23. Juni 2017

Eltern sind Reibebaum der Kinder

Eltern sind der Reibebaum der Kinder - meinefamilie.at

Wann Kinder bereit sind zu kooperieren und auch etwas zu tun, das sie nicht möchten. Eltern dürfen es als Privileg sehen, die schwierigen Seiten der Kinder mitzuerleben.

Willy, 4 Jahre, weigert sich, seine Medikamente zu nehmen. Auch hat er den ganzen Tag schon nichts getrunken. Er hat hohes Fieber und es besteht die Gefahr der Austrocknung.

Jedes Mal ist es eine Diskussion, ein Verweigern, ein Brüllen, ein Zappeln. Die Mutter versucht es mit Erklärungen, gut Zureden, Versprechungen „Wenn du brav bist, dann bekommst du …“, schließlich mit Drohungen: „Wenn du jetzt nicht endlich den Mund aufmachst, bekommst du keine Geschichte!“ Das Klima schaukelt sich auf, Willy wehrt sich mit Händen und Füßen, wird hysterisch, beschimpft und schlägt die Mutter. Sie ist verzweifelt. Sie hat die Verantwortung, meint es nur gut mit ihrem Sohn und wird von ihm so schlecht behandelt. Was tun?

Ob gesund oder krank, wenn sich Kinder schlecht benehmen, sollten Eltern dies keinesfalls persönlich nehmen.

Eltern sind Reibebaum, das ist natürlich. Es ist ihr Privileg, die schönen und die schwierigen Seiten der Kindheit zu erfahren.

Kinder brauchen Verständnis

Willy braucht zunächst Verständnis dafür, dass ihm die Medizin so gar nicht schmeckt, dass es ekelig für ihn ist und dass er sich so gar nicht wohl fühlt. Das muss ihm kindgerecht gesagt werden, damit es bei ihm ankommt. Dann fühlt er sich erleichtert und darf all seinen Frust bei der Mama deponieren.

Erst wenn Willy sich ganz und gar verstanden und angenommen fühlt, ist er reif für eine Erklärung, warum ihm gerade jetzt diese ekelhafte Medizin zugemutet wird, obwohl auch die Mutter es ihm viel lieber ersparen würde.

Sie sagt ihm mit ruhiger Festigkeit, dass sie ihm das Medikament auf alle Fälle geben muss, und dass alles viel schneller und besser geht, wenn Willy mittut, anstatt sich dagegen zu wehren. Sie weiß, dass er schon sehr vernünftig sein kann, wenn er will.

Eine Belohnung in Aussicht stellen

Sie fragt ihn, was er braucht, damit es leichter für ihn wird. Es kann auch eine Belohnung in Aussicht gestellt werden, wie Kuscheln, eine schöne Geschichte, etc. Bevor es zu langatmig wird, schaut sie ihm tief in die Augen und fragt: „Bist du bereit?“ Wenn Willy weiterhin hysterisch agiert, muss die Mutter konsequent handeln. Am besten wickelt sie ihn in eine leichte Kuscheldecke, damit er nicht strampeln und schlagen kann und tut, was sie angekündigt hat. Danach wird er weiter gehalten, getröstet, liebevoll versorgt, ins Bettchen gelegt etc.

Wenn Kinder Sicherheit und Verständnis spüren und das Gefühl haben, dass man ihnen etwas zutraut, beginnen alle Kinder zu kooperieren und sind bereit, auch schmerzhafte Eingriffe zuzulassen.

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