6. April 2018

Wie sich Oma, Opa und (Klein)kind auf Augenhöhe begegnen können

Wie sich Oma, Opa und (Klein)kind auf Augenhöhe begegnen können - meinefamilie.at

Man könnte meinen, dass regelrecht Welten zwischen einem Kind zwischen 0 und 6 Jahren und dessen Großeltern liegen. Das stimmt auch. Doch über das Spielen können sie sich begegnen und einander verstehen lernen.

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“. Diese klugen Satz schrieb einst Friedrich Schiller. Folgt man diesem Satz und dessen impliziter Theorie, dann ist der „Spieltrieb“ den Menschen immanent. Wer spielt, ist ganz Menschen und wer ganz Mensch ist, der spielt. Der Begriff „homo ludens“, der spielende Mensch, geht in eine ähnliche Richtung. Der Mensch entwickelt in dieser Theorie seine Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihn wiederum und ausmachen, über das Spiel.

Nicht aufs Spielen vergessen!

Nun wäre es ein Fehler daraus abzuleiten, dass wir zu wenig spielen und zu viel arbeiten. Aber wir „spielen“ zu wenig, wenn wir arbeiten. Wir gehen Dinge zu mechanisch und zu wenig spielerisch an. Unsere Arbeit hat oft zu wenig mit unseren tatsächlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu tun, die wir bis dahin entwickelt haben. Oft treiben uns finanzielle Sorgen und reines, pragmatisches Zweckdenken. Dadurch vergessen wir auf das „Spielen“.

Wieder spielen lernen

Das Problem ist auch, dass wir dadurch das Spielen im eigentlichen Wortsinn ganz leicht verlernen. Die Welt der Kinder, die sich stundenlang mit kleinen Dingen und simpelstem Spielzeug beschäftigen können, wird uns fremd. Womöglich blicken wir gar, wenngleich meist uneingestanden, argwöhnisch und neidvoll auf diese für uns verloren gegangen oder zumindest unzugänglich gewordene „Spiel-Welt“.

Der Umkehrschluss ist aber nur logisch: Wenn wir durch Kinder wieder lernen zu spielen, dann gelingen und auch Alltag und Berufsalltag wieder spielerisch oder spielerischer. Oder anders gesagt: Indem wir durch Kinder wieder spielen lernen, lernen wir auch, dass wir uns unsere Freiheit und unseren Handlungsspielraum Schritt für Schritt „erspielen“ können. Es ist sozusagen der Ausweg aus der zum Teil selbstverschuldeten Unfreiheit, die wir uns eingehandelt haben als wir aufgehört haben zu spielen oder das Spiel in den privaten Bereich abgeschoben haben.

Großeltern und Kinder lernen voneinander

In der Begegnung von Oma, Opa und (Klein)kind liegt somit enormes Potential. Begegnen sich Kinder und Großeltern, können beide voneinander profitieren. Die Großeltern entdecken das „Kind“ in sich und die Kinder können am ungleich größeren Erfahrungsschatz von Oma und Opa andocken. Beide werfen viel in die Waagschale. Die Großeltern ihre Lebenserfahrung und ihren Erfahrungsschatz an sich, die Kinder ihre Neugierde und ihren noch weitestgehend unverstellten Zugang zur Welt und zu den Dingen. Wenn sich diese beiden „Weltzugänge“ im Spiel begegnen, kann Überraschendes und Großartiges geschehen.

Oma-Opa Kurse

Bei den anstehenden Oma-Opa Kursen, in denen man unter anderem das Spielen als zentralen Baustein des Lebens kennenlernen kann, können interessierte Großeltern den Schritt hin zum Spiel und zur Begegnung mit den Enkelkindern auf Augenhöhe gehen. Auch der gemeinsame Umgang mit Internet, Smartphone und Tablet, die ja ebenfalls spielerisch benutzt werden können, steht am „Lehrplan“.

Kurse gibt es demnächst in Landeck und in Buch bei Jenbach/Tirol. Inhalte und Termine findet man HIER.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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