24. September 2019

Minimieren und ausmisten – und endlich wieder durchatmen

Ausmisten und minimieren in der Familie - meinefamilie.at

In einer Familie sammelt sich so viel Zeug. Über die Herausforderung des Minimierens, wie es zu schaffen ist und warum es sich lohnt.

Minimieren liegt momentan voll im Trend. Es scheint, als würde jeder ausmisten. Jeder will überflüssigen Klimbim loswerden. Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem wir nicht mehr wissen, wohin mit all dem Zeug. Die Lösung, das liegt auf der Hand, kann nicht sein, mehr Stauraum anzuschaffen oder zu versuchen, immer mehr Zeug in unsere Kästen und Regale zu quetschen.

Die Lösung, und das bestätigt jeder, der einmal damit angefangen hat, liegt genau darin: im Minimieren. Nicht Mehr bringt Erfüllung, sondern tatsächlich das Weniger. Denn plötzlich wird da Platz für so vieles, das vorher undenkbar gewesen wäre. Plötzlich ist da Zeit, die vorher das Organisieren und Aufräumen verschlang. Plötzlich ist da Platz zum Atmen für jedes einzelne Familienmitglied. Plötzlich ändert sich die Atmosphäre in den eigenen vier Wänden und man kann gar nicht glauben, dass das irgendwie mit dem Entrümpeln zu tun hat.

Minimieren: So legst du los

Es ist gut, sich eine erste wichtige Frage zu stellen, empfiehlt Simplify-Experte Werner Küstenmacher: „Wo ist der Leidensdruck am größten? Wo herrscht das größte Chaos? Wo tut es so richtig not zu minimieren?“ Ich glaube, bei dieser Frage taucht vor unserem inneren Auge sehr schnell ein Hotspot unserer Wohnung auf. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann ein guter Startpunkt jener Raum sein, in dem sich das Meiste abspielt, und das ist wohl bei den meisten Familien die Küche. Sie ist die Schaltzentrale, das Zentrum.

In der Küche Schublade für Schublade zu entleeren und auszumisten ist ein erster großer Schritt. Sich bei jedem Ding ehrlich zu fragen: „Brauch ich das wirklich?“ ist mühsam, ja das stimmt, aber das Ergebnis ist diese Mühe wert. Erfahrene Minimalisten empfehlen: Eine Küche mit dem Inventar einer Ferienwohnung.

Auf dem Weg zum Minimalisten: Dranbleiben und durchhalten

Denke immer daran, dass du nur sehr wenige Dinge brauchst, um glücklich zu sein.

Marc Aurel

Das sei vorab klargestellt: Minimieren ist kein gemütlicher Spaziergang durch unsere Wohnung, bei dem man unnützes Zeug entfernt. Nein. Es ist echte Knochenarbeit, die mitunter ziemlich ans Eingemachte gehen kann. Warum? Mit einem Mal sehen wir all die Sachen, die wir einst für gutes Geld gekauft haben, die aber ungenutzt herumliegen. Hier wird es nun echt heikel, denn genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob wir dieses Minimier-Projekt erfolgreich weiterverfolgen werden oder nicht.

Wir werden mit vielen falschen Entscheidungen konfrontiert. Die Welt da draußen hat uns weisgemacht, dass wir dieses oder jenes brauchen, damit unser Leben besser, schöner und einfacher wird. Und wenn wir nun diesen Fehlkauf in unseren Händen halten, stellen wir fest, dass dem gar nicht so ist. Jetzt entscheidet sich, ob wir diese innere Schlacht siegreich beenden. Bekämpfen wir die Stimme in uns, die da flüstert: „Behalte es, denn irgendwann kommt der Tag X, da wirst du es brauchen, da wirst du froh darum sein!“ Geschickt ist diese Stimme und deshalb bleiben wir hier oft stecken.

Minimieren: Wir gewinnen mehr, als wir aufgeben

Doch seien wir mutig! Überhören wir sie ruhig und denken wir stattdessen an das Ziel: „Weniger macht reich!“ Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin auch eine von der „Das-könnte-ich-wieder-mal-brauchen“-Sorte. Schrecklich. Und genau deshalb sage ich es mit Nachdruck: Nehmen wir die Herausforderung an! Springen wir über unseren Schatten! Es lohnt sich!

Wir können uns entscheiden: Entweder wir lassen dieses Teil in unserem Haus und warten bis Tag X kommt, der aber in über 80% der Fällen nicht kommen wird. Oder wir spenden, verschenken oder entsorgen dieses Teil und gelangen am Schluss zu einem Ergebnis, das uns überwältigen wird. Ehrlich! Wir gewinnen so viel mehr als wir aufgeben!

Fortsetzung folgt…

Weiterführende Lektüre: Müttermagazin SONNE IM HAUS – Ausgabe 03/19 – Schwerpunktthema: einfach leben



EIN ARTIKEL VON
  • Manuela Fletschberger

    Ich bin seit 2004 verheiratet und Mama von vier Söhnen. Auch wenn unser Familienleben durchaus chaotisch ist, liebe ich es sehr – denn dort lebe ich meine Berufung. Beruflich darf ich mein Herzensthema „Mamasein“ und meine Leidenschaft Texte zu schreiben verbinden: als Herausgeberin des Müttermagazins SONNE IM HAUS. Ich liebe tiefgehende Gespräche, besonders jene mit meinem Mann und versinke gerne zwischen den Seiten eines guten Buches.


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