6. Februar 2015

7-Minuten-Workout für den Elternalltag


Wenn als Mutter die Zeit für Sport kürzer ausfällt, kann ein effektives 7-Minuten-Workout helfen – oder einfach in den Alltag integrierter Sport, zwischen Windeln wechseln und Wäsche aufhängen.

„Papi, warum liegt Mami am Wohnzimmerboden?“ –
„Ich glaub, sie sportelt wieder!“

Ich bin ein Mensch, der gerne Sport macht. Und das hat sich auch nicht geändert, seitdem ich Ehefrau und Mami geworden bin. Doch während mir zu Schul- und Studienzeiten ein breites Repertoire an Möglichkeiten wie Handball, Leichtathletik, Geräteturnen, Joggen, Längenschwimmen, Muskeltraining – keine Ahnung, was mich damals geritten hat, viel zu schwere Hanteln zu stemmen, denn der Erfolg hat sich bis heute nicht eingestellt – Ultimate Frisbee, Snowboarden und Wakeboarden zur Verfügung stand, hält sich mein Angebot an sportlicher Betätigung mittlerweile sehr in Grenzen.

Einerseits, weil mir die Motivation mit den Jahren irgendwie abhanden gekommen ist, mich mit Schwung und Elan auf ein Reck zu schwingen oder mich völlig entstellt durch Badehaube, -brille und -anzug elegant ins kühle Nass zu schmeißen. Andererseits, weil mir mit drei Männern im Haushalt einfach die Zeit dafür fehlt.

Doch weil mir die allgemeine Liebe zur Bewegung geblieben ist und das zunehmende Alter mich doch mehr oder weniger dezent darauf aufmerksam macht, dass sich Fitness und Bikinifigur nicht mehr ganz von allein einstellen, musste eine sportliche Alternative her.

In 7 Minuten zum Erfolg

Und siehe da, vor einigen Monaten stieß ich tatsächlich auf ein Trainingsprogramm*, das verspricht, effektiv zu sein und tatsächlich nicht länger als sieben Minuten zu dauern. Es ist eine Art Zirkeltraining voll mit Hampelmännern, Liegestützen, Kniebeugen, Verkehrtliegestützen und an-der-Wand-Sitzen. Kurz – man macht zwölf Übungen, die jeweils nur 30 Sekunden dauern und bei denen man angeblich alles nur erdenklich Wichtige trainiert. Natürlich gilt: Wem sieben Minuten zu wenig sind, der kann das Workout einfach verdoppeln oder verdreifachen, je nach Zeit und Anstrengungsbedarf. Auch wenn ich mir anfänglich euphorisch vorgestellt habe, wie wir uns alle vier höchst motiviert in unserer Wohnung sportlich verausgaben, bin und bleibe ich die Einzige, die sich bereits frühmorgens am Wohnzimmerboden auspowert.

Ob diese paar Minuten „Herumgehopse“, wie mein Mann zu sagen pflegt, jedoch wirklich etwas bringen? Na sicher! Und wenn es doch nicht gleich zum erwünschten Ergebnis kommen sollte, kann ich garantieren, dass die herumstehenden Zaungäste ihre Freude damit haben werden – ich glaube, es gibt für meine Buben kaum etwas Unterhaltsameres, als mir beim Wohnungssporteln zuzuschauen.

Wenn die Tage länger werden

Da dieses Hometraining im Wohnzimmer absolviert wird, finde ich es besonders für die kalten und dunklen Wintermonate geeignet. Sobald sich aber die Sonne dazu aufrafft, vor sechs Uhr den Tag zu beginnen, werde ich es ihr gleich tun und mich wieder in mein schickes Laufoutfit schmeißen und meine Runde drehen. Dafür opfere ich dann auch gerne mehr als sieben Minuten meines Tages.

Durch den Alltag zu Olympia

Und wer auch beim besten Willen keine Zeit für sieben Minuten Workout aufbringen kann oder will, der kann seine alltäglichen Situationen dazu verwenden, sich auf olympisches Niveau hochzutrainieren:

  • Kurz nach dem Verlassen der Wohnung ein schnelles Lauftraining durch die Wohnung, weil wieder etwas gaaaanz Dringendes vergessen wurde (zugegeben, nicht immer sind die Kinder schuld)
  • 60-Meter-Sprint zur nächsten Toilette, da sonst ein nasses Malheur in einer Kinderunterhose passieren könnte
  • Mitternächtliches Armmuskeltraining beim Wäscheaufhängen, -abnehmen und -zusammenfalten
  • Nächtlicher Stationenlauf, um die schreienden Kinder zu versorgen
  • Oberschenkeltraining beim Baby-in-den-Schlaf-Einschaukeln auf dem Hüpfball
  • Hürdenlauf durch das von Spielsachen überflutete Wohnzimmer
  • Muskeltraining beim synchronen Buggyschieben, Einkäufetragen und diversen Kinderfahrzeugeschleppen, weil jemandem nach zehn Minuten wieder einmal die Bewegungslust vergangen ist
  • Armmuskeltraining beim Schaukelanstupsen
  • Tägliches Reflex- und Konzentrationstraining auf dem Esstisch, um das niemals enden wollende Umschütten diverser Flüssigkeiten so gering wie nur möglich zu halten
  • Ausdauertraining bei eigentlich jedem nur erdenklichen Arztbesuch mit Kindern
  • Lauftraining beim Einkauf, um alle mitgeschleppten Kinder beisammen zu halten
  • Kampftraining im eigenen Bett, um ein freies Platzerl und Schlaf ergattern zu können
  • Schnellkautraining, damit niemand mitbekommt, dass man sich ein Stück der Lieblingsschokolade gegönnt hat, die man sonst womöglich teilen müsste

 * Zur Erleichterung gibt es eine große Auswahl an Apps, die einem das exakte Einhalten der 30-Sekunden-Intervalle für jede Übung, die mit möglichst vielen Wiederholungen exerziert werden soll, ungemein vereinfacht. Ich persönlich verwende den „runtastic Timer“ für iOS.

 

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EIN ARTIKEL VON
  • Vali Schwarzbauer

    Nachdem ich als Vierling aufgewachsen bin und unsere Söhne (3, 6) großziehen darf, kenne ich die Höhen und Tiefen einer Familie. Darüber zu schreiben, ist neben dem Homeschooling unserer Kinder eine willkommene Abwechslung. Was mich noch begeistert: Gott, mein Mann, Laufen, Erdnussbutter und ein gutes Buch.


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