10. Juni 2018

Wie gut es ist, wenn Papa da ist

Vater und Sohn Alltag - meinefamilie.at

Mit der Kampagne „Vater sein – verpass nicht die Rolle deines Lebens“ will der Katholische Familienverband Väter dazu motivieren, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. „Ein aktiver, präsenter Vater zu sein, das ist heute eine bewusste Entscheidung. Eine, die sich lohnt“, sagt dazu Christoph Heimerl, Vizepräsident des Familienverbandes.

Als Vater habe ich oft den Wunsch, mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Ich möchte für sie da sein, ihre Probleme kennen und ernst nehmen. Oder ihnen einfach praktische Dinge, wie das Angeln, beibringen. Gemeinsam einen Fisch fangen und braten – das ist wirklich reines Glück für mich“, erzählt Christoph Heimerl. Drei wunderbare Kinder, Söhne im Alter von 12, 14 und fast 18 Jahren, habe er. Und neben seinem Beruf als Steuerberater und seinem Engagement als Pfarrgemeinderat und Vizepräsident des Katholischen Familienverbandes, versuche er sich so viel Zeit, wie irgendwie möglich für die Buben zu nehmen. „Vater zu sein, ein aktiver, ein präsenter Vater zu sein, das ist heute eine bewusste Entscheidung“, ist er überzeugt.

Bewusst Freiräume schaffen

Eine bewusste Entscheidung zu der der Katholische Familienverband mit seiner Kampagne „Vater sein – verpass nicht die Rolle Deines Lebens“ motivieren möchte. Das Leben sei heute auch für Väter sehr stressig, sagt Christoph Heimerl. Gerade wenn man mitten im Beruf stehe, den Eindruck habe, sich beweisen zu müssen und gleichzeitig eine Familie gründet. Auch Ablenkungen anderer Art gebe es mehr als genug. „Wenn ich da dann auch noch Zeit für meine Kinder haben möchte, muss ich mir bewusst Freiräume schaffen.“ Das sei nicht immer leicht, aber in jedem Fall lohnenswert.

Druck nehmen

„Zweifelsfrei sei da auch die Gesellschaft gefragt: „Ich denke tatsächlich, wir müssen gesamtgesellschaftlich Druck von unseren Vätern nehmen. Unsere Gesellschaft muss üben, Vätern diese Freiräume zu geben bzw. es zu akzeptieren und gut zu heißen, wenn Väter sich diese Freiräume nehmen. Chefs etwa müssen üben, es zu ermöglichen, einen Vater auch mal früher gehen zu lassen, wenn er sein Kind aus dem Kindergarten abholen muss oder bei seinem kranken Kind daheim bleibt. Situationen wie diese gehören schließlich zum Leben, zum Familienleben dazu“, sagt Christoph Heimerl.

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Mehr Spaß am Vater sein

„Ich würde mir wünschen, dass Väter die Möglichkeit bekämen, flexibler zu arbeiten und vor allem: weniger erschöpft aus dem Büro zu gehen. Für die Kinder wünsche ich mir das, aber auch für die Väter selbst, damit sie mehr Spaß am Vater sein haben können. Ein Mann, der völlig erschöpft aus dem Büro rausgeht, der will sich zu Hause zu allererst in den meisten Fällen wohl einfach mal fallen lassen, an nichts denken müssen, an nichts teilhaben müssen. Das lässt sich aber mit einer aktiven Vaterrolle nicht verbinden. Vater zu sein ist keine Rolle, in der man sich fallen lassen kann. Da wird man belagert, gefordert, bestürmt“, lacht Christoph Heimerl.

Väter sind belastbarer

Nebenbei bemerkt würden nicht nur Väter und ihre Kinder von einer aktiven Vaterschaft profitieren, sondern die gesamte Gesellschaft. Eine partnerschaftliche Aufteilung der Erziehungsarbeit stärkt Frauen. Die Wirtschaft profitiert von den Kompetenzen der aktiven Väter. Denn wer das Familienleben gut unter einen Hut bringen kann, behält auch im stressigen Beruf kühlen Kopf. Väter sind belastbarer, haben mehr Übersicht, mehr Ruhe in hektischen Situationen. Wer Väter bei sich in der Abteilung, als Arbeitnehmer habe, wisse, wovon er rede. Väter bringen andere Qualitäten mit in eine Firma, aber sie stellen, wollen sie ein aktiver Vater sein, auch unter Umständen andere Ansprüche an ihre Arbeitsstelle.

Wahrgenommen und wertgeschätzt

Was Christoph Heimerl Vätern zum Vatertag wünscht? „Dass das, was sie machen, mehr wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Dass die Kinder ihren Vätern öfter ein ,Danke Papa, dass Du da bist. Ich bin froh, dass ich dich habe.‘ sagen.“ Denn ob die Kinder das sagen können, zufrieden mit ihrem Papa sind, das sei doch am Ende die Messlatte, „die für uns Väter zählt“. Wenn man diese Dankbarkeit spüre, dass sei das größte Geschenk.
Immer öfter befalle ihn der Eindruck, „dass wir heute manchmal auf die Väter vergessen. Wir vergessen, was sie für die Familie leisten, was sie zum Funktionieren des Haushaltes beitragen – und ich meine jetzt eben nicht nur ihr Beitrag zum Familienbudget. Alles, was darüber hinaus passiert, wird nicht gesehen, nicht wahrgenommen.“ Wenn ein Vater etwas repariere etwa, die Glühbirnen tausche oder den Wochenendeinkauf erledige, dann sei das ein wichtiger Beitrag zum Funktionieren des Haushaltes und kein Hobby ausüben.

Neugierig auf mein Kind

Was Christoph Heimerl den Vätern darüber hinaus noch wünsche? „Dass sie die Neugierde an ihren Kinder nicht verlieren oder wieder entdecken. Neugier ist doch eine enorm wichtige Sache, enorm wichtig für die Entwicklung eines Menschen. Jedes Kind hat sie und auch wir Erwachsene brauchen sie, um vorwärts zu kommen. Die Antriebsfeder muss sein, dass wir wissen wollen, was unsere Kinder machen – nicht im Sinne einer Bespitzelung, sondern im Sinne eines ehrlichen Interesses an unserem Nachwuchs.

www.vatersachen.at

Einer der Eckpfeiler der Kampagne „Vater sein – verpass nicht die Rolle deines Lebens“ des Katholischen Familienverbandes ist die Website „vatersachen.at“. An diesem „virtuellen Väterstammtisch“ können sich Väter über ihr Vater sein austauschen und finden Anregungen für Aktivitäten mit Kindern jeder Altersstufe.

Papamonat Juni

Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien hat den Juni zum „Papamonat“ erklärt. Unter familienverband@edw.or.at kann man sich dafür anmelden. Per E-Mail bekommt man dann eine Liste mit Vorschlägen, was Väter mit ihren Kindern in diesem Aktionsmonat unternehmen könnten. Die Vorschläge erstrecken sich auf die Bereiche Geschichten und Erzählungen, Essen und Kochen, Spielen und Basteln, Veranstaltungen und Kultur, Ausflug, Wandern und Sport.

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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