28. Januar 2015

Auf das eigene Bauchgefühl hören


Das Kind ist krank, der Arzt nennt die Diagnose – und doch ist man nicht beruhigt. Warum es wichtig ist, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen, auch wenn man nicht vom Fach kommt.

Was das Bauchgefühl einem zu sagen hat

Das Kind ist krank, der Arzt nennt die Diagnose – und doch ist man nicht beruhigt. Warum es wichtig ist, sich auf sein Gefühl zu verlassen, auch wenn man nicht vom Fach kommt. Ich bin keine Ärztin. Nicht einmal annähernd. Auch sonst habe ich nichts mit Medizin zu tun. Und doch wusste ich es diesmal etwas besser. Zumindest weiß ich nun auch einmal mehr, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen kann – und muss.

Hautausschlag bei meiner Tochter

In diesem Fall ging es um einen Hautausschlag, der sich vor etwa zehn Tagen bei meiner Tochter bemerkbar machte. Erst nur an ein bis zwei kleinen Stellen, dann immer flächendeckender, was schließlich doch einen Gang zu unserer Kinderärztin notwendig machte. Denn andere Symptome gab es nicht – kein Jucken, keine Erkältung, kein Fieber, kein Kränkeln. Laut Kinderärztin handelte es sich um eine Virusinfektion, das hieß also, das gesamte geplante Wochenende wieder absagen. Aber unsere Tochter wurde nicht kränker und der Ausschlag veränderte sich auch nicht. Mein Bauch hingegen wurde immer nervöser und drängte zu weiterem Handeln. Was mich so stutzig machte war, dass die Sache nach keiner klassischen (Kinder)krankheit aussah, da sämtliche Symptome fehlten. Eine Allergie schloss ich eigentlich auch aus. Und eine Recherche auf eigene Faust brachte mich schon gar nicht weiter. Aber: ich bin ja auch keine Ärztin.

Zwei Ärzte, zwei Meinungen

Der zweite Kinderarzt, den wir zu Rate zogen, diagnostizierte dann doch einen „akuten Schub einer Neurodermitis“, der Ausschlag habe rein gar nichts mit einem Virus zu tun. Ganz im Gegenteil, Mirjam reagiere heftig auf etwas, das sie in der vergangenen Woche gegessen hatte. Na bravo. Zwei Ärzte – zwei komplett verschiedene Meinungen. Und obendrauf die Aussicht darauf, womöglich die nächsten Monate – oder länger – damit zu verbringen, auf der Suche nach einem Allergen zu sein, das sich nicht so leicht finden lässt. Diese frustrierende Neuigkeit beruhigte aber keineswegs meinen Bauch, dieser wollte immer noch mehr wissen. Nun stellte sich die Frage: noch ein Kinderarzt oder vielleicht doch ein Hautarzt?

Der Weg zum dritten Arzt

Eine Empfehlung führte uns schließlich zur dritten Kinderärztin. Diese bestätigte auf den ersten Blick Neurodermitis, der Ausschlag war aber nicht überall gleich, weshalb sie zur Sicherheit einen Rachenabstrich machte… Scharlach. Ohne Fieber. Wahrscheinlich Auslöser für die Neurodermitis.

Seither behandeln wir zweierlei Erkrankungen und hoffen sehr, dass die eine mit der anderen vergeht.
Unterstützend dazu schränken wir bei der Ernährung soweit es geht Milchprodukte und Zucker ein.

Zum Glück auf’s Bauchgefühl gehört

Zu Beginn hörte ich neben meiner Sorge auch eine innere Stimme, die mich fragte, ob ich wegen eines harmlos wirkenden Ausschlags nicht doch etwas überreagiere. Denn ein Arzt ist der Experte, hat viel gesehen und weiß es schlicht und einfach besser. Dennoch kann – wie sich gezeigt hat – auf Grund fehlender Symptome in einer vielleicht 10minütigen Behandlungszeit etwas übersehen oder falsch eingeschätzt werden, während wir Eltern unsere Kinder bis ins letzte Detail kennen und einfach wissen, wenn etwas nicht stimmt. Insofern ist es berechtigt und wichtig, eine zweite – und wenn nötig auch dritte – Meinung einzuholen, wenn es der Bauch vorgibt. Letztlich kann ich nur froh sein, auf mein Bauchgefühl gehört und mich nicht auf die ersten Meinungen verlassen zu haben, denn Scharlach kann unbehandelt nicht so ungefährlich sein. Und was die Neurodermitis betrifft, so drückt uns bitte die Daumen, dass es nicht zu einer endlosen Suche nach einem nicht verträglichen Lebensmittel wird!

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EIN ARTIKEL VON
  • Sabine Láng

    Immer schon von der französischen Sprache fasziniert, nützte ich mein Studium der Theaterwissenschaft, um neben Wien auch in Paris zu studieren. Heute kann ich Französisch beruflich nützen. Mein Mann und ich haben die schöne Aufgabe, unsere 3-jährige Tochter an die Musik heranzuführen!


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