1. März 2017

Eifersucht, wenn das Geschwisterchen kommt

Geschwister Eifersucht - meinefamilie.at

Wenn ein Geschwisterchen kommt und die Eltern dem älteren Kind wenig Aufmerksamkeit schenken können, zeigt es oft Reaktionen der Eifersucht. Wie Eltern reagieren können.

Eifersucht ist, wenn auch anstrengend für die Eltern, völlig normal. Vor allem für Erstgeborene ist es eine große Herausforderung, von jetzt auf gleich alle Aufmerksamkeit, Zuwendung und Liebe der Eltern mit jemandem teilen zu müssen.

Erstgeborene sind die Einzigen, die den Bonus haben, „Zeit ihres (bisherigen) Lebens“ ihre Eltern für sich alleine zu haben. Kommt ein Geschwisterchen, müssen sie auf mindestens 50% – wahrscheinlich noch mehr – verzichten. Und das von einem Tag auf den anderen. Das ist eine potentielle Bedrohung für das Kind und natürlich versucht es – je nach Temperament durch besonders „braves“ oder völlig unangemessenes Verhalten – die Aufmerksamkeit der Eltern wieder auf sich zu richten. Auffälliges Verhalten bemerken die Eltern bald und können reagieren. Viel schwerer hingegen haben es Kinder, die erstmal versuchen mit „ganz lieb und brav sein“ mehr Aufmerksamkeit zu bekommen – sie werden oft übersehen und es kann daher leicht sein, dass sie, so sie mit diesem Verhalten nicht das erreichen, was sie möchten, später mit auffälligem Verhalten beginnen.

Wenn das Große wieder zum Baby wird

Auch kann das Verhalten des jüngeren Kindes die Eifersucht verstärken. Schreit es z.B. viel, schläft nicht und braucht es viel Zuwendung, fühlt sich das ältere Kind noch mehr vernachlässigt. Die Mutter trägt das Baby viel, sie ist freundlich zu ihm und hat ständig Kontakt. Es kann sein, dass das Erstgeborene selbst wieder „zum Baby wird“, Windeln verlangt, aus der Flasche trinken will usw. Wenn Sie dem nachgeben – und das sollten Sie – fühlt sich das Kind bestätigt und hört bald wieder auf damit. Denn wird ihm nach seiner Ansicht – und diese Ansicht ist ein subjektives Gefühl und daher nicht nach den Maßstäben der Eltern bemessen – nicht mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit zuteil wie dem Geschwisterchen, hat das Kind Angst, die Liebe seiner Eltern zu verlieren. Es beginnt zu kämpfen – oft mit harten Bandagen.

Eifersucht lässt sich nicht vermeiden, Eltern können sich aber ihrer Ursachen bewusst sein: Das Kind will nur seinen Rang innerhalb der Familie festigen und verteidigen. Wenn es merkt, dass alle Geschwister gleichrangig sind, dann wird das Bemühen, mehr Aufmerksamkeit zu erlangen oder das Geschwisterchen zu malträtieren, um dessen Position zu schwächen, weniger werden.

Eifersucht bei Geschwisterchen - meinefamilie.at
Ein guter Weg: das Kind miteinbeziehen.

Keine falschen Erwartungen wecken

Wichtig ist auch, dass Sie vor der Geburt keine falschen Erwartungen wecken. Kündigen Sie das Geschwisterchen nicht als neuen Spielkameraden an, denn dann ist die Enttäuschung über das kleine schreiende, schlafende Bündel, das die Mama unentwegt beschäftigt und auf das man immer Rücksicht nehmen muss, vorprogrammiert.

Besser ist, wenn Sie ihrem Kind erklären, dass die ersten Wochen anstrengend sein werden, dass das Baby viel schläft und schreit und es vorübergehend alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.

Man kann beschreiben, wie hilflos das Kind ist und das Geschwisterchen um Mithilfe bei der Pflege bitten. Viele Kinder sind anfangs sehr interessiert, beim Wickeln zuzuschauen oder beim Baden zu helfen. Das stärkt die Beziehung zu den Eltern und dem Geschwisterkind und vermeidet das Gefühl des Ausgeschlossenseins.

Sie können auch ihr Umfeld miteinbeziehen. Bitten Sie Verwandten und Freunde, allen Geschwisterkindern die gleiche Aufmerksamkeit zuteil kommen zu lassen. Dem Baby ist es z.B. egal, wer zuerst begrüßt wird – das größere Kind freut sich, wenn es weiterhin als Erstes wahrgenommen wird.

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