8. Oktober 2020

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel – Klassenwohlfühlklima


So wie Pflanzen einen nährstoffreichen Boden und guten Dünger brauchen, so brauchen Menschenkinder passende atmosphärische Voraussetzungen, um gute Leistungen erbringen zu können.

Bevor von Leistung die Rede sein kann, muss die Schule geeignete psychologische Voraussetzungen schaffen und auf Selbstwertgefühl, Dazugehörigkeitsgefühl und Motivation schauen. Die positive Beziehung zur Lehrperson und zu den Mitschülern ist die tragende Säule, eingebettet in ein Klima, das Neugierde weckt und Leistung mit Freude statt mit Versagensängsten verbindet. Jedes Kind hat sein Tempo, seine Begabungen, seine persönlichen Stärken und Schwächen. Gerade in den ersten Jahren ist es wichtiger, Begeisterung zu wecken und Erfolgserlebnisse zu bescheren, anstatt Lehrpläne durchzupeitschen. Dann wird jedes Kind sein Bestes geben, je nach persönlichen Begabungen, Stärken und Schwächen.

Gute Lehrer-Schüler Beziehung und Klassenklima

Unabhängig davon, wie viel Wertschätzung Kinder zu Hause erfahren, ein Klassenlehrer hat unzählige Möglichkeiten, Anerkennung zu geben und Selbstwert zu stärken. Kinder können lernen, sich gegenseitig zu ermutigen und Konflikte wertschätzend auszutragen. Die geförderte und wachsende Kameradschaftlichkeit trägt enorm zur Freude am Lernen bei.

Kinder spüren Liebe, Ungeduld oder Gleichgültigkeit ihrer Lehrkraft. Beziehungsarbeit ist sowohl eine Frage der Einstellung, als auch der Methodik. LehrerInnen müssen praxisorientiert ausgebildet sein, um gruppendynamische Prozesse gut begleiten zu können, um Kinder zu stärken und sich selbst vor Burnout zu bewahren. Auch für den Lehrer ist es schöner, geachtet und geliebt statt gefürchtet oder gar gehasst zu werden.

Kreative Wissensvermittlung

Die in Ermutigung und Klassenklima investierte Zeit bringt reiche Früchte, weil die Kinder kooperativ, leistungsbereit und arbeitsfähig werden. So lassen sich viele inneren und äußeren Störfaktoren vermeiden oder können schneller behoben werden. Eifer und Freude liegen in der Luft und machen die Kinder neugierig auf neues Wissen, das sie aktiv und kreativ erarbeiten beziehungsweise in angemessenen Portionen verabreicht bekommen. Das Erfolgserlebnis „schau, was ich kann!“ spornt dann zu immer mehr Leistung an. Mir geht es nicht um eine oberflächliche Kuschelpädagogik, die nichts von Kindern verlangt, sondern darum, sie in ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen und ihnen etwas zuzutrauen. Die Kernbotschaft muss lauten: „Du bist wichtig und wertvoll, du kannst was, auf dich kommt es an!“

 



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