31. März 2021

„Erziehung ist (k)ein Kinderspiel!“ – Haben Sie Ihr Kind heute schon gelobt?

kinder loben - meinefamilie.at

Auch das Loben will gelernt sein. Welche Regeln sind dabei zu beachten? Denn Lob kann motivieren, aber auch klein machen. 

Einen solchen Aufkleber oder Merkzettel sollten Eltern an gut sichtbarer Stelle anbringen und in den Katalog der guten Gewohnheiten aufnehmen. Ja, viele Eltern geben wohl Rückmeldung über Dinge, die sie an ihren Kindern stören, vergessen aber leicht darauf, das Positive hervorzuheben: „Es war fein, mit dir im Wald spazieren zu gehen!“ „Ich finde es schön, dass du für Omi einen schönen Blumenstrauß gepflückt hast!“ „Ich freue mich, dass dir die Hausübung so gut gelungen ist!“

Beschreibend und differenziert loben

Ihr Lob soll ehrlich sein, nicht flüchtig und unaufmerksam. Übertreiben Sie nicht beim Loben und loben Sie nicht in Bausch und Bogen, sondern differenziert. Sagen Sie, was Ihnen genau an der Arbeit oder Zeichnung gefällt, nicht einfach „super!“ Denn sonst wird das Kind Ihrem Lob wenig Wert beimessen und es wird ihm keine Hilfe sein, an sich zu arbeiten und seine Leistungen zu verbessern. Vielleicht denkt es auch unbewusst: „Meine Mutter nimmt mich eigentlich gar nicht ernst. Sie sagt das nur, um mich nicht zu kränken.“ Kinder haben einen untrügerischen Sinn für das Echte.

Nicht durch Lob klein machen

Manchmal reagieren Kinder auf Lob sogar allergisch: Wenn es allzu gekünstelt wirkt oder Selbstverständlichkeiten hervorgehoben werden, die dem Entwicklungsstand des Kindes nicht mehr entsprechen – dann fühlt es sich nämlich wie als Baby behandelt. Es genügt, wenn wir Aufmerksamkeit schenken und Dinge einfach positiv zur Kenntnis nehmen durch ein schlichtes „Danke!“

Nicht vom Lob abhängig machen

Bei allem Positiven, das Lob und Anerkennung mit sich bringen, soll eines vermieden werden: nämlich, dass das Kind von Ihrem Lob abhängig wird und an seinen Fähigkeiten zweifelt, wenn es einmal aus bleibt. Das können Sie erreichen, wenn Sie sozusagen den Ball immer wieder zurückspielen und das Kind fragen, was es denn selber von seiner Leistung hält. „Wie gefällt es dir selber?“ 

Zeigen Sie Interesse, indem Sie konkrete Fragen stellen

 „Was bedeutet dieses Viereck hier im Hintergrund? Was macht dieser Hund neben dem Kind?“ Oder: „Du warst aber schnell damit fertig.“ Und Sie werden staunen, wie kompetent schon kleine Kinder antworten, z.B.: „Weißt du, hier habe ich mir nicht sehr viel Mühe gemacht, denn ich möchte gleich wieder spielen gehen!“ oder: „Das Pferd ist mir noch nie so gut gelungen wie heute.“ So lernt es, einen selbstbewussten und kritischen Bezug zur eigenen Leistung herzustellen, aber auch, Kritik einzustecken. Das ist ganz wichtig, denn in der Schule wird es auch auf Fehler hingewiesen, die es ausbessern muss.

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Wenn Kinder durch Ihre beschreibenden und fragenden Rückmeldungen immer wieder lernen, über sich selbst zu reflektieren, steigt ihr Selbstbewusstsein und sie lernen, an sich zu glauben – auch wenn das Lob einmal ausfällt.


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