11. März 2020

Mit Kindern einkaufen gehen oder wie ich meinen Familienalltag plane

Mit Kindern einkaufen gehen oder wie ich meinen Familienalltag plane

Einkaufen mit kleinen Kindern ist immer eine Herausforderung. Völlig reibungsfrei funktioniert es nur unter besonderen Umständen. Den mühsamen Besuch im Supermarkt umgeht meine Familie, indem sie den Speiseplan eine Woche im voraus erstellt und danach einkauft. 

Gestern ist es passiert. Das wovor viele Mütter ziemlichen Respekt haben. Die 2-jährige hat sich mit ohrenbetäubendem Gebrüll auf den Boden geworfen, weil nicht sie, sondern die große Schwester das Joghurt aus dem Regal nehmen durfte. Unter den missbilligenden Blicken der anderen Käufer habe ich die Kleine hoch genommen.

Mit viel beruhigenden Worten und dem Versprechen, den Käse selbst aussuchen und in den Wagen legen zu dürfen, ließ sie sich dann beruhigen. Geschwitzt habe ich aber trotzdem im Supermarkt vor dem Kühlregal. Zuhause angekommen ist mir aufgefallen, dass ich all das nicht beachtet habe, was ich mir immer geschworen habe, zu tun.

Müde und hungrige Kinder kaufen nicht gerne ein

Ich habe die Kinder müde, hungrig und nach einem langen Tag in der Krabbelgruppe und im Kindergarten zum Einkaufen mitgeschleppt. Und wieder einmal habe ich mir vorgenommen, dass sie mich nur in den Supermarkt begleiten sollen, wenn sie satt und zufrieden, ausgeruht und nicht voller Eindrücke von der Welt da draußen sind. Das macht es für mich einfacher und ist sicher auch für die Kinder angenehmer.

Grundsätzlich tue ich das nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt und ich ganz dringend etwas besorgen muss z.B. wenn uns Brot und Käse für das Abendbrot ausgegangen sind. Grundsätzlich nämlich, sind wir sehr gut organisiert.

Als die Große geboren wurde und ich feststellen musste, dass ich nicht mehr so flexibel und entspannt einkaufen gehen konnte, hat den Großeinkauf mein Mann übernommen. Ich leiste die Vorarbeit. Dazu bedarf es etwas Planung.

Der Großeinkauf am Wochenende erleichtert die Speisenwahl unter der Woche

Freitag Abend erstelle ich den Speiseplan für die kommende Woche. Jedes Mittagessen, jedes Abendessen und die Jausen für die Kinder werden auf einer Liste notiert.

Entsprechend dieses Essensplans schreibe ich dann eine Einkaufsliste mit jeder Zutat die wir in der kommenden Woche brauchen. Außerdem sehe ich nach, ob ich die entsprechenden Gewürze zu Hause habe und ob noch genügend Reis und Nudeln vorhanden sind.

Natürlich lassen sich außertourliche Unternehmungen während der Woche nicht immer voraussagen, dafür habe ich aber immer einen Vorrat an Äpfeln, Mandarinan, Knäckebrot oder Milchbrötchen zuhause, die lange haltbar sind. Steht also ein überraschender Ausflug in den Zoo an, kann ich so sicher sein, dass ich genügend Jause für unterwegs griffbereit habe.

Der beste Mann von allen zieht dann Samstag vormittag mit dem Auto los und kauft ein. So spare ich mir lange Transportwege und er hat die Ruhe und Zeit um einzukaufen und Gemüse und Obst auf Druckstellen zu überprüfen. Wenn eines der Kinder Lust hat mitzukommen, freut sich der Papa über die gemeinsame Zeit und auch die Kinder sind begeistert, dass sie Papa mal für ein paar Stunden für sich haben. Voraussetzung – siehe oben.

Ist der Samstag verplant, kann es auch einmal ein Mittwoch oder Donnerstag Abend sein, den Speiseplan erstelle ich dann einfach etwas früher

Der Speiseplan hält Mamas Kopf für anderes frei

Der wöchentliche Essenplan hat ausserdem den Vorteil, dass ich nach der Arbeit oder einem nachmittag am Spielplatz nicht lange überlegen muss was ich koche und ich habe die Möglichkeit ihn vielfältig zu gestalten. Sind nämlich die Kinder hungrig und ich bin ideenlos, gibt es Pasta. Oder Butterbrot. Auf Dauer ist das eintönig und mit den Vitaminen und Mineralstoffen sieht es auch nicht sehr gut aus.

Und bin ich einmal in Verlegenheit wirklich völlig zutatenlos dazustehen und auch die Pasta zieht nicht mehr, kann ich auf einen Vorrat an tiefgekühlten Lebensmitteln zurückgreifen.

Ich habe ein paar Euros in hochwertige Tiefkühl-Tupperware investiert und  friere  nun regelmäßig Sachen ein. Wenn ich Chilli-con-Carne koche, kommen zwei Portionen in den Tiefkühler. Oft mache ich einen riesigen Topf an Rindsuppe, wenn davon etwas übrig bleibt, ist das die Basis für Risotto oder eine Suppe, in die ich etwas Gemüse werfe und mit Griesnockerl oder Suppennudeln serviere.

Im Notfall gibt es Vorgekochtes aus dem Tiefkühler

Ausserdem kaufen wir Brot immer eine Woche im Voraus. Schwarzbrot oder Vollkornbrot schneide ich in Scheiben und gebe sie in Tiefkühlsäcke. So sind sie schnell griffbereit und innerhalb von einer Stunde aufgetaut. Genauso wie Gebäck z.B. Semmeln oder Kornspitz. Am Vorabend wandern sie vom Tiefkühler in den Kühlschrank, tauen über Nacht langsam auf und am nächsten Tag in der Früh kann ich die Jause für den Kindergarten vorbereiten.

Wann nehme ich meine Kinder zum Einkaufen mit?

Voraussetzung ist, dass sie

satt

ausgeschlafen und

nicht voller Eindrücke sind

 Wie kann ich mir den Alltag mit Kindern erleichtern?

Durch den wöchentlichen Essensplan

Umfassenden Wocheneinkauf

Vorkochen und auf Vorrat tief kühlen

Und der Rest ist, wie immer im Leben: Improvisation.  Und dabei im täglichen Chaos die Gute Laune nicht verlieren.



EIN ARTIKEL VON
  • Vera Ortner

    Ich bin verheiratet und Mama von zwei wundervollen Töchtern. Wenn ich nicht gerade für eine Salzburger Tageszeitung arbeite, versuche ich viele fröhliche Stunden mit den Mädels zu verbringen und mich gleichzeitig im Alltagschaos nicht entmutigen zu lassen. Daran werde ich die Internetgemeinschaft und unser Bloggernetzwerk gerne Teil haben lassen.


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