10. November 2015

Charakterschule Familie stärkt Persönlichkeit


Erziehung ist eine Sache, die ständig passiert. Meine Kinder sehen meine Fehler und wie ich damit umgehe. Ich bin dankbar für die Charakterschule Familie.

“Ich bin dankbar für die Charakterschule Familie”

Erziehung ist so eine Sache, die nicht getrennt vom Alltag in eigenen Lektionen, sondern „so nebenher“ die ganze Zeit passiert, die wir mit unseren Kindern verbringen. „So nebenher“ bekommen sie alles mit, was uns bewegt, was uns wichtig ist und wofür wir uns einsetzen. Diese Dinge bekommen für sie automatisch auch einen besonderen Stellenwert. Egal, ob das nun soziales Engagement ist, Freude an Natur und Kunst oder Sportbegeisterung. Kinder lernen anhand unserer Hobbys und sozialen Kontakte, wie wir Freundschaften pflegen, wie wir mit Konflikten umgehen und wofür es sich lohnt, viel Zeit zu verwenden.

Unsere Kinder bekommen unsere Fehler mit

Seit wir uns vor zwei Jahren entschieden haben, unsere Kinder selbst zu Hause zu unterrichten, mache ich mir noch viel mehr Gedanken als früher darüber, was ich unseren Kindern großteils unbewusst, teils bewusst vermittle. Da Georg und ich vorwiegend von zu Hause aus arbeiten, haben unsere Kids fast den ganzen Tag Zeit, uns zu beobachten. Sie bekommen (fast) alles mit, vor allem auch unsere Fehler und Schwächen – und wie wir damit umgehen. Ich möchte sichergehen, dass sie gute, wertvolle Dinge für ihr Leben mitnehmen. Deshalb muss ich, wenn ich möchte, dass ihr Charakter geschult und geschliffen wird, zuerst bei mir selbst ansetzen.

Vorbildwirkung spricht mehr als 1.000 Predigten

Meine Vorbildwirkung spricht mehr als tausend Predigten, die beim einen Ohr hinein-, beim anderen hinausgehen. Welchen Sinn hat es denn, wenn ich ihnen etwas vorschreibe, das ich selbst nicht tue? Zähneputzen nach jeder Mahlzeit? Alles nur Theorie. Kinderzimmer aufräumen! Und wie sieht mein Büro aus? Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich selbst inkonsequent bin. Immer wieder muss ich zähneknirschend zugeben, dass ich falsch liege. An sich selbst zu arbeiten ist wirklich keine einfache Sache. Vor allem, wenn einem dabei gleich fünf sehr aufmerksame und konsequente Mitmenschen zur Seite stehen!

Was bedeutet Charakterstärke?

Ich war immer schon reflektiert und auch selbstkritisch, doch seit wir Kinder haben, setze ich mich mit sehr vielen Themen noch gründlicher auseinander. Was ist unser Ziel als Christen? Welche Menschen möchten wir, dass unsere Kinder werden? Was bedeutet Charakterstärke? Die Bibel ist mir immer wieder ein guter Leitfaden und eine Hilfe in solchen Fragen. Einen guten, gesunden Charakter zu haben bedeutet im Prinzip nichts anderes, als jemand zu sein, der die „Früchte des Geistes“ in seinem Leben kultiviert hat. Das sind laut Galaterbrief 5,22: „…Liebe, Freude, Friede, Langmut, Rechtschaffenheit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ Wenn wir diese Dinge ernst nehmen, ist das ein volles Lebensprogramm. Allein schon wenn ich an den Punkt „Selbstbeherrschung“ denke… :-)! Oder an „Langmut“ bzw. Geduld…das dauert schon seine Zeit, bis diese Frucht heranreift.

Trotz Schwierigkeiten dankbar für Charakterschule Familie

Ich merke, ich bin, trotz aller Schwierigkeiten, sehr dankbar für meine Charakterschule Familie. Nirgendwo sonst bin ich so ungeschminkt ich selbst, und nirgendwo sonst erfahre ich, so, wie ich bin, geliebt zu sein. Gottes bedingungslose Liebe, seine Barmherzigkeit und seine Geduld werden mir immer wieder bewusst, wenn mein Ehemann und meine Kinder trotz aller Kritik Nachsicht mit mir üben, mir verzeihen (ja, Kinder verzeihen sehr schnell, oft viel schneller als Erwachsene!) und mich einfach von Herzen gern haben. Oft merke ich, wie ich beschämt bin von dieser unverdienten Liebe. Ich lerne Demut. Lerne Vertrauen. Lerne ein Stück Himmel hier auf Erden leben.

Passend dazu: Warten lernen – Kinder stärken

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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