7. September 2018

Wandern mit Kleinkind – Ein Erfolg

wandern mit Kind - meinefamilie.at

Nachdem wir uns eine Kraxe gekauft haben, ging unser Abenteuer los. Nach einigen kleinen Spaziergängen wagten wir uns ans Große heran! Unsere erste richtige Wanderung in den Tiroler Bergen stand uns bevor. Wir freuten uns und waren gleichzeitig gespannt, wie unser Sohn darauf reagieren wird. Und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Die erste Wanderung war ein Erfolg. Auf dem Weg nach oben hat unser Sohn viel geplaudert, gelacht, sogar gesungen. Danach hat er eine Stunde geschlafen und schon waren wir am Ziel. Dort konnte er ausgiebig laufen und die wunderschöne Natur ganz nah erleben. Nach der Pause und gutem Essen ging er noch einen Teil der Wanderung zu Fuß bis er schließlich freiwillig in die Kraxe wollte. Allerdings wünschte er sich, dass ich ihn trage, so konnte ich meine Kraft und Ausdauer unter Beweis stellen. Das Ergebnis? Der Muskelkater meines Lebens. 🙂

Auf dem Rückweg hat unser Sohn wieder ein wenig geschlafen. Im Ganzen war es für uns die perfekte Wanderung. Ohne Stress, ohne Druck, einfach nur ein schöner Ausflug, bei dem wir ordentlich ins Schwitzen gekommen sind. Danach folgten noch viele Wanderungen und diesen Sommer verbrachten wir aktiv in den Bergen.

Eine Kraxe- ja oder nein?

Eine Kraxe kann man dann verwenden, wenn ein Kind frei sitzen und recht stabil den Kopf halten kann. Als Altersgrenze werden oft acht Monate genannt, aber ich finde, man sollte da auf die individuelle Entwicklung des Kindes achten. Manche Kinder sind in einer Trage, ganz nah an Mamas oder Papas Körper besser aufgehoben. Auch wir haben die Kraxe erst mit ungefähr 16 Monaten angefangen zu verwenden. Wir wollten sicher gehen, dass unser Kind körperlich dafür bereit ist.

Auf Qualität achten

Bevor man also in die Berge aufbricht, sollte man in eine gute Kraxe investieren. Oft sind auch gebrauchte Teile sinnvoll, da viele Eltern deutlich weniger wandern gehen als ursprünglich geplant. Somit sind gebrauchte Kraxen meistens in einem Top-Zustand.

Die ersten Wanderungen sollten nicht zu lang sein, denn das Kind arbeitet aktiv mit.

Sogenannten Fußschlaufen auf einer Kraxe gibt es erst seit einiger Zeit, also nur bei den neueren Modellen, ich finde sie aber sehr wichtig. Denn durch ein Anwinkeln der Beine wird ein Abklemmen des Gefäß-Nerven-Strangs verhindert. Ebenfalls dem Einschlafen und Auskühlen der Beinchen wird so vorgebeugt.

Auch den Kopfteil sollte man sich sehr detailliert anschauen, denn der Kopf gehört auch gut abgestützt. Vor allem wenn das Kind eingeschlafen ist, sollte der Kopf weiterhin stabilisiert sein. Wir kauften zusätzlich noch ein Nackenkissen, damit der Kopf nicht zu viel wackelt, wenn unser Sohn schläft. Das Kissen hängt die ganze Zeit einfach an der Kraxe, bis wir es brauchen. Zum Schluss sollte man noch ausprobieren, wie die Kraxe auf dem eigenen Rücken sitzt und sich vielleicht beraten lassen, was man alles verstellen und anpassen kann. Denn so eine Kraxe kann ziemlich kompliziert sein, wenn es um den richtigen Sitz am Rücken geht.

Das erste Kennenlernen

Wenn die Auswahl getroffen ist, empfehle ich das Kind langsam an die Kraxe zu gewöhnen. Kurze Spaziergänge bevor es in die Berge geht, die Kraxe zu Hause gemeinsam anschauen, das Kind nicht zwingen drinnen zu sitzen. Die Anfangszeit kann entscheiden, ob das Kind die Kraxe lieben oder meiden wird. Die ersten Wanderungen sollten nicht zu lang sein, denn das Kind arbeitet aktiv mit: Das ständige Ausgleichen der Geh-Bewegungen des Trägers ist für den getragenen Nachwuchs recht anstrengend.

Jede Wanderung passen wir der Laune unseres Sohnes an.

Am besten für die ersten Versuche sind solche Routen geeignet, die man schon gut kennt. Auch sollte der Weg nicht zu steil sein. Achtet auf gute Wanderschuhe, denn ein Ausrutschen mit dem Kind am Rücken könnte böse enden. Fühlt sich das Kind in der Kraxe wohl, kann man die Gehzeit und den Schwierigkeitsgrad langsam steigern.

Bloß kein Wettbewerb!

Jede Wanderung starten wir ohne große Erwartungen und wir passen uns der Laune unseres Sohnes an. Will er gerade nicht sitzen, lassen wir ihn auch mal laufen. Dementsprechend  suchen wir auch die Routen aus: nicht zu gefährlich! Außerdem haben wir immer ein Spielzeug mit. Damit ist unser Sohn beschäftigt, falls es gerade nicht so spannend ist. Wobei es kaum der Fall ist, denn die Natur bietet vieles zu entdecken. Wir beschäftigen uns mit dem Kleinen, zeigen ihm Pflanzen, singen… Finden wir einen See oder Fluss, machen wir gerne eine Pause und plantschen oder werfen Steine ins Wasser. Die Wanderung soll allen Spaß machen.

Mehrere kleine Pausen und zumindest eine große Pause sollten eingeplant werden. Dazu gibt es folgende Empfehlung: Auf eine Trage-Stunde sollten 10 bis 15 Minuten Pause folgen. Anfangs lieber kürzere und nicht zu anstrengende Strecken wählen, man sollte nicht unterschätzen wie viel Gewicht man am Rücken trägt. Wir wandern auch immer zu zweit, so kann einer das Kind tragen und der andere das Gepäck. Nicht vergessen: neben Windeln, Essen und Trinken, sollte man auch  Ersatzkleidung und Regenschutz immer dabei haben. Und zwar für alle beteiligten! Wir bevorzugen bei Wanderungen eher schattige Wege und achten sehr auf das Wetter. Gute Wanderschuhe und Wanderstöcke tragen zur Sicherheit bei und geben mehr Halt, falls der Weg doch schwerer wird.

Mit der richtigen Ausrüstung und Vorbereitung werden alle Wanderungen zu einem besonderen Erlebnis. Und die Zeit in der Natur bringt mit sich laute Vorteile für die ganze Familie! Aber am meisten profitieren gerade die Kinder davon.

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EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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