25. Juli 2018

Jetzt reicht’s! – Wenn Eltern der Kragen platzt

Eltern platzt der Kragen - meinefamilie.at

Aus Spielsinn und Übermut können Kinder so manchen Schaden anrichten. Wie sollen wir reagieren, wenn uns der Kragen platzt? Oder wenn wir merken, dass wir ja gar nicht ernst genommen werden?

Fallbeispiel: Das zerkratzte Auto

Für den 4-jährigen Matthias ist es nicht anders, als hätte er mit dem Stein in den Sand oder auf die Hausmauer geritzt, kreativ und in Gedanken versunken, so wie manche Menschen beim Telefonieren Ornamente zu Papier bringen.

Ärgerlich! Auch wenn man kein Auto-Fetischist ist, Kratzer bedeuten Wertverlust. Die Mutter schimpft und erklärt es Matthias. Als er schockiert darauf los heult, ist sie ob seiner heftigen Reaktion selbst betroffen und redet erklärend und entschuldigend weiter auf ihn ein. Das hält er erst recht nicht aus und läuft wütend davon.

Schimpfen will gelernt sein

Auch wenn diese Reaktionen seine „Masche“ sind, die es abzustellen gilt, die Mutter hat Matthias mit Erklärungen offensichtlich überfordert. Beim ersten Weinen hätte sie eine Pause machen und die Reaktion des Kindes zulassen und darauf eingehen sollen. Wenn es aus Reue heult: „Gell, das tut dir echt leid…“ Wenn es abwehrt: „Du willst das jetzt nicht hören“ oder verharmlost: „Du verstehst gar nicht, was daran so schlimm sein soll…“ Dann sollte sie seine Rückmeldung abwarten, darauf eingehen und ihre Kritik ernst und freundlich nochmals auf den Punkt bringen: „Verstehst du, wie schlimm das ist, was du getan hast? Das kann man nicht mehr wegwischen und neu lackieren kostet sehr viel Geld!“

Die Kunst besteht darin, das Kind zwar zu konfrontieren, aber auch, rechtzeitig aufzuhören, sonst „zerreden“ wir die Angelegenheit und das Kind schaltet ab oder es läuft davon.

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Zwei Extreme: überzogene Härte und Inkonsequenz

In ihrer Wut machen manche Eltern ihre Kinder nieder oder reagieren mit überzogenen Strafen. Das beschädigt den Selbstwert, erzeugt Rückzug oder Trotzreaktionen. Andere wiederum wollen ihre Kinder nur ja nicht traumatisieren und überfordern sie mit Toleranz und Inkonsequenz.

Verständnis, Ernst und Konsequenzen

Wenn wir Kindern eine Lektion geben wollen, müssen wir authentisch und klar sein und verständnisvoll auf das Kind eingehen, sonst macht es zu. Danach kann man über Wiedergutmachung, Konsequenzen oder Strafe reden. Das Alter des Kindes macht gewiss einen Unterschied, ebenso ob es sich um wiederholte Unarten oder böse Absicht handelt. Verständnis und feierlicher Ernst erzeugen Reue und Einsicht. Durchgezogene Konsequenzen helfen, unerwünschtes  Verhalten zu korrigieren. Dann merkt das Kind, dass es seinen Eltern wichtig ist und entwickelt Achtsamkeit und Rücksichtnahme.

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