14. September 2018

Vom Lernen: Gute Rahmenbedingungen für Schulanfänger

hausaufgaben machen - meinefamilie.at

Wie kann ich meinem Kind den Schuleinstieg erleichtern? Hier ein kleiner Überblick, denn Lernen hat viel mit Regelmäßigkeit und Training zu tun. Zum Einüben guter Gewohnheiten gehören auch gute Rahmenbedingungen.

Der richtige Zeitpunkt

Bei den meisten Kindern ist der richtige Zeitpunkt für die Hausaufgaben ehest möglich, nach einer kurzen Pause nach dem Essen. Die Lernzeit muss im Voraus vereinbart werden. Vor allem die schriftlichen Arbeiten sind am besten gleich zu erledigen, Lesen und Üben kann man auf später verschieben. Aber auch diese Aufgaben sollten einen fixen Platz im Tagesplan haben.

Der Lernplatz

Schulanfänger machen ihre Hausübung gerne nahe bei Mama oder Papa, also z.B. in der Wohnküche oder im Wohnzimmer. Wichtig ist, dass dieser Platz aufgeräumt ist und nur die für das Lernen benötigten Gegenstände in Reichweite sind. Hefte, Stifte, Radiergummi etc. müssen vorbereitet und geordnet sein. So können Sie auch beobachten, ob Ihr Kind zu Unterbrechungen, Trödeln und Ablenkungen neigt und gleich am Anfang vorbeugen. Hinterher muss das Kind den Arbeitsplatz aufgeräumt und sauber hinterlassen, auch den eigenen Schreibtisch.

Die passende Atmosphäre

Wenn mehrere Geschwister da sind, muss sich während der Lernzeit jedes still beschäftigen oder diese Zeit im Garten oder in einem anderen Zimmer verbringen. Erledigen Sie alles im Vorfeld, wodurch das Kind eine Unterbrechung verlangen könnte: Hunger, Durst, WC. Geben Sie dem Kind vor dem Lernen ein Glas Wasser zu trinken und schalten Sie alles aus, was die Konzentration stören könnte. Nicht vergessen, kurze Pausen einzuplanen, bei denen es aufstehen, etwas trinken oder Obst essen kann. Längere Unterbrechungen, die das Kind vom Thema herausreißen, sind hingegen sind kontraproduktiv, vor allem das Fernsehen.

Ein guter Start

Sie können die Wichtigkeit des Beginns unterstreichen, indem Sie nachfragen: „Brauchst du noch etwas? Bist du bereit?“ und „Ruf mich, wenn du fertig bist oder etwas brauchst.“ Ihr Kind sollte zwischendurch nicht einfach aufhüpfen und dazu hundert Anlässe finden. Hier können Sie vorbeugen, indem Sie die Regel aufstellen, dass das Kind Abweichungen von sich aus und im Vorhinein bekannt geben muss (z.B.: „Ich muss aufs Klo“). So ersparen Sie sich lästiges Nachfragen und Kontrollieren.

Wie viel Mithilfe und Kontrolle sind angemessen?

Manche Schulanfänger wünschen, dass sich Mama oder Papa neben sie hinsetzt und zusieht. Das mag anfänglich passen. Besser ist es, in der Nähe zu bleiben und zu sagen: „Schreib diese Zeilen fertig und dann sehen wir es uns gemeinsam an.“ Beantworten Sie Fragen, die das Kind schon selber wissen sollte, nicht sofort, damit es nicht denkfaul und von Ihnen abhängig wird.

Stellen Sie lieber Gegenfragen, die das Kind zur Lösung hinführen: „4 plus 3? Nimm deine Finger und zähl nach!“ Sie verschaffen ihm ein Erfolgserlebnis und können bestätigen: „7, ja, richtig!“ Nach kurzer Zeit wird es genügen, wenn Sie die Hausübung am Ende ansehen, Positives hervorheben und Fehler selbst suchen lassen.

Nach dem Abendessen gibt es Schultaschenkontrolle, um sicher zu stellen, dass nichts übersehen und alles für den nächsten Tag eingepackt wurde.

Beziehung fördert Entwicklung

Beachten Sie vor allem die Grundregel: Beziehung fördert Entwicklung. Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen und kann sich nur in Beziehung zu anderen Menschen entwickeln. Die Freude über den schönsten Erfolg ist nur halb, wenn niemand da ist, der daran Anteil nimmt. Das erfährt man heute auch in Managementseminaren über Mitarbeiterführung. Ohne Ihre Anteilnahme verliert das Kind das Interesse an Dingen, die es an sich interessiert hätten und es ist weniger motiviert sich zu entwickeln, dazuzulernen oder gar, sich anzustrengen. Durch Ihre Zuwendung aber wird die Leistung mit einer positiven emotionalen Rückmeldung gekoppelt und Ihr Liebling ist motiviert, seine Möglichkeiten zu entdecken, zu experimentieren und zu lernen.

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