7. Juli 2017

Das Image des Kindes: Welchen Anteil tragen wir?

Image des Kindes - meinefamilie.at

Das heutige Image des Kindes verunsichert die Eltern. Ein gesellschaftskritischer Kommentar, der jeden einlädt, einen Beitrag zu einer kinderfreundlichen Umgebung zu leisten.

Fast alle kennen sie: Die Werbung mit Pfiff und Ironie, z.B.: Coole Kids zeigen heutzutage die Zunge, sind frech, toben und hinterlassen Chaos. Irgendwie lustig?

Dazu kommen Slogans wie „Geiz ist geil!“, tonnenweise Filme, in denen die Helden egoistisch, kaltschnäuzig, brutal und rücksichtslos sind. Sie zeigen vor, wie sich „Gewinner“ verhalten und gebärden.

Werbebotschaften prägen das Selbst- und Fremdbild

Werbung, Medien und das gesamtgesellschaftliche Umfeld haben großen Einfluss auf die kindliche Seele. Unbewusst werden solch aufgedrängte und manipulierende Bilder und Botschaften von der Psyche (nicht nur) des Kindes übernommen und beeinflussen innere Werte und Verhaltensmuster. Sie wirken sich auf die Art und Weise aus, wie Kinder sich selber fühlen und wahrnehmen, aber auch, welche Meinung andere von ihnen haben.

Verunsicherte und gequälte Eltern

Hinzu kommt, dass verunsicherte Eltern oft Angst davor haben, als autoritär zu gelten und verabsäumen es, liebevoll, aber ernst und klar Grenzen zu setzen, Werte zu vermitteln und den ihnen gebührenden Respekt einzufordern.

Das heimliche innere Credo der so genannten „Kuschelpädagogik“ lautet: „Alle Rechte den Kindern, alle Pflichten den Eltern.“ So entsteht folgendes Image: Kinder sind kleine, undankbare Monster mit schlechten Manieren, frech, fordernd, egoistisch, anstrengend und teuer. Dementsprechend verhalten sie sich dann auch.

Eltern solcher Kinder fühlen sich gequält, überfordert, ausgelaugt. Ihre liebevollen Gefühle mischen sich mit Ambivalenzen und es ist kein Wunder, wenn sie ihre Kinder insgeheim ablehnen und sich manchmal denken: „Warum habe ich mir das angetan?“

Kinderfeindliches Klima

Als Folge spüren wir ein kinderfeindliches Klima und viele Erwachsene sehen ihren Lebenszweck mehr darin, ein bequemes Leben zu führen und sich vom Konsumkuchen ein möglichst großes Stück abzuschneiden und leben die Einstellung: „Kinder? Wozu! Ich bin doch nicht dumm!“

Durch allerlei Modetrends wird das Image des Kindes auf dumme und verantwortungslose Weise geprägt – teils aus kommerziellen Interessen, teils aus einem falsch verstandenen Freiheitsideal.

Erziehungsauftrag statt Gleichgültigkeit

Unfair finde ich vor allem, wenn Erwachsene auf ihren Erziehungsauftrag verzichten, um sich dann, wenn sie sich überfordert fühlen, an der Jugend zu rächen, durch Gleichgültigkeit oder Ablehnung.

Ein kinderfeindliches Klima wird von unserer Gesellschaft allgemein, aber auch von jedem Einzelnen geprägt. Möge daher jeder für sich selbst prüfen, welchen Anteil er oder sie persönlich daran hat.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at