21. August 2018

Männer erziehen anders. Frauen auch.

männer erziehen anders - meinefamilie.at

Die Art wie wir unsere Kinder erziehen hängt nicht nur von unserer Persönlichkeit, unseren Werten und den Zielen ab. Auch das Geschlecht hat da so einiges mitzureden.

Männer und Frauen ticken unterschiedlich. Unzählige Bücher beschäftigen sich mit Verständigungsschwierigkeiten, hormongetriebenen Denkmustern und Gefühlswelten. Dass sich Mars und Venus auch in der Kindererziehung bemerkbar machen, ist daher nur eine logische Konsequenz. Dabei hat es Mutter Natur wieder einmal perfekt gedeichselt: denn nur wenn männliche und weibliche Einflüsse auf ein Kind einwirken, bekommt es ein komplettes Bild der Welt und der Vielfalt menschlicher Persönlichkeiten. Die Frage, wer es besser macht ist somit obsolet.

Hormone sollen schon im Kleinkindalter die Gehirnentwicklung beeinflussen. Mehr Testosteron bei Jungs soll für eine verstärkte Entwicklung der linken Gehirnhälfte sorgen, die für Logik und rationales Denken zuständig ist. Bei weiblichen Gehirnen führen die Hormone angeblich eher zu einer symmetrischen Entwicklung der Gehirnhälften, d.h. Gefühl und Verstand wachsen im selben Ausmaß zueinander.

So macht Mann

Väter treiben ihre Kinder oftmals zu Leistungen an, die sie sich selbst gar nicht zugetraut hätten. Fallen sie, richten sie sie auf und ermutigen sie, es gleich nochmal zu versuchen. Sie sind oftmals der fordernde Part in der Erziehung. Dabei gibt es weniger Trost oder Mitleid, wie bei Mama. Motiviert wird damit, nicht aufzugeben. Haben sie es geschafft, kehren die Männer mit geschwollener Brust an den Mittagstisch zurück. Für Söhne sind Väter oftmals Prüfsteine, mit ihnen gehen sie in den Wettkampf und in Konkurrenz. Für Töchter sind sie der erste Mann im Leben und falls es die Vater-Tochter-Beziehung zulässt, Ratgeber in ersten Liebesdingen. Die Vater-Tochter-Beziehung und die damit verbundenen Gefühlsmuster beeinflussen unter anderem ihre spätere Männerwahl.

Mütter haben eine klare Vorstellung vom Tagesablauf, Väter verfolgen eher spontane Spielideen. Sie probieren einfach aus, was der Sprössling schon kann. Mütter geben also Sicherheit durch Routine, während Väter die gesunde Neugier unterstützt.

Vom Vater lernt das Kind, wie es sich öffentlich wehrt und wie für seine Rechte eintritt. Dass es auch mal egal ist, was andere Menschen von einem denken. Mit dem Vater wird der Wald erkundet und Höhlen erforscht. Doch blutet das Knie nach einem Sturz muss ganz schnell die Mama her, denn keine tröstet so gut wie sie.

Frauensache

Frauen gelten als das weiche, liebevoll-beschützende Element in der Familie. Trösten liegt quasi in ihrer Natur. Sie zeigen dem Kind, dass Rücksichtnahme und Mitgefühl nicht nur anderen gut tut, sondern sich auch bei einem selbst wie Balsam anfühlt. Mütter klären emotionale Verwirrungen und bei Krankheit sind ihre Geschichten die beste Medizin.

Sie sind vorsichtig, vorausschauend und beschützend. So gut das für das körperliche und seelische Wohl des Kindes ist, ab einem bestimmten Grad kann es gegenteilig wirken. Ein übertriebener Beschützerinstinkt, der den weitreichenden Forscher- und Bewegungsdrang der Kleinen unterdrückt, kann in der Entwicklung hinderlich sein. Ein ständiges: „Nein, das ist gefährlich. Tu dir nicht weh oder Mach das lieber nicht“ kann später zu angelernten Ängsten oder einem gespeicherten „Ich kann das nicht“ im Unterbewusstsein des Kindes führen. „Kleine Unfälle“, wie ein Sturz vom Zaun, der glimpflich ausgeht, ist sehr wertvoll, um die eigenen Grenzen auszutesten. Gut, dass es hier einen Vater gibt, der zutraut, anfeuert und anschiebt. Der stärkende Aspekt dieser weiblichen Sorge um das körperliche und geistige Wohl der Kinder liegt in der Erfahrung der Kinder, dass sie wichtig und wertgeschätzt sind. Zudem sind Mütter die Schatzkiste der schönen Künste: Malen, Basteln und Singen fördern die Kreativität, entspannen und entwickeln die rechte Gehirnhälfte so richtig schön weiter.

Nö, bei uns nicht

Wenn Sie jetzt sagen, nein, bei uns ist das ganz anders, dann ist das gut möglich. Denn jeder Mensch trägt seine eigenen Gedanken, Gefühle und Gedankenmuster in sich. Jeder Mensch schaut auf eine andere Lebensgeschichte zurück. Doch in jedem Fall ist es die Erziehung unserer kleinen Sprösslinge wert, einmal darüber nachzudenken.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karolina Putz

    Beruflich bin ich als freie Journalistin und Projektmanagerin tätig. Privat bietet das Leben mit unserem dreijährigen Sohn so allerhand Überraschendes, Freudiges aber auch Dinge zum Aus-der-Haut-fahren.


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