20. April 2018

Beikosteinführung Schritt für Schritt

Beikosteinführung Schritt für Schritt - meinefamilie.at

Mit der Umstellung auf Beikost entlassen Eltern ihren Nachwuchs einen kleines Stück in die Unabhängigkeit. Bis zur vollständigen Umstellung dauert es jedoch einige Zeit. Oft fragen sich Eltern, was wichtig ist und was sie beachten können. Die Diätologin Martina Heigl erklärt, wie diese Veränderung Schrittweise und vor allem erfolgreich geschehen kann und gibt wertvolle Tipps.

Wollen Eltern mit der Beikostgabe beginnen, ist vor allem wichtig, dass sie mit kleinen Mengen beginnen und dabei nicht zu schnell vorgehen. Jedes Kind ist individuell und lernt und lebt in seinem eigenen Tempo.

Für den Anfang genügt es, wenn man dem Kind einige Teelöffel voll Brei füttert. Ein ganzes Glas Babybrei ist für den Anfang meist noch zu viel.  Eltern sollten nicht erwarten, dass das Kind die neue Nahrung sofort vollständig akzeptiert – begleitend soll man deshalb weiterhin stillen oder Säuglingsnahrung geben.

Grundelgende Empfehlungen für die Beikosteinführung

Um die Umstellung erfolgreich voranzutreiben sollte mit der Mahlzeit begonnen werden, die am wenigsten Druck verursacht und bei der alle entspannt sind. -z.B. eine Zwischenmahlzeit, bei der die Aufmerksamkeit beim Baby liegt und nicht bei der Versorgung weiterer Familienmitglieder. Eltern sollen bei Möglichkeit von Anfang an auf eine regelmäßige Mahlzeitenstruktur für ihre Kinder achten. Ein Problem vor dem sich junge Eltern oft fürchten ist, dass sie nicht erkennen wenn das Baby satt (oder noch hungrig) ist. Beinahe untrügliche Anzeichen dafür, dass das Kind bereits satt ist sind:

  • Der Kopf wird vom Essen abgewandt.
  • Der Mund wird ganz verschlossen.
  • Der Löffel wird weggeschlagen.
  • Der Teller wird weggeschoben.
  • Die Nahrung wird wiederholt ausgespuckt.

Wenn das Baby eine Breimahlzeit vollständig akzeptiert hat, kann man damit beginnen, weitere Mahlzeiten langsam durch die Beikostgabe zu erweitern.

Tipp: Alle 3-4 Wochen eine neue Mahlzeit einbauen.

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Z.B. Zu Beginn kann man dem Kind zusätzlich zum Stillen oder zur Flaschennahrung probeweise einen  Löffel Brei geben. Kommt das Baby damit gut zurecht, kann man die Anzahl der gefütterten Löffelchen steigern bis das Kind eine ganze Breimahlzeit essen kann. Danach beginnt man damit, eine zweite Breimahlzeit im Speiseplan des Kindes zu etablieren. Sobald das Kind auch diese essen kann, können auch die Zwischenmahlzeiten langsam mit Brei oder Obststücken ersetzt werden bis das Kind schlussendlich auch eine dritte Mahlzeit erhalten kann.

Es ist empfehlenswert, wenn das Baby gemeinsam mit seiner Familie beim Essen gefüttert wird. Eltern sollten ihr Kind nicht vor der gemeinsamen Mahzlezit füttern – ansonsten muss es danach den Familienmitgliedern beim essen zusehen.

Der perfekte Brei

Der „perfekte“ Brei für eine weitere erfolgreiche Beikosteinführung setzt sich zusammen aus 30 g Fleisch oder Fisch (gedünstet und dann püriert)+100 g Gemüse (gedünstet, ggf. pürieren) + 50 g stärkereiche Zutat (z.B. Kartoffel, Reis, Süßkartoffel, Hirse)+1TL hochwertiges pflanzliches Öl (kein Kokosöl). Gut geeignet für den Start sind beispielsweise Karottenbrei, Zucchini-Pastinakenbrei oder Zucchini-Kalbfleisch-Karottenbrei. Als Zwischenmahlzeit eignen sich Obstmus oder auch Obstrohkost (z.B. Bananenscheiben, Apfelspalten…) Ab dem Beikostbeginn können dem Kind auch Getränke gegeben werden. Ideal sind natürlich Wasser und ungesüßte Tees.

Welche Nahrungsmittel eignen sich für die Beikosteinführung

GeeigneteLebensmittel:

  • Gemüse
  • Obst
  • Hülsenfrüchte
  • Getreide
  • Fleisch
  • Fisch
  • Ei

Ungeeignete Lebensmittel:

  • Honig
  • Salz
  • Zucker
  • scharfe Gewürze
  • rohes Fleisch
  • roher Fisch
  • rohes Ei
  • verarbeitete Fleischwaren (Wurst, Speck etc)
  • Limonade
  • koffeinhaltige Getränke

Vorsicht bei Nüssen und Samen : Verschluckungsgefahr!

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EIN ARTIKEL VON
  • Martina Heigl

    "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" - frei nach diesem Zitat von Sokrates ist es mir als Diätologin ein Anliegen, gesunde Kost in den Alltag einzubauen. Das Ganze ohne Verbote aber mit viel Genuss.


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