquellen beseitigen, ein paar anregende (Spiel)Sachen bereitlegen und mit meinem Baby kommunizieren. Sollte ich mich sorgen, dass mein Kind sich nicht altersgemäß entwickeln, frage ich beim Kinderarzt nach.

Herausforderung Stillen

Meine Anfänge als stillende Mama vor über sechs Jahren waren kompliziert. Unser Erstgeborener hat in den ersten Wochen nicht genug zugenommen, also musste ich abpumpen und zufüttern. Als sich dann zum Glück alles gut eingespielt hat, ließ ich mich dennoch verunsichern: Lege ich das Baby nicht zu oft an? Sollte es nicht einen Rhythmus beim Trinken haben? Mit jedem Kind wurde ich gelassener. Für unseren Sohn und mich passt es jetzt sehr gut, dass ich ihn nach Bedarf stille – also ganz ohne Rhythmus.

Nächster Schritt: Beikost

Läuft das Stillen dann wie von selbst, wird es schon Zeit an die Beikost zu denken. Auch so ein Stress-Thema! Denn keines unserer Kinder hielt sich, was die Beikost betrifft, an den ‚offiziellen‘ Plan. Schön langsam jede Stillmahlzeit mit Brei ersetzen? Bei uns hat das nicht funktioniert. Der Busen blieb bei unseren drei älteren Kindern ein Jahr lang Hauptnahrungsquelle. Selbst wenn es eine Zeit lang mit dem Brei gut klappte, kamen immer wieder Phasen, in denen meine Kinder (fast) nur gestillt werden wollten. Manche brauchen eben länger, bis sie auf den Geschmack kommen. Ich würde einfach den Kinderarzt, eine Hebamme oder Stillberaterin fragen, hätte ich Sorge, dass mein Kind ernährungstechnisch nicht das bekommt, was es braucht.

Wie oft baden?

„Du wurdest jeden Tag gebadet!“ Wie oft hat mir meine eigene Mutter diesen Satz in den vergangenen sechs Jahren gesagt – wenn sie wieder einmal nicht glauben konnte, dass unser Baby höchstens einmal in der Woche in die Wanne kommt. Es ist ja bekannt: zu häufiges Baden und vor allem die Badezusätze schaden der Haut des Babys. Ich gebe zu: Unser Baby badet phasenweise noch seltener. Denn abends – bei uns die Badezeit – ist immer so viel los. „Macht nichts!“ sagte mir dazu unser Kinderarzt. Ganz kleine Zwutschkerl machen sich sowieso nicht wirklich dreckig. Da reicht ein feuchter Waschlappen für Gesicht, Hände und Hautfalten. Und wenn die Windel übervoll ist, wird der Popo einfach zwischendurch im Waschbecken abgespült.

Rhythmus anpassen

Vor sechs Jahren habe ich so manches Treffen abgesagt, weil das Baby noch nicht vom Mittagsschlaf aufgewacht war. Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, wenn meine eigenen Verpflichtungen seinen Rhythmus gestört haben. Auch heute finde ich es gut, sich dem Rhythmus des Babys anzupassen. Nur, wenn es bereits andere Kinder in der Familie gibt, ist das nicht immer möglich. Ich achte natürlich darauf, dass das Baby einen halbwegs geordneten Tagesablauf hat und nicht unnötigen Reizen ausgesetzt ist. Wenn wir auf den Spielplatz gehen, die großen Geschwister vom Kindergarten abzuholen sind oder der Einkauf zu erledigen ist, muss das Baby aber mit. Die ausgiebige Shoppingtour im grellen Einkaufszentrum mache ich aber nach wie vor lieber ohne Baby.

Bewusste Freizeitgestaltung

Als unser ältester Sohn ein Baby war, hatte ich den Eindruck, ich würde ihm jegliche Zukunftschancen verbauen, wenn wir nicht zum Babyschwimmen gehen. Also ab ins Hallenbad! Es hat ihm auch viel Spaß gemacht, unverzichtbar war es deswegen aber bestimmt nicht. Angebote wie Babyschwimmen, Spielegruppe oder Babymassage können eine nette Abwechslung sein – sowohl für das Baby als auch für die Eltern. Unter Druck setzen lassen sollte man sich aber auf keinen Fall. Manchmal tut es gut, Termine zu reduzieren.

 

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EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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