7. Juli 2018

Gott im Alltag Raum geben

gott im alltag - meinefamilie.at

Oft bleibt wenig Zeit dazu im Alltag. Alles besteht aus Hausaufgaben, Regeln, Terminen und To-Do-Listen. Doch umso wichtiger ist dann die „Funktion“ Gottes.

Das gegenwärtige Leben vieler Familien ist durchrationalisiert. Vor allem dann, wenn beide Elternteile arbeiten gehen bzw. erwerbstätig sind. Diese „Rationalität“ erfasst viele Lebensbereiche. Verpflichtungen wie etwa Gitarrenunterricht oder Kletterkurse wollen eingehalten, Impftermine wahrgenommen und Lernzeiten für Schularbeiten eingeplant sein. Davor, daneben oder gleichzeitig soll Jause gerichtet oder gekocht sein. All das ohne dass alles im Chaos versinkt.

Rationale Gespräche

Folglich drehen sich auch viele Gespräche um damit verbundene Themen. Vieles steht im Dienst dessen, dass diese rationale und meist durchaus effiziente System erhalten bleibt. Gott stört da meist nur. Er ist wenig rational, nicht greifbar und sein Einfluss auf den Familienalltag in Bezug auf die vorhandenen Strukturen und Systeme ist nicht fassbar.

Genau darin liegt seine Stärke. Er irritiert uns. Er stellt in Frage. Er setzt unsere als Familien selbst generierten Gesetze für Augenblicke außer Kraft. Das ist dann, wenn man seine Gegenwart spürt. Ganz unvermittelt. Auch wenn es unter Umständen gar nicht passt und wir eigentlich eifrig damit beschäftigt sind, Pläne zu machen, die uns und unsere Familien noch effizienter werden lassen und unser Zusammenleben noch reibungsloser.

Zulassen

In solchen Augenblicken der „Präsenz“ haben wir die Möglichkeit, sie ganz einfach zu ignorieren und zur Tagesordnung zurückzugehen. Wir können aber auch leise werden, innehalten und zulassen, dass alles für kurze Zeit durcheinandergewirbelt wird. Dass sich Prioritäten verschiebe. Dass wir kurz aus dem „Hamsterrad“ aussteigen und einen Blick von außerhalb auf den ganz normalen Familienwahnsinn werfen können.

Dann verändern sich auch die Gespräche. Dabei muss Gott gar nicht zwingend benannt sein. Die Augenblicke der Ruhe und des Perspektivenwechsels geben ihm aber potentiell Raum. Als Thema, als Gefühl, als Kraftquelle.

Dann verändern sich auch der Blick. Statt nur den nächsten Termin im Blick zu haben, hat man plötzlich einen Blick für die Schönheit der Welt. Man sieht Dinge, die man ansonsten übersehen hat. Man nimmt anders wahr, direkter, unvermittelter aber auch klarer.

Auszeiten (mit Gott) ermöglichen

Solche „Zustände“ kann man aber auch forcieren. Man muss nicht zwingend abwarten, bis sie sich förmlich in das Leben drängen. Das passiert meist dann, wenn man glaubt, dass alles geht aber in Wahrheit nichts mehr geht. Wenn man überfordert ist und im Alltag eingesperrt. Man kann auch selbst „ruhiger“ werden, still sein, den Alltag mal kurz zur Seite legen. Im bewussten Gesprächen über Gott und Momente des Innehaltens und der Schönheit bereitet man ihm einen guten Ort und bereitet auch sich und seine Kinder vor.

Beseelte Gespräche

Bestenfalls hebt sich auch die hier implizierte Trennung zwischen Rationalität und Momenten mit Gott einfach auf. Das sind dann beseelte Momente und Augenblicke. Man spürt dann auch im größten Termindruck noch, dass man auf die Unterstützung und Begleitung Gottes zählen und hoffen darf.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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