13. Juli 2021

„Erziehung ist (k)ein Kinderspiel!“ – Eltern, bitte nicht nörgeln


„Aus dir wird nie etwas!“ Solche und ähnliche Sätze „entrutschen“ manchen Eltern, wenn sie sich über die Ungeschicklichkeit, den Widerstand oder die Faulheit ihrer Kinder ärgern. Man muss sich bewusst machen, dass auch unbedachte Äußerungen dem kindlichen Selbstbewusstsein schaden.

Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder ebenso tüchtig oder noch tüchtiger werden als sie selber oder auch, dass ihnen schlechte Erfahrungen erspart bleiben. So kommt es, dass wir sie mit unseren Erwartungen überfordern und uns ärgern, wenn sie nicht in unserem Sinne reagieren und „funktionieren“. Leicht geraten Eltern dabei in die Situation zu nörgeln, abwertende Bemerkungen zu machen und Prophezeiungen wie die obige von sich zu geben.

„Es hat ja eh’ keinen Sinn, sich zu bemühen, es nützt ja doch nichts!“

Das Schlimme daran ist, dass durch solche Aussagen das Selbstwertgefühl Ihres Kindes stark angegriffen wird. Das Kind wird auf Versagen „festgenagelt“. Die Misserfolge häufen sich und es wird sich selber zunehmend als „Versager“ sehen und erleben. „Es hat ja eh’ keinen Sinn, sich zu bemühen, es nützt ja doch nichts!“ prägt sich bei Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter ein. Der Teufelskreis beginnt sich zu drehen und die Prophezeiung sich zu erfüllen. Auf diese Weise tragen Eltern dazu bei, dass oft gerade das eintritt, was sie verhindern wollen. Denn der Glaube hat eine enorme suggestive Kraft, im Guten wie im Schlechten.

„Ich glaube an dich!“

Darum wäre es besser beispielsweise zu sagen:

„Ich glaube daran, dass du es schaffst, denn du hast das Zeug dazu.“

„Ich weiß, in dir steckt ein guter Kern, auch wenn es momentan nicht so aussieht.“

„Überlegen wir uns gemeinsam, was zu tun ist!“

Positive Formulierungen und angemessene Konfrontation mit der Realität helfen Ihnen und Ihrem Kind, den Teufelskreis des Misserfolgs zu durchbrechen. Es geht nicht darum, alles kritiklos hinzunehmen, sondern ehrlich zur Selbstkritik einzuladen und mehr auf die Stärken als auf die Schwächen des Kindes zu achten. Das Kind erkennt auch, dass es selbst dazu im Stande ist, etwas zu schaffen, zu bewegen. Selbst Entscheidungen oder Tätigkeiten zu bewältigen – dadurch erhält es Selbstbewusstsein, welches sich zunehmend steigert, je mehr Zuspruch man dem Kind gibt. Versuchen Sie als Elternteil bewusst positiv zu kommunizieren und bedenken Sie Ihre Sprache. Dies mag in Affektsituationen nicht immer einfach sein, aber es macht sich für den Selbstwert Ihres Kindes und für einen später selbstbewussten Menschen bezahlt. 

Ihre elterliche Liebe sollte jedoch niemals von Leistung und Wohlverhalten abhängig sein, denn diese braucht es gerade dann am meisten, wenn es versagt hat. 

Angebot

Familienberatung finden



Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

MeineFamilie.at