10. Mai 2019

Nachhaltig leben als Familie: Dekoration

Nachhaltig leben als Familie Dekoration

Ganz ehrlich, wir werden für unsere Dekoration und Gestaltung nie in eine Zeitschrift oder auf einen Blog kommen oder gar einen Preis gewinnen. Wir sind eher die Sparte gemütlich-chaotisch, gemischt mit Werken unserer Kindern.

Und dennoch mögen wir es, den Jahreskreis und unsere persönliche Note sichtbar zu machen.
Das heißt für uns vor allem:
1. leere Flächen und
2. weniger, aber immer wieder verwendbare Stücke als Dekoration.

Viele Möbel- und Einrichtungshäuser stellen ihre trendigen Deko-Stücke in großen Mengen aus und dekorieren sie dabei gekonnt so, dass man möglichst alles davon haben möchte. Eine Zeit lang sind wir (na gut, der weibliche Teil von uns!) auch auf diesen Zug aufgesprungen, immerhin ist ein schönes Zuhause wichtig um sich wohl zu fühlen, naja, und um ein bisschen Eindruck zu machen. Aber wenn nach wenigen Wochen der nächste Trend kommt und die neuen Dinge eigentlich keinen Zweck haben außer herum zu stehen, was macht man dann damit?

Ausmisten muss sein

Nach einer radikalen Aussortier-Aktion bei unserem letzten Umzug und noch einmal während unserer ersten Schwangerschaft durfte ein großer Teil davon gehen. Was damals reines Bauchgefühl war, ist heute eine richtige Bewegung geworden. Wobei wir sicher keine Minimalisten sind und nicht so radikal wie Marie Kondo ausmisten, ist es uns doch wichtig geworden, was Platz in unserem Zuhause einnehmen darf. Einerseits ist der Platz begrenzt, andererseits wollen wir uns nur mit Dingen umgeben, die wir mögen.

Nachhaltig leben als Familie Dekoration
(c) iStock

Natürlich bekommen wir immer wieder Deko geschenkt, bei diversen Festen, Feiern und Anlässen. Vieles davon bleibt eine Saison (z.B. Weihnachtszeit oder Ostern) bei uns und wir freuen uns in der Zeit auch ehrlich darüber, immerhin ist ein Geschenk auch der Ausdruck von Zuneigung. Wenn nach der Zeit alles wieder verpackt wird, halten wir es ähnlich wie bei der KonMari-Methode: bedeutet uns das Teil viel, erfüllt es einen Zweck und gefällt uns, darf es bleiben. Wenn nicht, darf es weiterziehen. Das hat nichts damit zu tun, dass wir dem Schenkenden nicht dankbar sind, zum Glück sind wir nicht (mehr) verpflichtet, jedes Teil aufzuheben! Würden wir das machen, hätten wir wohl kein freies Plätzchen mehr im Haus…

Anders verhält es sich bei Werken der Kinder, die sie in Kindergarten oder Schule gemacht haben. Kinder im Kindergartenalter verstehen vielleicht, dass man nicht alles aufheben kann – wenn aber ihr Geschenk nicht aufgehoben wird, fühlt es sich wie Zurückweisung oder Geringschätzung an. Außerdem sind ja solche Werke auch für uns Eltern eine Art Zeitkapsel und in den kommenden Jahren auch eine schöne Erinnerung.

Wie schaut es also bei uns aus?

Ganz sicher nicht kahl und leer! Die anfangs erwähnten leeren Flächen sind ganz ehrlich oft ein Kampf gegen Windmühlen. Da wird schnell etwas abgelegt oder zum Später-Machen aufgehoben, und schon ist es ein ganzer Stapel. Immer wieder bemühen wir uns ein System zu finden, dass das nicht passiert oder so lange liegen bleibt, mit wechselndem Erfolg. Es hilft, wenn man bewusst Flächen für etwas Schönes reserviert, z.B. im Vorzimmer, und sonst jedes Ding seinen Platz hat (Handschuhe, Schlüssel, Post, usw.). Eine gute Investition waren zwei große Holzbilderrahmen. Einer unserer Väter malt, und so haben wir immer wieder neue Bilder an der Wand, Unikate die von Besuchern gleich bemerkt werden.

Zum Dekorieren verwenden wir immer die gleichen Stücke, manchmal tauschen sie auch den Platz und so wirkt es schnell wieder neu und frisch. Bestimmte Teile für bestimmte Anlässe füllen unser Leben mit Rhythmus und den Jahreskreis mit Traditionen. Da gibt es eigene Kerzenhalter für den Frühling, Filz-Waldorfpuppen und Tiere für den Sommer, eine bestimmte Kerze für Maria Lichtmess, Holzsterne für den Advent, ein Besen-Huhn für die Osterzeit… Eines unserer Lieblingsstücke ist allerdings ein einfacher kleiner Holz-Bilderrahmen, in dem ein passender Spruch oder eine Bibelstelle aufgestellt wird.

Nachhaltig den Raum schmücken

Nachhaltig leben als Familie Dekoration
(c) iStock

Wenn ihr jetzt überlegt, welche Materialien für nachhaltiges Dekorieren überhaupt „erlaubt“ sind – ja, gute Frage! Viele unserer alten Stücke sind eigentlich zufällig aus Filz, Holz, Stein, Wachs, Metall oder Keramik. Ganz wenig ist aus Plastik, vielleicht auch einfach weil die Optik weniger „wertig“ ist. Natürlich entsorgen wir diese Plastikstücke nicht, sie haben mittlerweile eine Bedeutung für uns und sind als Müll noch viel weniger nachhaltig.

Genau wie bei Kleidung, Büchern oder Spielen gilt: Second Hand ist in! Auf diversen Flohmarkt-Apps gibt es Unmengen an Deko-Material günstig – und nein, nicht alles davon ist uralt oder Ramsch. Ähnlich wie bei den Kleidertauschpartys könnte man auch einmal eine Dekotauschparty mit Freunden organisieren oder sich zum gemeinsamen Basteln oder Up-Cycling verabreden.

Wozu eigentlich dekorieren?

Was für einen Sinn hat Dekoration eigentlich? Das war eine unserer grundlegenden Überlegungen beim ersten großen Ausmisten. Dekoration bedeutet für uns, mit Kleinigkeiten zu zeigen, was uns wichtig ist und durch kleine Akzente ein harmonisches Ganzes zu schaffen – ein Zuhause, das belebt und bewohnt, und ganz sicher kein Museum ist!



EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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