3. Juni 2016

10 Tipps, um die emotionale Entwicklung zu fördern

emotionale Entwicklung - meinefamilie.at

Kleine Kinder, große Gefühle – wie kannst du die emotionale Entwicklung bei deinem Kind fördern und ihm helfen, Gefühle auszudrücken? Mit welchen Möglichkeiten kannst du Kindern Gefühle erklären?

Erfolg, Glück und sogar Gesundheit hängen weniger vom Intelligenzquotienten ab als von einem bewussten Umgang mit seinen Gefühlen, der emotionalen Intelligenz. „Kinder und Jugendliche mit hoher emotionaler Intelligenz verfügen über ein stabiles Selbstwertgefühl, über Problemlösungsstrategien und über ein inneres Krisenmanagement“, sagt etwa die Pädagogin und Buchautorin Charmaine Liebertz.

Damit sich ein Kind gesund entwickeln kann, muss es lernen, mit Emotionen umzugehen. Bis Kinder ihre Gefühle zuverlässig benennen können, dauert es Jahre.

Kinder sind darauf angewiesen, dass wir ihnen dabei helfen, ihre Emotionen richtig zu interpretieren und zu regulieren.

Natürlich ist das nicht immer leicht.

Was ist emotionale Kompetenz?

Emotionale Kompetenz bedeutet, mit seinen eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer kompetent umgehen zu können

Studien bestätigen, dass emotionale Kompetenz als wichtiger Schutzfaktor für die kindliche Entwicklung gilt. Emotional kompetente Kinder sind sozial kompetenter, psychisch gesünder und haben bessere Schulleistungen als andere, denen es an emotionaler Kompetenz mangelt.

Bin ich wütend oder fröhlich? Traurig oder müde? Selbst uns Erwachsenen sind unsere Emotionen oft nicht bewusst: Manchmal erkennen wir zum Beispiel gar nicht, dass unsere feuchten Hände in einer Situation Angst ausdrücken.

Wie entwickeln Kinder ein Gespür für ihre Gefühle? Und wie kannst du sie dabei unterstützen?

#1 Auf die Signale achten

Wenn ein Baby von Anfang an viel feinfühlige Zuwendung erfährt, wird es bereits für seine Gefühle sensibilisiert. Deshalb lautet der wichtigste Tipp: Sei feinfühlig, achte auf die Signale des Kindes und reagieren schnell und angemessen darauf.

#2 Alle Gefühle sind erlaubt

Kinder dürfen Gefühle zeigen, positive wie negative. Und jedes Kind darf das auf seine Weise tun, ob laut oder leise. Jeder ist manchmal wütend. Mach deinem Kind klar, dass diese Emotion natürlich ist und du das Kind wertschätzt, dass aggressives Verhalten aber nicht in Ordnung ist und dass man lernen muss, seinen Ärger so zu lenken, dass man keiner anderen Person dadurch weh tut oder etwas beschädigt.

#3 Gefühle ernstnehmen

Kinder wollen mit ihren Gefühlen ernst genommen werden. Bei kleineren oder größeren Katastrophen stehen sie nicht so über den Dingen wie wir Erwachsene. Vermeide es, die Gefühle deines Kindes herunterzuspielen: „Stell’ dich nicht so an!“

#4 Eltern sind Vorbilder

Auch in der Gefühlswelt lernen die Kleinen von den Großen. Daher dürfen auch Eltern ihren Kindern gegenüber Gefühle zeigen und altersgerecht erklären. Vormachen lassen sie sich ohnehin nichts. Beängstigend ist es für Kinder hingegen, wenn sie spüren, dass etwas in der Luft liegt und wir sie nicht einweihen. Eltern sind genauso wenig vor unangebrachten Zornesausbrüchen gefeit wie Kinder. Dann ist es wichtig, sich hinterher zu entschuldigen.

#5 Darüber reden

Sprich mit deinem Kind über Gefühle: Gefühle sind nie schlecht oder „böse“. Angst, Wut und Traurigkeit sind Emotionen, die offen gezeigt werden dürfen. Alle Gefühle sind OKAY! Ermutige dein Kind, seine Gefühle offen auszudrücken z. B. „Es ist in Ordnung zu weinen, wenn…“ oder frage dein Kind: „Du scheinst aber zornig zu sein. Verziehst ganz böse dein Gesicht. Worüber ärgerst du dich?“

#6 Auf Gefühle eingehen

Unterstütze dein Kind dabei, einen (gewaltlosen) Umgang mit Emotionen zu finden. Bei einem Trotzanfall empfehle ich dir, auf die Gefühle deines Kindes einzugehen und zu trösten: „Wie wäre es, wenn wir gemeinsam schaukeln gehen, damit dein Ärger verfliegt? Oder die Situation zu beeinflussen z. B. „Frag doch den Jungen noch einmal, ob ihr nicht gemeinsam mit dem Auto spielen könnt“.

#7 Stereotypen vermeiden

Vermeide Stereotypen wie „Jungen weinen nicht“, „Große Mädchen haben keine Angst im Dunklen“ oder „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Diese können Kinder verunsichern und zur Unterdrückung von Gefühlen führen.

#8 Empathie fördern

Um die Empathie zu fördern, fordere dein Kind auf, die Perspektive anderer Personen einzunehmen z. B. „Stell dir mal vor, du wärst in dieser Situation. Wie würdest du dich dann fühlen?“

#9 Nähe anbieten

Bei einem Wutanfall braucht dein Kind deine Unterstützung! Bleib in seiner Nähe und biete ihm an, dass es zu dir kommen kann, wenn es dies möchte. Schick dein Kind nicht weg.

#10 Bücher und Spiele

Mit Büchern und Spielen können Kinder ihre Gefühle entdecken und spielerisch lernen wie sie damit umgehen können. Bei Büchern empfehle ich „Anna und die Wut“ und „Ein Dino zeigt Gefühle“. Schon die Kleinsten lieben es, Mimik nachzuahmen und Gesichtsausdrücke zu spiegeln. Wenn Kinder größer sind, kann man mit ihnen Gefühlsuhren basteln oder mit Smileys Gefühle erfragen.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Marie-Thérèse Schmiedleitner

    Ich bin Pädagogin und seit Jahren in der Kinderbetreuung tätig. Darüber hinaus biete ich systemische Familienberatung für Babys, Kleinkinder und Elternworkshops an. Ich lese leidenschaftlich gerne Blogs und bin selbst begeisterte Bloggerin.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at