16. Juli 2018

Gelungene Schlusspunkte setzen bei Kindergarten- und Schulwechsel

kindergartenwechsel - meinefamilie.at

Schule und Kindergartenjahr gehen zu Ende. Das Jahresende kommt so sicher wie das Amen im Gebet. Was aber, wenn es im nächsten Jahr nicht mehr so weiter geht wie bisher und ein Schulwechsel oder ähnliches ansteht?

Die Freude auf die Sommerferien ist groß. Es ist Zeit das Erreichte zu feiern und dasjenige, das noch vor einem liegt, erst einmal vor einem liegen zu lassen ohne groß darüber nachzudenken. Das ist die Funktion der freien Zeit. Man kommt zu sich, lässt los, lässt sein. Man lebt in den Tag hinein. Vor allem Kinder beherrschen das wesentlich besser als wir Erwachsene.

Sorglosigkeit vs. Rationalität

Nur wäre es naheliegend zu argumentieren, dass wir in dieser Hinsicht etwas von unseren Kindern lernen können. Das stimmt. Wir könnten gut und gerne ein wenig sorgloser sein. Die Sorgen für ein paar Tage oder Wochen Sorgen sein lassen. Uns nicht jetzt schon im Kopf zurechtlegen, wo wir die Schulsachen für den Schulstart der Jüngsten besorgen und wie wir uns wieder Zeit freischaufeln, um all die Bücher und Hefte adäquat einzubinden. Das täte uns und unseren Kindern gut.

Welches Kind wünscht sich schon Eltern, die dauernd nur Pflichten, Regeln und anstehende Termine im Kopf haben?

Doch wir als Eltern haben auch Verpflichtungen. Wir sind nicht der noch emotionalere, noch sorglosere Gegenpart unserer Kinder, sondern wir müssen rational und analytisch zu den richtigen Zeitpunkten Rationalität einfordern. Wir müssen Freiraum geben, müssen aber auch Strukturen schaffen und klar kommunizieren, wenn Freiräume unangebracht sind wann es gilt, sich vorzubereiten.

Schlusspunkte setzen

Fast sicher kennen wir alle solche Situationen. Unsere Kinder stecken Veränderungen und Abschlüsse besser und souveräner weg als wir selbst. Die letzten Tage im Kindergarten? Die Jüngste geht damit ganz gelassen um. Die letzten Tage in der Volksschule und in ein paar Wochen dann der Wechsel in ein Gymnasium? Die Große scheint sich darauf zu freuen und wirkt relativ sorgenfrei und locker. Die Abschiede von lieb gewonnenen Umfeldern ist für beide kein unbewältigbares Problem.

Positives Vorbild sein

Fast wirkt es ein wenig so, als seien die paar wenigen Bedenken von uns Eltern in ihre Köpfe eingepflanzt.

  • Wie hält man mit den jetzigen Freunden Kontakt?
  • Ist der neue Schulweg auch sicher genug?
  • Ist man diesen oft genug abgegangen, sodass garantiert nichts passieren kann?

Wir Eltern dürfen uns sorgen. Wir müssen sogar. Wir müssen Sorge tragen. Wir sollten aber nicht im reinen sorgen verharren, sondern Konsequenzen daraus ziehen. Steht ein Schulschluss an, dann müssen wir Sorge dafür tragen, dass der Schlusspunkt gelingt und nicht alles einfach irgendwie zu Ende geht.

Abschluss feiern

Vielleicht wäre es schön, wenn alle Freundinnen und Freunde aus der Volksschulzeit noch einmal zusammenkommen und man sich bei einem Fest voneinander verabschiedet, anschließend Telefonnummern austauscht und bereits erste Pläne schmiedet, wie man sich in Zukunft doch noch treffen könnte? Oftmals funktioniert das auch über die Eltern, unter denen sich ja auch zum teil Freundschaften gebildet haben. Auch diese könnten zu einer gelungenen Schlusspunkt-Sause eingeladen werden.

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Denkbar auch, dass man sich gemeinsam Fotos von der Schul- oder Kindergartenzeit ansieht. Damit wird die Zeit von einer sehr abstrakten Kategorie zu etwas überaus Greifbaren, zu etwas äußerst Konkretem. Entwicklungen werden sichtbar, Veränderungen deutlich. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit macht klarer, dass es auch in Zukunft ebensolche Veränderungen geben wird und man in wenigen Jahren auch auf die Zeit in der neuen Schule ebenso zurückblicken kann.

Alles hat seine Zeit

Danach wird es Zeit zum Entspannen. Die freie Zeit zu genießen. Weder zurück noch nach vorne zu blicken, zumindest für wenige Wochen. Dann kann man den Blick gelassener wieder zur passenden Zeit nach vorne richten und auf die Herausforderung des Kommenden reagieren.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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