9. November 2020

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel – Lernen mit allen Sinnen

lernen mit allen Sinnen - meinefamilie.at

Wie sollen Familie und Schule unsere Kinder auf das Leben vorbereiten? Hier einige Denkanstöße:

Lernen ist mehr als Wissensvermittlung. Zu Sokrates Zeiten machte man sich mit den Schülern Gedanken über den Lauf der Welt. Die klassische Erziehung legte gleichermaßen Wert auf Wissenschaft, Ethik, Literatur und Kunst.

Unermüdlich probieren und forschen Kinder, bis sie ein Problem gelöst haben. Sie erforschen Raum und Zeit, erkennen Zusammenhänge, üben bis zur Perfektion. Eingetrichtertes, abstraktes Wissen hingegen, mit Druck verabreicht, erzeugt Widerstand.

Kleine Kinder lernen mit allen Sinnen und haben Freude daran. Am besten sind jene Kinder auf die Schule vorbereitet, die sich laufend, kletternd, spielend, beobachtend und experimentierend austoben konnten, umgeben von Dingen des täglichen Lebens, umgeben von Pflanzen und Tieren und einer freundlichen, ermutigenden Familienatmosphäre, die zum Nachahmen und Mitmachen einlädt, wo Kinder ihre Energien und Fantasien in einem geschützten Ordnungsrahmen ausleben können. Die moderne Hirnforschung bestätigt: Je mehr Sinneskanäle aktiviert und lustvolle Erfahrungen gemacht werden, umso größer der Lernerfolg. Positive oder negative Gefühle spielen eine enorme Rolle beim Aufnehmen und Merken von Lerninhalten.

Eingetrichtertes, abstraktes Wissen, mit Druck verabreicht, erzeugt Widerstand.

Ein gesundes Kind kennt keine Langeweile. Anders bei Kindern, die vor dem Bildschirm ruhiggestellt, mit virtuellen Bildern, Reizen und vorgefertigtem Spielzeug überfordert werden. Sie haben weniger Gelegenheit, echte Erfahrungen zu machen, Geschicklichkeit zu üben, ihre Fantasie, Motorik und Feinmotorik zu trainieren. Ein Grund mehr für die Schule, hier gegenzusteuern. Jedes Kind sollte seinen Möglichkeiten und Begabungen gemäß anerkannt und gefördert werden. Geschicklichkeit, Fantasie, musische, kreative und soziale Begabungen sollten aufgewertet und damit jedem Kind mehr Chancen auf Erfolg aufgetan werden. Das abstrakte schulische Erlernen der Kulturtechniken und erforderlichem Wissen würde dadurch nicht vernachlässigt, sondern erhielte zusätzliche Nährstoffe.

Lernen ist mehr als Wissen anhäufen und speichern, das ist heutzutage jederzeit per Knopfdruck abrufbar. Die Menschen der Zukunft müssen verantwortungsbewusst, teamfähig, mutig und offen sein für neue Erfahrungen und brauchen kreative Problemlösungskompetenzen. Darauf sollte die Schule vorbereiten.



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